'Róisín' - die Rose, da bin ich einmal gespannt, ob die Tochter der berühmten irischen Sängerin Mary Black alle Attribute dieser Blume aufweisen kann. Gleich zu Beginn scheint man sich in Richtung Irish Folk zu bewegen, bis dann plötzlich das Schlagzeug einsetzt und diversen weiteren Assoziationen Raum geboten wird. Da klingt es dann nach Enya, nach Kate Bush, nach Folk Rock und Popmusik.
Das wird kein typisches Folkalbum, das steht schnell fest. Grundsätzlich führt die Musik von Róisín O in eine ganz andere Richtung als die der Mutter, obwohl sich jedoch dann, wenn sich manche Elemente aus dem Bereich Singer/Songwriter einschleichen, gewisse Annäherungen ergeben. Im zweiten Stück wird das ein wenig aufgegriffen und nach dem eher recht oberflächlich gestalteten Eröffnungstitel wird nun mehr Substanz geboten.
Flächige Keyboardsounds sorgen für angenehme Stimmung und Wohlklang. Trotz des Einsatzes von akustisch ausgerichteten Instrumenten ist die Musik letztlich stark von elektronischen Eindrücken geprägt. So wirkt sich dieses Klangbild dann bei einigen Titeln etwas störend dahingehend aus, dass dadurch viel von der Natürlichkeit der Musik verloren geht. Gelegentlich eingestreute Pianotupfer wie auf "Climb High" ändern daran nicht unbedingt viel. Nimmt man sich aber ein wenig zurück, wie auf "How Long", dann kommt die gute, klare Stimme der Protagonistin auch deutlich besser zum Ausdruck.
"Hold On" - endlich kommen nun auch einmal Geigen prominent zum Einsatz und entführen den Song in eine träumerische Atmosphäre, und dazu noch die irischen Trommeln bei "Filled With Snow" (in etwa wie beim bekannten "Riverdance"), dann entfaltet sich eine Stimmung, wie sie der ganzen Platte sicher gut getan hätte. So etwa bei der zur Schau gestellten Dramatik auf Titeln wie "Hold On". "You Owe Me A Drink" - ja, dieser Riff auf der Akustischen erinnert mich sogleich an "Pinball Wizard" von den Who. Dieser Song ist auch ein relativ stark poporientiertes Stück geworden.
Ganz ruhig hingegen werden wir mit dem Titeltrack verabschiedet. Was dieser Platte letztendlich fehlt, ist eine Einheit oder überhaupt ein Profil, mit dem sich Róisín O jetzt schon behaupten könnte. Aber zumindest ist es vielversprechend, was die Band hier abliefert.
Line-up:
Róisín O (vocals, dulcimer, backing vocals)
Brian Murphy (bass, backing vocals, vocals - #8, guitar - #11)
Alan Joseph Tully (guitars, citern, backing vocals)
Ruth O'Mahony Brady (keyboards, synthies, organ)
David Hingerty (drums, percussion)
Darren O'Reilly (drums - #2, background vocals - #2)
Richard George (violin - #2,6,7)
Tony Woollard (cello - #2,6,7)
| Tracklist |
01:Here We Go
02:Synchronicity
03:Climb High
04:How Long
05:Filled With Snow
06:Hold On
07:Let's Find Some People
08:Tea Song
09:You Owe Me A Drink
10:Find The Light
11:The Secret Life Of Blue
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