Sculpted / Same
Same Spielzeit: 21:30
Medium: EP
Label: Eigenproduktion, 2009
Stil: Melodic Death Metal

Review vom 07.02.2010


Marius Gindra
Soso! Da kommt mir ganz ahnungslos diese neue Demo in den Briefkasten geflattert und das erste, was man sofort sieht, ist ein grieseliges, mies computeranimiertes Cover (jawoll, lang lebe die Freihandzeichnung) und ein geklauter Schriftzug: Jepp, genau: Auf den ersten Blick fällt mir sofort auf, dass die vier Buben aus dem westfälischen Lippstadt, die ihre Combo 2007 wie Phoenix aus der Asche erhoben, das Logo ein bisschen von der Gelsenkirchener Power Metal- Kultband Scanner klauen (oder es zumindest daran anlehnten).
Also wird die vier Tracks umfassende Silberscheibe mal neugierig ins CD-Fach geschoben und die Regler nach oben gedreht. Aber schon der erste Höreindruck bestätigt wieder, wie schon des Öfteren, meine Vorurteile: Mega tief gestimmte Gitarren und der Sänger (Milli Militzer) brummelt, röchelt und gröhlt sich in nervigster In Flames- für-Arme-Manier (selbst das Original ist schon schlimm genug) sinnlos einen ab. Okay, Groove und musikalisches Können besitzen alle Songs, diese klingen jedoch einfach viel zu monoton und wie eine 3. Liga-Kopie von eh schon nervigen Modern Metal-Bands.
Wo auch der richtige Thrash, der Power Metal (ganz besonders der) und der gute alte Rock'n'Roll rauszuhören sein soll, Stilarten, die alle drei im 'Waschzettel' erwähnt werden, weiß ich wirklich nicht. Vielleicht haben die Herren andere Auffassungen von den genannten Stilen als ich oder denke ich mal wieder: Thrash Metal = Overkill / Sodom / Violent Force, Power Metal = Omen / Jag Panzer, guter, alter Rock'n'Roll = Motörhead? Es wird bis in die nächste Eiszeit ein Geheimnis bleiben.
Gut, jetzt aber noch einmal kurz zurück zu der Musik: Professionelle Hilfe holte man sich von Soundtechniker Achim Köhler, der auch für bekannte Combos wie Edguy, Primal Fear und Brainstorm arbeitete. Der Sound ist ja auch wirklich der Pluspunkt der Demo-EP. Trotzdem denke ich bei diesen Songs immer wieder an, bei Konzerten dieser Band vor der Bühne rumhopsende, 15-jährige kreischende Mädels sowie im täglichen Kick-Box-Training stehende Jungen, die den wohl nicht sehr zahlreich erschienenen Headbangern das Bier aus der Hand treten. Und ganz ehrlich? Da wird mir einfach nur kotzübel, wenn ich den Verfall meiner Lieblings-Musikkultur, wie in solchen Fällen, sehe.
Nachdem ich mich dann auch 21 Minuten lang durch diese Demo gequält habe, kann ich endlich wieder heroische Melodien auflegen, gestartet von mighty Manilla Road. Nun weiß ich wieder: Der wahre Heavy Metal wird niemals sterben, alles andere sind Trends, kurzlebiges Aufbäumen. NIX anderes!
Ach so, ja: wer dennoch diese Musik gerne hört, kann das Ding für 5 € über die Homepage bestellen. Vielleicht habt ihr ja mehr Spaß damit!
Line-up:
Milli Militzer (vocals, guitar)
Michael Brink (guitar)
Jonas Berkenbusch (bass)
Frank Bartscher (drums)
Tracklist
01:Darkfall
02:Headshock
03:Nightmare
04:The Force
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