Richtaste / Same
Richtaste Spielzeit: 38:42
Medium: CD
Label: Politur/Membran, 2007
Stil: Pop Rock

Review vom 27.05.2007


Michael 'Mike' Schröder
»Richtaste stehen für schweizerische Gelassenheit, gepaart mit unbändiger 'Power to Rock'«.
So lautet die Einleitung des Info-Blattes, das der Debüt-CD von Richtaste beiliegt. Na dann wollen wir uns doch mal selbst ein Urteil bilden.
Sound- und ausstattungsmäßig passt schon mal alles. Klingt gut und sieht recht ordentlich aus, auch wenn die Lyrics etwas klein geraten sind, so dass einige der älteren Rockfans sicherlich eine Sehhilfe benötigen werden.
Nach dem ersten Durchhören des Albums überlege ich verzweifelt, wo ich diese Art von Musik schon mal gehört habe. "Mmm Mmm Mmm Mmm", ja genau, jetzt hab ich's: Crash Test Dummies heißt die Band, die mir unweigerlich in den Sinn kommt. Gesanglich bewegt sich Stefan Fankhauser (guitar, vocals) ganz nah an der Stimme von Brad Roberts, und auch musikalisch sind die Jungs gar nicht so weit von den CTD entfernt. Hier und da ein Schuß Liquido und die Mucke von Richtaste ist ganz gut umschrieben.
Der "Party King" geht, als Opener, schon mal recht ordentlich ab. Klingt zwar ziemlich kompakt, aber nicht schlecht. "Postcard From Heaven" kommt dagegen vergleichsweise kitschig daher, auch wenn die Gitarrenriffs versuchen, den Song noch aus dem Feuer zu reißen, verhindern die Keyboards dies genauso wie der liebliche Gesang. "One-Way Street" ist wieder etwas rockiger angelegt, was an der guten Gitarrenarbeit und den akzentuierten Drums liegt. Solche Songs hätte ich gerne öfter auf diesem Album gehört. "Sometimes" bleibt gut in den Gehörwindungen hängen und tut niemandem weh. Auch hier könnte es etwas rauer und dreckiger sein. Da fehlen einfach die Ecken und Kanten, die gute Rockmusik ausmachen.
Richtige Gitarrensoli sucht man auf diesem Album vergebens, auch wenn die Klampfen recht ordentlich im Hintergrund riffen. Dafür bleiben die Hooklines gut im Ohr hängen. Als Anspieltipp würde ich den "Party King", "One-Way Street" und "Turning Point", das die Pianoeinleitung aus der Dallmayr-Werbung stibitzt hat und mit Liquido-Synthisound weitergeht, empfehlen.
Fazit: »Richtaste stehen für schweizerische Gelassenheit, gepaart mit unbändiger 'Power to Rock'«.
Die Gelassenheit kann ich den Schweizern durchaus attestieren, aber die unbändige 'Power to Rock' stelle ich mir doch etwas anders vor. Trotz der genannten Kritikpunkte ist das Debüt-Album der Schweizer alles andere als schlecht geworden. Da ist mit Sicherheit noch Luft nach oben. Eine Prise mehr Rock und etwas weniger Pop hätte der Platte genausogut zu Gesicht gestanden, wie ein wenig mehr Spielzeit.
Line-up:
Stefan Fankhauser (vocals, guitar)
Mathias Nadenbousch (guitar)
Roger Vez (bass)
Marc Gasser (drums)
Reto Gasser (keyboards)
Tracklist
01:Party King
02:Postcard From Heaven
03:Speech
04:Effin' July
05:You Can't Do It Right
06:Simple Song
07:Grounded Angel
08:Turning Point
09:Fly Away
10:Footsteps
11:One-Way Street
12:Sometimes
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