Alexa Woodward / It's A Good Life, Honey, If You Don't Grow Weary
It's A Good Life, Honey, If You Don't Grow Weary Spielzeit: 45:26
Medium: CD
Label: Cottontail Song City, 2012
Stil: Alternative Folk

Review vom 05.05.2012


Wolfgang Giese
Im Gegensatz zum langen Albumtitel sind die einzelnen Songtitel recht kurz gehalten, auch die Texte sind meistens nicht sehr umfangreich. Zumindest den Titel des Albums erklärt Alexa Woodward im Booklet. Dies sei eine Phrase ihrer Urgroßmutter gewesen, die an einer Alzheimer-Erkrankung litt und diesen Satz ständig wiederholte. Die Künstlerin selbst habe sich mit dieser Aussage an trüben Tagen getröstet. Nun sei es an der Hörerschaft, diese gerne anzuwenden.
Alexa singt und spielt Ukulele sowie Banjo. Schaut man auf das restliche Line-up, entdeckt man viele für Countrymusik übliche Instrumente, wie Mandoline, Fiddle oder Autoharp. Aber auch Vibrafon, Synthesizer und elektrische Gitarren kann man entdecken, so dass von einer möglicherweise ungewöhnlichen Mischung auszugehen ist. Diese Vorahnung erfüllt sich auch gleich mit dem ersten Song, wo Vibrafon neben Streicherarrangements und verschachteltem Harmoniegesang stehen - alternativer Folk mit einem gewissen Etwas, so passt das schon.
"Wolves" mit der nach heulenden Wölfen klingenden Einleitung zieht im Tempo an und mit shuffelndem Rhythmus erzählt Alexa: »In my dreams we were wolves, and there was nothing else in the great wide world, so we ate ourselves.« Nicht nur die Texte muten mitunter etwas skurril an, sondern auch die Musik steht abseits bekannter Muster. Und so ist es auch schwierig, einen besonderen Song herauszupicken und als Highlight zu titulieren. Denn die gesamte Platte ist atmosphärisch sehr dicht und von einer mitunter mystischen Ausstrahlung, ein kleiner Ausflug in ein Märchenland. Dabei schwankt die Stimmung zwischen Melancholie, Verträumtheit und Schönheit. Sehr beeindruckend ist für mich die Kombination von Streichern, inklusive des Cellos, traditionellen Instrumenten und dazu der moderne Anstrich mit 'schwelenden' Klängen elektrischer Gitarren. Dazu singt die Dame mit einer ruhigen und beruhigenden Stimme - mehr zurückhaltend als vorpreschend.
Alexa Woodward ist eine interessante Neuentdeckung im Folkbereich und es zeigt sich erneut, wie man über den Tellerrand schauen kann, ohne die Thematik des Grundsätzlichen aus den Augen zu verlieren. Freunde von Leonard Cohen und Nick Drake sowie Folkliebhaber dürften berechtigtes Interesse an dieser Musik zeigen!
Line-up:
Alexa Woodward (vocals, ukulele, banjo)
Linky Dickson (vocals, vibraphone, washboard, percussion, organ, piano, melodica)
Stephen Orsak (vocals, Oberheim, percussion, looping, electric and acoustic guitars)
Adam Rader (piano, vibraphone, organ, electric guitar, dobro)
Lindsey Verrill (vocals, cello, upright bass)
Andrew Pressman (upright bass, electric bass)
Nick Hennies (drums, percussion, triangle)
Trevor Smith (mandolin)
Elizabeth Devlin (autoharp)
Pete Murray (fiddle)
Lauren McMurray (vocals)
Shakey Graves (vocals)
Dan Grissom (vocals)
Tracklist
01:Pale Blue Line
02:Wolves
03:Darkest Days Intro
04:Darkest Days
05:O Tornado
06:Down
07:Elephant
08:Alexander
09:Pillar Of Salt
10:Mister
11:All This Sugar
12:Weary
(all songs written by Alexa Woodward)
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