Ken Stacey / I Will Still Be Me
I Will Still Be Me Spielzeit: 45:26
Medium: CD
Label: Eigenproducktion, 2008
Stil: Pop Rock

Review vom 18.12.2008


Wolfgang Giese
Ganz besondere Musik...
Das interessante ist, dass man spontan und willkürlich nicht gleich eine 'Schublade' für Stacey findet.
Und das ist es eigentlich, was Musik und auch die vorliegende Produktion hinsichtlich dessen ausmacht, nun doch einmal genauer drauf zu schauen.
Stacey, der einst u.a. als Backgroundsänger für Elton John, dessen Musiker auch hier beteiligt sind, beschäftigt war, hat mit dieser Platte sein Debütalbum vorgelegt - und gleich ein Vortreffliches.
Im weitläufigen Sinne ist das Popmusik, wie sie ihrer Natur nach kaum in die Charts kommen kann, denn dazu ist die Musik einfach nicht 'oberflächlich' genug. Hier ist eher der Geist vergangener Tage zu spüren, da mehr Wert auf gute Kompositionen und Arrangements gelegt worden zu sein schien.
So ist es nicht verwunderlich, dass mir als erste Assoziation die Beatles einfallen, nein - Stacey klingt nicht nach den Beatles, er erinnert mich nur daran, was McCartney einst an schönen Stücken vorlegte, die noch voller kleiner feiner Ideen steckten.
Und Stacey trägt seine selbst geschriebenen Stücke mit einer sehr harmonischen, weichen und sehr angenehmen Stimme vor, mit der er bisweilen regelrecht 'spielt'.
Der zweite Track, "Only Love", wurde in den USA für die Sendung "American Idol" ausgewählt. Eine Jury hatte ihn für entsprechend gut befunden, und das unter Tausenden für die TOP 20.
Ansonsten handelt es sich um eine sehr abwechslungsreiche Mischung von Songs - einer meiner liebsten ist gleich der erste: "So Damn Beautiful", das sich eingängig, mit sanftem Appeal und sehr intelligentem Arrangement, in den Gehörgängen festsetzt - toll!
Das "American Idol"-Stück ist wohl eine echte Popnummer mit Hitpotenzial, selber mag ich es nicht so gern, es fällt für mich zu den aus meiner Sicht ansonsten besser arrangierten Tracks etwas ab, da hat Stacey wohl doch mehr auf die Charts geschielt, und gönnen würde ich es ihm auch.
"I Will Still Be Me" ist für mich ein weiterer Höhepunkt der Platte, mit sehr schönen Vokalharmonien und viel Abwechslung - eine Freude, sich darauf einzulassen, ein wahrer Hörgenuss, wie ich finde, vielleicht das am meisten an die Beatles (der mittleren bis späteren Phase) erinnernde.
"Rain" etwa ist von dem Kaliber solcher Musik, wie ich sie von Bands wie Crowded House kennen und lieben gelernt habe - auch sehr stark und eingängig. Im übrigen war Stacey auch als Leadsänger der progressiven Rockband Ambrosia aktiv.
Fazit: Wunderbar gestaltete filigrane Popmusik mit leichten Rock- und Singer/Songwriter-Anteilen, mit feinen kompositorischen Nuancen, wie ein perlendes eingestreutes Piano, wie dezent und treffend eingesetzte Streicher- und Background-Vocal/Chor-Arrangements, oder auch mal ein Akkordeon, das ist alles wohldurchdacht, das hat sehr hohes Niveau.
Richtig promotet, könnte Stacey einen hohen Wert auf der Beliebtheitsskala erreichen.
Line-up:
Ken Stacey (lead & background vocals, guitars, bass, B3)
Bruce Watson, Davey Johnstone (guitars)
David Walsh (gitars, mandolin)
Joe Laquinto, Bob Birch, Lance Morrison (bass)
Arlan Schierbaum (keyboards, accordion)
Alex 'Ace' Baker (keyboards)
Windy Wagner (piano, chamberlin flute, background vocals)
Guy Babylon (piano, strings, Percussion)
Herman Matthews, Graham Ward, Nick Vincent, Matt Laug (drums)
Greg Leisz (pedal steel)
Stephanie Fife (cello)
Tracklist
01:So Damn Beautiful
02:Only Love
03:She Is
04:I Will Still Be Me
05:Innocent Poison
06:Rain
07:Enemy Within
08:Shine
09:The Long Road
10:Necessity
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