Seven Nails / Factory Of Dreams
Factory Of Dreams Spielzeit: 71:17
Medium: CD
Label: 7US, 2013
Stil: Symphonic Prog Metal

Review vom 04.06.2013


Jürgen B. Volkmar
Wie der Name schon vermuten lässt: Die Newcomer-Formation Seven Nails schlägt auf ihrem Debütalbum "Factory Of Dreams" fette Nägel in die noch junge Chronik ihres Bestehens. Von der Besetzung her versprechen die Mitglieder eine interessante Palette an vokalen und instrumentalen Klängen.
Interessant ist auf jeden Fall die vokale Seite, die sowohl in männlicher Form von Julian Volkmann präsentiert wird, als auch durch sein weibliches Gegenstück Daniella Marx besetzt ist. Hinzu kommt noch eine Violine, die von der Ausrichtung her auf jeden Fall jede Menge Hörspaß verspricht. Seven Nails bewegen sich auf der melodisch-symphonisch orientierten Schiene, die hier mit deutlicher Schlagseite zum Progressive Metal ausgerichtet ist. Man muss natürlich vorab sagen, dass die Genre-Fans, beeinflusst von Nightwish, Within Temptation und diversen anderen Interpreten, äußerst verwöhnt sind und daher an jeden neuen Output entsprechende Erwartungen stellen.
Zumindest machen die Newcomer aus Süddeutschland nicht den Fehler, sich an den bekannten Szene-Größen zu orientieren, sondern besinnen sich auf eigene Ideen. Vorab kann man ohne weiteres feststellen, dass das Songwriting dem Anspruch genügt. Jedoch fehlt es den Songs noch etwas an der entsprechenden Zündkraft - daran muss im Kreativitätscenter noch gearbeitet werden. Festzustellen ist aber auf jeden Fall, dass die beiden Damen gesanglich die obere Liga locker bedienen können und dazu beitragen, dass die Mehrzahl der Kompositionen locker durch die Rock-Antenne rauschen.
Glücklicherweise sind hier keine Einzelkämpfer am Werk, so dass das Soundbild einen einheitlich expressiven Wirkungsgrad entfalten kann. Der Namensgeber "Factory Of Dreams" ist mit symphonisch-traditionellem Anspruch aufgebaut, bei dem die beiden Vokalistinnen, ohne in Kitsch abzugleiten, die richtige Art von Spannung aufbauen, die der Komplexität der Melodie die richtige Aufmachung verleiht. "Next Page", mit dezenter Progressive Metal-Fassade und ohne eskalierende Riff-Attacken, unterstützt das Gesamtbild durch präzise gespielte Takte ohne sich dabei großartig an die Vorbilder anzulehnen.
Seven Nails erstarrt glücklicherweise nicht in irgendwelchen Klischees und glänzt dadurch mit erfreulicher Eigenständigkeit, die allerdings noch ausbaufähig ist. Wichtig ist jedenfalls, dass die klare Ausrichtung beibehalten werden sollte und keine Wanderung zwischen den Welten stattfinden darf. Entweder wird der Progressive-Einfluss songdienlich im Sinne des Gesamtwerks eingesetzt, oder der symphonische Anteil wird der Dreh- und Angelpunkt.
Solange der instrumentale Ausflug harmonisch ohne Zwischenspiele angeboten wird, ist eine Konstellation von sieben Musikern durchaus als kreative Bereicherung zu bewerten. Als Debüt haben die Süddeutschen ein funktionierendes Album abgeliefert. Bombast und synthetische Leere bleiben außen vor und symphonisch-kraftvolle Mischungen sind in den 71 Minuten Spieldauer genug enthalten. Genug Kreativität ist jedenfalls erkennbar und die Songstrukturen können in der Gesamtbewertung als zeitgemäß modern bezeichnet werden. Das ergibt für den ersten Anlauf schon ein Kompliment und ist zugleich eine Verpflichtung für den nächsten Silberling.
Line-up:
Daniela Marx (vocals)
Julian Volkmann (vocals)
Marion Hüttl (violin, vocals)
Tim Lobitz (guitar)
Mathias Schmid (guitar)
Leonid Reinhardt (bass)
Johannes Auer (drums)
Tracklist
01:Intro
02:Factory Of Dreams
03:Next Page
04:Frozen Blue
05:Pharaoh's Call
06:Behind Your Mirror
07:Prisoner Of My Own
08:The Way To The Butterflies
09:Let Me Breathe
10:Masquerade
11:Phantoms
12:Choose Your Weapons Right
13:Eyes Of Medusa
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