Dass Schweden neben Holzmöbeln auch guten Heavy Metal kann, wissen wir ja nicht erst seit gestern. Ebenso wissen wir nicht erst seit gestern, dass zu den guten Vertretern dieses Genres aus dem Land der Blondinen neben
Tad Morose auch die Jungs von
Bloodbound gehören. Und zwei dieser Jungs haben sich nun auf dem Weg gemacht, eigene und neue Ideen zu verfolgen: Sänger
Urban breed und Trommler
Pelle Åkerlind sowie ex-
Tad Moroser Daniel Olsson. Zusammen formierte man
Trail Of Murder und spielte recht schnell einen Haufen Songs ein, von denen es dann ein Dutzend auf das Debütalbum "Shades Of Art" schaffte. Erst nachdem alle Tracks abgemischt waren, begab man sich auf die Suche nach weiteren Musikern für eine 'richtige' Band. Da die drei Gründungsmitglieder auch firm im Bass-Spielen sind, hatte es für die Aufnahmen keine zwingende Notwendigkeit gegeben, schon dafür einen Basser anzuheuern. Mit
Hasse Eismar war ein weiterer Gitarrist gefunden und da dieser Soundclips auf Facebook verbreitete, kam ganz schnell sein alter Kumpel
Johan Bergquist aus den Büschen und bedient seither den Tieftöner - klingt alles nach anstehender Tour.
Zwölf Songs hat man also rausgehauen und dabei eine Mischung kreiert, die den oben angegebenen Begriffen der Klassifizierung im Grunde nicht gerecht wird. Beim Opener und Titelsong "Shades Of Art" bekommen wir kraftvollen Metal geboten, der gleichzeitig mit einem eindrücklichen und eingängigen Gesang aufwarten kann. So muss man einen zünftigen Einstieg in eine Platte gestalten. In Spurenelementen drängt sich mir eher ein Eindruck von Stadion Rock denn Power Metal auf. Dieses wird allerdings bei "Carnivore" wieder etwas relativiert, wenngleich auch die Gesangsharmonien in Teilen sehr melodiös gehalten sind. Dieses trifft in der Regel beim Refrain auf, wo wir mit mehrstimmigem Gesang das harte Riffing überlagern. Zwischendurch lockern feine Ausflüge auf der Sechsaitigen das Konstrukt immer wieder auf. Bei "Lady Don't Answer" wende ich mich vom Begriff Power Metal, wie melodic er auch immer sein mag, vollkommen ab. Ist zwar ein Tacken härter als das, was wir früher beim Autofahren so gehört haben, aber Stadion Rock ist es besonders beim Refrain allemal…
"Mab" hingegen powert nach einem etwas eigentümlichen Intro volle Suppe aus den Boxen. Cooles Riff, kräftig und kernig von der Rhythmusabteilung und insgesamt auch eine Spur dreckig, so wollen wir das haben. Fortwährende Double-Bass-Einlagen treiben mit angezogenem Tempo nach vorne. Auch die weiteren Tracks sind gepaart von herrlich melodiösen Gesangslinien und satten Riffs. Zwischendurch gibt es zu unablässigem Gewummer auf dem Bass immer wieder feine Läufe auf der Gitarre. Keine Frage, das ist erstklassig umgesetzt. "Your Silence" hingegen präsentiert sich anfangs recht passend zum Titel in moderater Aufmachung, steigert sich mit einem schönen Spannungsbogen dann aber wieder in die härtere Ecke. Sorry, aber ich muss an Evergrey denken - sind wahrscheinlich nur ein paar Töne, aber frei assoziieren darf man ja.
"Higher" entwickelt sich im Laufe des Durchgangs zu einem richtig guten Heavy Metal-Kracher der melodischen Sorte und auch das folgende "The Song You Never Sang" weiß auf der ganzen Linie zu überzeugen. Bei ""Some Stand Alone" drängen sich mir Assoziationen zu einer Mischung aus
Maiden und
Heaven & Hell auf, rein subjektiv, aber richtig gut. Letzteres Attribut gilt gleichermaßen und ohne Einschränkung für den Rest des Dutzends: Mir ist auch nach mehrmaligem Hören nicht ein einziger Ausrutscher in den Ohren hängen geblieben. Neben drei oder vier eher flotten Tracks bewegt sich die Band überwiegend in Gefilden mittleren Tempos und wartet durch ihre melodischen Einsprengsel mit äußert gefälligem Songmaterial auf. Der Begriff 'gefällig' hat gern etwas von 'ganz nett', aber ich möchte betonen, dass diese Scheibe eher 'ganz groß' ist und für jeden Hörer mit einer Affinität zu melodischen Mixturen aus Metal und etwas AOR eine Kaufempfehlung darstellt. Förstklassig!!