Derek Sherinian ist 1999 bei Dream Theater ausgestiegen und dürfte bei den Prog Metal-Göttern den größten Bekanntheitsgrad erlangt haben. Dabei spielte er auch in der Alice Cooper-Band und drückte für Kiss im Hintergrund die Tasten.
Mit "Blood Of The Snake" legt uns der Tastenkünstler sein 5. Solo-Album vor. Dieses ist in der Tat wieder etwas ganz Besonderes geworden. Was uns hier erreicht, ist eine Mischung aus progressiven, harten Tönen, aber auch anderweitige Themen, wie Jazz-Fusion und ein bisschen Pop werden von Sherinian verabreicht. Zehn Songs, davon acht instrumental. Die Musik kann oberflächlich betrachtet sehr sperrig sein, wer allerdings genau hinhört, der wird feststellen, dass die Tracks allesamt kompositorisch von erster Güte sind. Dafür sorgt neben dem Solo-Künstler auch die illustre Schar an Gastspielern.
Sherinian spielt sein Keyboard ohnehin sehr stark an die Gitarre angelehnt, das übrige Gefrickel übernehmen auf dieser Scheibe Yngwie Malmsteen und kein Geringerer als der alte Weggefährte John Petrucci ( Dream Theater). Die Band huldigt darüber hinaus auch anderen Größen wie Ozzy Osbourne, indem Zakk Wylde bei "Man With No Name" neben der Gitarre auch die Gesangsparts übernommen hat. Frappierend ist die Ähnlichkeit, die dabei heraus gekommen ist. Das Stück wurde von Sherinan zusammen mit Brian Tichy geschrieben.
Zum Abschluss gibt es auf diesem Silberling das Highlight schlechthin. Die Idee stammte aus einer kleinen Jam-Session mit Billy Idol, als dieser Mungo Jerrys "In The Summertime" ansang. Dieser Welthit wurde nun neu aufgenommen und an der Gitarre hat sich der gute alte "Slash" verdingt. Dies gibt dem Song natürlich eine ganz besondere Note und selbstverständlich hat Billy Idol das Cover eingesungen.
Das Album hält noch weitere Überraschungen parat. So sind z.B. ausgeprägte Saxophon-Töne zu hören. Die Idee zu "Prelude To Battle" kam Derek Sherinian übrigens nach eigenen Angaben bei der Betrachtung eines Gemäldes seiner Großeltern. Dieses zeigt eine Schlacht aus der Zeit des Völkermordes der Türken an den Armeniern.
Insgesamt ist "Blood Of The Snake" ein sehr abwechslungsreiches Album geworden. Es richtet sich an Freunde der ausgeprägten Instrumentalisierung, die besonderen Wert darauf legen, dass die teilnehmenden Künstler ihr Instrument beherrschen und dieses auch zur Schau tragen. Derek Sherinian wird übrigens auch weiterhin mit Planet X arbeiten, hier soll im kommenden Jahr eine neue CD auf den Markt kommen. Wer neugierig auf die Solo-Scheibe geworden ist, kann sich im Übrigen auf der Homepage des Künstlers ein Bild an Hand der angebotenen Hörproben machen.
Line-up:
Derek Sherinian: Keyboards
Featuring:
Billy Idol: Vocals
Zakk Wilde: Guitars, Vocals
Slash: Guitars
Yngwie Malmsteen. Guitars
John Petrucci: Guitars
Tony Franklin: Bass
Simon Phillips: Drums
Brian Tichy: Drums
Spielzeit: 52:59, Medium: CD, InsideOut, 2006, Prog Metal
1:Czar Of Steel (6:01) 2:Man With No Name (Feat. Zakk Wylde) (6:53) 3:Phantom Shuffle (4:20) 4:Been Here Before (4:29) 5:Blood Of The Snake (6:09) 6:On The Moon (4:34) 7:The Monsoon (6:05) 8:Prelude To Battle (2:55) 9:Viking Massacre (4:58) 10:In The Summertime (Feat. Billy Idol; Slash) (6:32)
Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, 26.07.2006
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