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Wenn's was Neues aus dem Hause Antstreet Records gibt, dann wird man meist mit guter Musik versorgt. Diesmal wandert "s/t" von Raise The Human, einem Trio aus Udine, Italien, in meinen Player. Im Genre des Punk Rocks, so meine Vorab-Infos, versuchen sie mich in gut dreißig Minuten zu beeindrucken. Löblich sei erwähnt, dass die Italo-Punks ihre zehn Songs Wort für Wort im Booklet verewigt haben.
Ihr Album eröffnen sie mit "All The Humans". Der Song findet durchaus mein Wohlwollen, ohne mich nun gleich aus der Fassung zu bringen. Da finde ich "Keeping Clear Of You" schon etwas spannender. Hier gibt's das erste gute Gitarrensolo von Gil auf die Lauscher und die Nummer kann auch mit tollen Rhythmen glänzen. Song Nummer drei "Top Floor" ist für eine erste Hörprobe tauglich, zumindest was das Instrumentale angeht. Gesangstechnisch, na ja. Giulio kann zwar schön singen, aber eben nur schön. Dadurch wirkt alles ziemlich brav, einfach nett. Aber so richtig punkig?
Ich muss nochmal den 'Waschzettel' checken. In der Tat steht da: Stil - Punk Rock. Ich meine Punk Pop trifft wohl eher den Nagel auf den Kopf. Dieser Eindruck verstärkt sich auch nach den folgenden Stück "Nevermore". Rein spielerisch von guter Qualität, aber insgesamt fehlt hier die Würze, klingt nach ungarischem Gulasch ohne feuriges Paprika. Auch "Gravity" wirkt wie ein fades Risotto. Da kann selbst Dede noch so sehr an seiner 'Muckibude' ackern, was er übrigens gut demonstriert, aber was nützt es, wenn man sich nicht richtig traut, gemeinsam die Sau rauszulassen? "Wednesday" haben sie in eine Ballade gesteckt und ich muss sagen, das Teil kommt auch bei mir gut an. Diesmal finde ich auch Giulios soften Gesang passend, weil er hauptsächlich von einer dezent aufspielenden Konzertklampfe begleitet wird. Insgesamt ist das Teil ein schöner 'Schmuser'. Nach "Double Side" folgt doch noch mein Anspieltipp: "Euphobia". Der Song hat das Prädikat - astreiner Punk - verdient. Hier haben sie sich ausgiebig am Gewürzständer bedient und an der Beimischung kräftiger Kräuter nicht gespart. Geht doch! Herrje, "Wanna Go" kommt anfänglich richtig druckvoll aus den Boxen, macht einem schon den Mund wässrig, doch dann wird die Nummer wieder schön soft. OK, die Schwiegermütter dürften froh sein, dass hier keine große Gefahr von harten Jungs für ihre zarten Töchter droht. Das spiegelt sich erst recht beim Finalsong "July" wieder. Wie bereits bei "Wednesday" erwähnt, kommt Giulio am besten rüber, wenn er sich von Gils Akustikgitarre begleiten lässt. Das sind für mich, bis auf "Euphobia", die stärksten Nummern!
Was bleibt letztlich festzuhalten? Insgesamt ist den Südländern ein Album gelungen, das sich für meinen Geschmack klar im Punk Pop bewegt. Da ich durch ihren angegebenen Stil - Punk Rock - mit anderen Voraussetzungen an die Rezension herangegangen bin, ist diese nur mit Vorsicht zu genießen! Ich bleib dabei. Für Liebhaber des Punk Pop kann der Silberling interessant sein. Musizieren können sie, keine Frage. Ob es aber für eine Topplatzierung in den Charts reichen wird? Ich habe da meine Zweifel.
Line-up:
Giulio (lead vocals, rhythm guitar)
Gil (lead guitar)
Dede (background vocals, drums)
| Tracklist |
01:All The Humans
02:Keeping Clear Of You
03:Top Floor
04:Nevermore
05:Gravity
06:Wednesday
07:Double Side
08:Euphobia
09:Wanna Go
10:July
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