Paul Sabu / Strange Messiah
Strange Messiah Spielzeit: 41:05
Medium: CD
Label: AOR Heaven, 2007
Stil: AOR

Review vom 29.08.2007


Felicitas Köhler
Eigentlich denke ich oft und gern an die achtziger Jahre zurück. Viele Bands und Solisten erlangten wahren Kultstatus, zogen sich jedoch später immer mehr aus der Musikszene zurück, was ich sehr schade fand.
Produzent, Sänger, Songschreiber und Gitarrist Paul Sabu - der mit Sicherheit all denen, die sich mit der AOR-Szene beschäftigen, kein Unbekannter ist - gehörte nicht zu denen, die tatenlos blieben. Wenn er solo keine Alben veröffentlichte oder aber mit diversen Bands wie zum Beispiel Only Child musizierte, arbeitete er anderweitig mit Künstlerkollegen zusammen. So lieferte Mr. Sabu zum Beispiel seine Beiträge als Knöpfchendreher oder Komponist für die Scheiben von Joe Lynn Turner,
David Bowie, Alice Cooper, Little Caesar, Lee Aaron, Madonna, Malice, Robbie Neville, Silent Rage, The Nelsons, Shania Twain, John Waite uva. Und auch zu Filmen und Serien schrieb er den Soundtrack. Ein Tausendsassa also.
Äußerlich hat sich der Kalifornier nicht groß verändert, trägt er doch noch immer die im 80er Jahre-Look gestylte Haarpracht.
Musikalisch aber weiß man nicht, ob er lieber Blues Rock machen oder dem guten alten Hard Rock treu bleiben will.
Ich für meinen Teil stehe auf ausdrucksstarke Vocals, und wenn dann noch der Sound dazu richtig passt, bin ich vollends begeistert.
Sabus Stimme hat mich bisher jedoch nicht unbedingt überzeugt. Für meine Begriffe schreit er mehr, als dass er singt. Das aber ist, wie so vieles im Leben, reine Geschmacksache.
Klar war ich gespannt, was er auf seiner neuen CD "Strange Messiah" zu bieten hat. Paul Sabu suchte sich nämlich in Michael Voss (Mad Max, Casanova) einen routinierten Produzenten. Dazu bekam er prominente musikalische Unterstützung von Leuten wie Bassman Matthias Rethmann (Lee Z), Drummer Gereon Homann (Eat The Gun), Gitarrist Michael Voss, der die Scheibe also nicht nur produzierte, sowie den Leadgitarristen Ralf Heyne (Biss), Thorsten Koehne (Demon Drive) und Angel G. Schleifer (Bonfire, Pretty Maids).
Mit diesem Aufgebot an Top-Musikern kann doch eigentlich gar nichts schief gehen - denkt man.
Gleich der Titelsong, "Strange Messiah", beginnt etwas mystisch, ehe dann die Rockkeule ausgepackt wird. "Ashes of Wrong" kann man als Anspieltipp durchgehen lassen. Dieser erinnert mich in einigen Passagen sogar stark an Dio. Zwischendurch gibt es auch einfache, nette Rockstücke, wo der Gesang von Paul Sabu nicht so dominant ist und was somit meinen Ohren gut tut. Gewürzt sind diese mit einzelnen kleinen Soloparts der Mitmusiker sowie Backgroundgesang, der wunderbar dazu passt.
Bei den folgenden Songs hat man dann aber leider das Gefühl, diese verkommen zunehmend zum Einheitsbrei. Dazu nervt Paul Sabu mit 'singendem Schreien'. Schade eigentlich.
Fazit: Musik bleibt Geschmacksache, ich rate jedoch denjenigen, die mit Sabus Werken nicht vertraut sind, dringend, "Strange Messiah" vor dem Kauf anzutesten.
Für seine Fans aber ist die Scheibe eh Pflichtkauf.
Line-up:
Paul Sabu (Gesang, Gitarre)
Matthias Rethmann (Bass)
Gereon Homann (Schlagzeug)
Ralf Heyne (Leadgitarren)
Angel G. Schleifer (Lead-, Slidegitarren)
Thorsten Koehne (Leadgitarren)
Michael Voss (Backgroundgesang, Gitarre, Produzent)
Tracklist
01:Strange Messiah
02:Dangerous Behaviour
03:Blow By Blow
04:Ashes Of Wrong
05:Fighting To Die
06:Headbangers
07:Hey Look (But Don`t Touch)
08:Piece Of My Heart
09:Jack Of All Trades
10:Rock Your World
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