Squackett / A Life Within A Day
A Life Within A Day Spielzeit: 46:17
Medium: CD
Label: Esoteric Records, 2012
Stil: Prog Rock

Review vom 30.07.2012


Steve Braun
Manchmal muss man ein Album vor der Besprechung zwanzigmal und mehr hören, ehe man sich ein Urteil zutraut. Schmerzensgeldpflichtig ist das in den Fällen, in denen einem die Musik so gar nicht gefallen will, denn ein 'Verriss' muss bzw. sollte in der Regel gut begründet sein. Einen Antrag auf 'Schmerzensgeld' muss ich nach eingehendem Studium von Squacketts Erstling, "A Life Within A Day", garantiert nicht bei der RockTimes-Chefetage einreichen - die Scheibe macht eher ratlos... denn (um das Fazit ausnahmsweise mal vorzuziehen) jeder Song ist zumindest gefällig, einige sogar stark, die Arrangements sind keineswegs überfrachtet und die Produktion ist selbstredend - wie man es von zwei 'Proggies' erwarten darf - exzellent. Aber 'Vernügungssteuer' fällt auch nicht an...
Man stecke Genesis und Yes - in persona Steve Hackett und dem umtriebigen Chris Squire (zu denen man nun wirklich keine erklärenden Worte mehr verlieren muss) - in ein Studio, verbandele die beiden Namen auf ...[nööö, ich sag's besser nicht]... Art und Weise und ein immenses Vorab-Medienecho ist garantiert - eine entsprechende Erwartungshaltung allerdings ebenfalls! Das Endergebnis wird dieser aber nicht gerecht - die beiden Protagonisten konnten oder wollten sich nicht aus ihrem Kontext lösen und deshalb ist "A Life Within A Day" vorhersehbar, wenig spannend oder gar inspirierend.
Dabei beginnt die Platte überaus stark, allerdings scheint danach die Luft raus zu sein: Der Titelsong wirkt wie ein bombastisch arrangiertes Monument, dessen rumpeliger Rhythmus ein wenig an
Led Zeppelin-Großtaten erinnert - im Mittelteil wird's gar etwas free-jazzig, die Streicher bringen gelegentlich orchestrale Momente ein. "Tall Ships" beginnt mit einer Flamencogitarre, bevor eine typisch kernige Squire-Bassfigur einsetzt auf die Hackett akzentuiert einsteigt.
Aber dann ist der Lack bereits ab und "A Life Within A Day" plätschert erstmal (durchaus angenehm hörbar) vor sich hin. Vieles klingt 'geschraubt', selbst die Ecken und Kanten erscheinen konstruiert. Allerdings tauchen immer wieder kleine 'Hinhörer' auf, seien es kurze, bissige Gitarrensoli in "Sea Of Smiles" oder der an "Kashmir" erinnernde Groove von "Storm Chaser".
Erst ganz zum Schluss wird mit dem "Perfect Love Song" noch einmal qualitativ angezogen, aber es fällt auf: Zumeist sind es - wie auch hier - Hacketts Gitarrenbeiträge, die 'an den Eiern packen'...
Der Gesang ist durchgängig als... gewöhnungsbedürftig (um nicht ein drastischeres Wort zu gebrauchen) zu bezeichnen - teilweise wirkt das blutleer, gelegentlich gar lustlos. Das ist ein völlig unverständlicher Umstand, denn für diese zwei renommierten 'Bandleader' hätten namhafte Sänger bestimmt alles stehen und liegen gelassen.
Man merkt der ganzen Angelegenheit den projekthaften Charakter an - es fehlt die 'Seele'... an allen Ecken und Enden. "A Life Within A Day" ist gut konsumierbar und wird aber genauso schnell und eingängig im Plattenregal auf Vielleicht-Nimmerwiedersehen verschwinden. Sehr schade, Squackett (oder soll ich besser Geneyes sagen??) hätte das Potenzial zu mehr gehabt - Chance vertan - es wird wohl eine Eintagsfliege bleiben.
Line-up:
Chris Squire (bass, vocals)
Steve Hackett (guitar, vocals, harp)

Roger King (keyboards, processing)
Jeremy Stacey (drums)
Amanda Lehmann (vocals)

Strings on #1:
Christine Townsend (violin, viola)
Richard Stewart (cello)
Dick Driver (up-right bass)
Tracklist
01:A Life Within A Day (6:36)
02:Tall Ships (6:18)
03:Divided Self (4:06)
04:Aliens (5:32)
05:Sea Of Smiles (5:25)
06:The Summer Backwards (3:01)
07:Storm Chaser (5:27)
08:Can't Stop The Rain (5:48)
09:Perfect Love Song (4:04)
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