Tinyfish / One Night On Fire
One Night On Fire Spielzeit: ca. 140:00 (DVD)
Medium: DVD + CD
Label: Metal Mind Productions, 2009
Stil: Progressive Rock

Review vom 24.10.2009


Daniel Kurfess
Nach der gelungenen Shadowland Live-DVD, aufgenommen im Teatr Slaski in Kattowitz, veröffentlichen Metal Mind Productions mit "One Night On Fire" ein weiteres Konzert des polnischen Progrock-Festivals 2009. Und wie schon bei den ebenfalls von der Insel stammenden Kollegen, fällt auch das Konzert der britischen Prog-Combo Tinyfish vorbildlich produziert aus. Das Bild ist scharf, der Schnitt nicht zu hektisch und der Klang transparent und kraftvoll.
Eine weitere vorteilhafte Parallele zu Shadowlands "Edge Of Night" ist der glückliche Umstand, dass die dargebotene Musik der Band erst durch den ungewöhnlichen Veranstaltungsort - ein bestuhltes mittelgroßes Theater - den richtigen Rahmen erhält. Denn auch Tinyfish laden mit ihren mehrheitlich ruhigen Stücken weniger zum Bangen, Tanzen und Pogen, als viel mehr zum träumerischen Abschweifen und konzentrierten Hinhören ein.
Tinyfish spielen sphärischen, ruhigen Progressive Rock, verfeinert durch subtile, überaus eingängige Melodien und stimmungsvolle Effekte. Interessant sind Robert Ramsays gesprochene Parts, die das Konzert in einen gesellschaftskritischen Kontext stellen. Gerade wer die Formation vorher nicht kannte, wird im Laufe der ersten drei Songs zunehmend neugierig, denn Tinyfish legen einen vielversprechenden Start hin, der auf einen weitgestreckten Spannungsbogen hindeutet. Doch spätestens in Richtung Mitte macht sich zwangsläufig ein wenig Ernüchterung breit. Das konzentrierte Verfolgen von Musik und Texten fällt allmählich schwerer, Emotionalität schwappt über zu Monotonie. Die Qualität der ausgewählten Songs ist zwar über die volle Länge der DVD genauso überzeugend wie die starke Performance der Musiker - aber irgendwann ist die Luft raus und "One Night On Fire" wird zur angenehmen Hintergrundmusik.
Um bis zum Schluss fesseln zu können, fehlen etwas mehr Abwechslung und Tiefe. So jedenfalls lässt sich "One Night On Fire" nur häppchenweise konsumieren, ohne Abnutzungserscheinungen zu zeigen. Oder eben als musikalische Untermalung für einen heimeligen Winterabend. Freunde atmosphärisch sanfter Prog-Musik mit Texten, die zum Nachdenken anregen, dürfen bei Gelegenheit gern ein Ohr riskieren. Diejenigen, die sich sowieso zu den Fans der Briten zählen, machen mit dem Kauf der Live-DVD sicherlich keinen Fehler. Für etwa 30 Euro (inkl. Versand, Amazon.co.uk) erhalten sie eine schön aufgemachte DVD+CD-Fassung mit Bonus-Videos, Biografien, einer Diskografie, einer Fotogalerie und Desktopmotiven. Nur das zweiseitige Booklet fällt etwas spärlich aus.
7 von 10 RockTimes-Uhren
Line-up:
Robert Ramsay (voice)
Paul Worwood (bass)
Simon Godfrey (lead vocals, guitar)
Leon Camfield (drums, backing vocals)
Jim Sanders (guitar, backing vocals)
Tracklist
01:Honey Nut Loops
02:Motorville
03:The Big Red Spark
04:Build Your Own Enemy
05:Pagodas
06:Wide Awake At Midnight
07:Eat The Ashes
08:The Sarcasm Never Stops
09:Ride
10:Driving All Night
11:Too High For Low Company
12:Cinnamon
13:Fly Like A Bird
14:Nine Months On Fire
15:All Hands Lost (Part 1)
16:Tinyfish
17:All Hands Lost (Part 2)
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