Aus North Carolinas Green Swamps, etwa mittig zwischen Wilmington und Myrtle Beach gelegen, stammen RC und seine Moonpie Band. Diese Blues'n'Soul-Formation verfügt zwar mit Robert Marlowe und Russell Pleasants über veritable Songwriter, glänzt allerdings auf dem hier zu besprechenden Debütalbum, "Individually Wrapped" betitelt, vor allem mit einigen ganz zauberhaften Coversongs.
Die Moonpie Band sieht sich auf dem Weg von jungen Blues-Erneuerern, wie Gary Clark Jr. oder der Tedeschi Trucks Band. Beide Referenzen lassen sich hinsichtlich der gelungenen Verschmelzung von Blues, Soul, R&B und Rock in den Songs von "Individually Wrapped" wirklich kaum verleugnen.
Neben Marlowe ist der Sänger und Namensgeber der Moonpie Band, Robert 'RC' Christian, unbestrittener 'Anführer'. Der Mann verfügt über eine gleichermaßen 'cremige' wie charismatische Stimme - eine, die Erinnerungen an einen Rufus Thomas wach werden lässt und die man so schnell nicht wieder vergisst...
"Individually Wrapped" startet ziemlich traditionell, mit - für meinen Geschmack - allerdings etwas zu antiquiertem Touch. Der behäbige Muddy Waters-Appeal in "F In Funk" ist sogar, angesichts des erwartungsfreudig stimmenden Titels, richtig enttäuschend. Das folgende, flott shuffelnde "Country Girl" könnte vom Swing und Sound ebenfalls bereits Spinnweben angesetzt haben, doch dann geht es (endlich) ab...
Der kernig rockende "Squeeze Play Blues" wird von Gary Popes, dem 'Pope of Shallote', messerscharfer Slide innig beseelt - das zweite 'Eigengewächs' "Sweet Thooth" dagegen von Mike Logiovinos irrem Spiel auf dem Fretless und perlenden Gitarren, die an den ollen Dickey erinnern, geprägt. Beim etwas 'holzig' rumpelnden Rock-A-Rolla "Like A Puma" kann allerdings auch ein sehr cooles, kurzes Sax-Solo nicht mehr allzu viel retten. Da kommen wir doch mal lieber zu den eingangs erwähnten Cover-Versionen...
Pops Staples blickte bereits auf 78 Lenze zurück, als er "Hope In A Hopeless World" schrieb. Die Nummer wurde gleich zweimal - in sehr unterschiedlichen Interpretationen - zum Hit: 1993 von Paul 'Pausebäckchen' Young und 1997 via Widespread Panic. Die Version von RC And The Moonpie Band steht da in nichts nach, was vor allem an RCs Ehefrau und Duettpartnerin Lorette Christian liegt. Den Southern Soul des Schöpfers Tommy Castro verströmt "Lonesome And The Come" gleich eimerweise. Den Vogel schießt aber der Prince'sche Superhit "Kiss" ab, dessen akustische Gitarrenparts ein tolles Flamenco-Feeling aufkommen lassen. Dixons flott interpretiertes "Wang Dang Doodle" beweist, dass man Tradition eben auch spinnwebenfrei in die Moderne transferieren kann.
Nachdem man sich - zugegebenermaßen zunehmend genervt - durch etwa sechzig tonlose 'Tracks', alle vier Sekunden 'lang', geklickt hat, wird man dann mit dem sehr aparten Hidden Track "Funky Carolina" entschädigt. Diese 'funkige' Schönheit hätte man allerdings keineswegs zu verstecken brauchen...
RC And The Moonpie Band ist mit "Individually Wrapped" ein viel versprechendes Debüt gelungen. Authentische Roots-Musik, wie sie eben (nur) südlich der magischen Mason-Dixon Line entspringen kann...
Line-up:
The Moonpie Band:
Robert 'RC' Christian (vocals)
Robert Marlowe (guitar)
Mike Logiovino (bass)
T Bone Betourney (drums)
Russell Pleasants (backing vocals)
Additional Musicians:
Debby Gore (keyboards - #4,6,10,13)
Gary 'Pope of Shallote' Pope (slide guitar - #1,3)
Dale MacPherson (harp - #1,12, background vocals - #8)
Lorette Christian (vocals - #4,6)
David Hood (sax - #11)
Jeff Cochran (guitar, background vocals - #8)
Mike Provenzano (keyboards - #6)
| Tracklist |
01:F In Funk (3:19)
02:Country Girl (3:24)
03:Squeeze Play Blues (3:58)
04:Hope In A Hopeless World (4:58)
05:Sweet Tooth(3:44)
06:I Wouldn't Treat A Dog (3:42)
07:Hey Yeah (3:19)
08:Lonesome And Then Some (4:40)
09:Kiss (4:33)
10:Viagra (5:41)
11:Like A Puma (2:40)
12:Wang Dang Doodle (3:24)
13:Funky Carolina [Hidden Track] (3:04)
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