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Bei The Vital Might handelt es sich um ein Trio aus Boston, das mit "Red Planet" das zweite Album vorgelegt hat. Zahlreiche Gäste haben sich mit Backgroundgesängen und dem Einsatz einer Orgel gut eingebracht.
Ein ziemlich eigenständiger, songorientierter Post Rock mit Zutaten aus Grunge, Hard- und Alternative Rock liegt hier vor. In der Regel kann ich mit solcher Musik nicht viel anfangen, hier jedoch machen psychedelische und progressive Elemente die Sache für mich interessant.
Der Leadgesang von Andy Milk kommt kraftvoll, wenn nötig auch gefühlvoll daher, mit seiner Gitarrenarbeit verhält es sich ähnlich. Treibendes Schlagzeugspiel und groovige Bassläufe, die immer wieder aufhorchen lassen, sorgen für solide rhythmische Strukturen.
Inwieweit die Vergleiche mit den Bands The Mars Volta und Radiohead angebracht sind kann ich nicht sagen, da mir deren Musik weitgehend unbekannt ist.
Der Opener "Phantom Spaceman" weiß mit seinem psychedelischen Drive, bedingt durch ein Stakkatoriff und düster anmutende Chorgesänge zu begeistern. "The Truth" bietet nichts weiter als gewöhnlichen grungigen Alternative Rock. Auch die anschließende, gesangsgetragene Ballade "City" weist zähe Längen auf.
In "Trouble" wird dann bodenständig losgerockt. Ein grollendes Riff steht im Wechselspiel mit melodiösen Gesangspassagen, während "Chime" ein spaceig dahinschwebendes Instrumentalstück im Midtempo-Bereich darstellt.
"Saturday" bietet Indie Rock der anspruchsvolleren Sorte mit eingängigen Melodielinien. Das kurze, verträumte "Seasons" leitet über zum zunächst sehr gefühlvollen "5 O'Clock", welches nach einiger Zeit kräftig an Fahrt aufnimmt.
"Superstitious Wish" hält harte Riffs und Ohrwurmmelodien bereit, während im progressiv ausgelegten "The Greatest Man" auch wieder psychedelische Anklänge zum Vorschein kommen. Nach einem elegisch sanften Beginn entlädt es sich in knatternden Gitarrenriffs und Orgelausbrüchen. Neben den Eigenkompositionen bildet eine grungige Coverversion des A Perfect Circle Songs "Sleeping Beauty" den Abschluss des Albums.
Insgesamt gesehen ein ordentliches, handwerklich gut gemachtes Werk, das sich meines Erachtens hin und wieder aber auch in belanglosem Leerlauf verliert.
Das mit nur zwei Seiten sehr spärlich gehaltene Booklet bietet immerhin die Texte der Songs. Klangtechnisch wirkt die Produktion sehr zeitgemäß.
Line-up:
Andy Milk (guitar, vocals)
Evan Kraker (drums, percussion, vocals)
Rick Gauthier (bass)
Guests:
Eli Winderman (organ - #10)
Doug Arsham (additional vocals - #2, 6, 10)
Casey Desmond (additional vocals - #3, 9)
Jennifer Simckowitz (additional vocals - #1)
Nate Nunley (additional vocals - #1)
Courtney Caggiano (additional vocals - #1)
| Tracklist |
01:Phantom Spaceman
02:The Truth
03:City
04:Trouble
05:Chime
06:Saturday
07:Seasons
08:5 O'Clock
09:Superstitious Wish
10:The Greatest Man
11:Sleeping Beauty
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Externe Links:
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