Slik Helvetika / Hafnium
Hafnium Spielzeit: 37:04
Medium: CD
Label: H'Art, 2009
Stil: Glam Metal

Review vom 29.11.2009


Marius Gindra
"Slik Helvetika" aus Pennsylvania waren mir bisher ein unbeschriebenes Blatt, wurden allerdings bereits 2004 gegründet, veröffentlichten 2005 ein gleichnamiges Debütalbum, welches dem Cover nach zu urteilen ziemlich traditionellen 80er-Metal beinhaltete und daraufhin im Jahre 2007 eine EP namens "Krypt Kicker 5" (ich möchte mich für die tolle Info übrigens bei meiner Stammseite bedanken, aufgeschlossene Metaller sollten diese Internetseite unbedingt anchecken).
Nun veröffentlichen die drei Herrschaften aus good old Amiland eine CD mit dem Namen "Hafnium" (Chemiker unter euch werden den Begriff kennen, Sänger Mikhall erklärt ihn folgendermaßen im beiliegenden Infoblatt: »Hafnium ist ein chemisches Element, das ein paar einzigartige Merkmale in Bezug auf die Molekularstruktur hat, gelegentlich radioaktiv ist und verschiedene sich wandelnde Stadien hat.«).
Um mal weg von der verlaberten Chemiestunde und zum Cover zurückzukommen: Ich habe selten so ein dämliches Teil gesehen, schlecht computeranimiert und absolut steril wirkend. Einfach grausam! Aber gut, was ja zählt, findet man auf dem innen liegenden Silberling.
Angepriesen wird es als »klassischer Metal«. Ich jedoch höre hauptsächlich Glam Metal aus den Songs heraus - besonders starke Anleihen an Mötley Crüe (hautpsächlich im Gesang von Sänger Mik 'Mikhall' Myers höre ich immer wieder Parallelen zum Original Crüe-Sänger Vince Neil) und Poison (beide werden im Infoblatt auch als großer Einfluss bezeichnet).
Das Ganze bekommt noch ziemlich süßliche Melodien verliehen, klingt mir dadurch aber etwas zu 'brav'. Immerhin bevorzuge ich von Mötley Crüe eher die metallischeren Klänge der ersten beiden Scheiben ("Too Fast For Love" und "Shout At The Devil").
Poison waren dagegen noch nie wirklich mein Fall. Abgesehen von der ersten Platte, "Look What The Cat Dragged In", und ein wenig von "Open Up And Say...Ahh!".
Gerade die Produktion klingt sehr zeitgemäß und dürfte 80er-Jahre-Fetischisten etwas abschrecken, mir geht das Ganze nämlich auch durch das extrem dröhnende Gewummer des Sounds dauerhaft leicht auf die Knödel, aber man kann es ja nicht jedem Recht machen und so findet der Sound sicherlich seine Freunde. Songs wie "Misery" und "Money Tree" dürften auf jeden Fall Fans von Mötey Crüe zu "Dr. Feelgood"-, "New Tattoo"-Zeiten wie frisch gezapftes Bier runter laufen und für den einen oder anderen Begeisterungssturm sorgen.
Ich jedoch finde es um so erschreckender, eine solche Platte zu hören, wenn mir bewusst ist, dass der Bassist dieses Albums einmal bei Quiet Riot gespielt hat. Aber das steht nun mal auf einem anderen Blatt, denn schlecht ist "Hafnium", abgesehen von ihrem besagten Cover, beileibe nicht. Die CD dürfte halt lediglich bei der Fangemeinde des 80er-Jahre-Glam Metals zwiespältige Reaktionen hervorrufen.
Wer es genau wissen will, kann sich ein besseres Bild unter der bandeigenen MySpace-Seite machen.
Line-up:
Mik Myers (vocals, guitars)
Kjell Benner (bass)
Mark Bennett (drums)
Tracklist
01:Misery
02:Money Tree
03:Heal Me
04:Burnt
05:Your Self
06:Hafnium
07:Reign
08:Wide
09:Fremd Gehirn Fressen
10:Cadaver
11:King of Nowhere
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