Während "Can't Wait For Tomorrow" schon mal als leckeres Vorsüppchen Appetit auf den Rest der Scheibe macht, kommt "The Arms Of Belfast" als typisch irische Folk-Nummer rüber. Doch keine Angst, der Song ist kein Vergleich zu den
Kellys, dazu ist seine Stimme zu markant, klingt nach Alk und Nikotin. "Throwin' Dirt" und "Thousands Are Leaving" sind eine Mischung aus Slow Blues und Country. Ich weiß nicht recht, es fällt mir schwer, an den Weichspülern gefallen zu finden. Dafür steigt mein Stimmungsbarometer bei "Hanks Blues" und "Belfast Confetti" wieder steil nach oben. Vor allem der Titeltrack ist eine sehr ansprechende Nummer, klasse Gesangseinlagen gepaart mit eingängiger Melodie auf seiner Konzertklampfe, lassen diesen Song zu einem der Favoriten avancieren. Ein klassisches Piano eröffnet "Angel Of Guile" bis
Ricky mit seiner Akustikklampfe das Zepter in die Hand nimmt. Zwischendurch wird er, außer vom Piano auch von einer Geige begleitet, somit wirkt dieser Song sehr ausgereift und findet, trotz leichtem Country-Einfluss, auch meinen Geschmack. Nun, dass
Warwick ein richtig guter Gitarrist ist, beweist er bei "Punchin' Thunder", das einem
Ezio gleichkommt, dazu passt auch die Mundharmonika, die, von wem auch immer, zielgerecht eingesetzt wird. "Born Fightin'" plätschert da eher vor sich hin, doch der Songwriter legt hier wohl mehr Wert auf seine Textpassagen. Oh, der Wilde Westen lässt grüßen. Denn nun folgt mit "Can't Hurt A Fool" eine Country-Nummer, die bei richtigen Cowboys gut ankommen müsste. Zum Schluss weht mit "If You're Gonna Bleed" ein Hauch von
Johnny Cash durch meine Boxen.
Ricky strapaziert noch mal so richtig seine Stimmbänder, lässt sich unter anderem auch von einer Mundharmonika begleiten, die sich seiner Akustikklampfe glänzend anpasst. Somit bekommt auch der Finalsong einen Pluspunkt.
Der Protagonist hat auch eine, für mich überraschende, ruhige Seite, die er aber nur als Solist präsentiert. Doch mit "Belfast Confetti" beliefert er die Plattenläden mit einem interessanten Silberling, der stark vom Folk mit leichtem Country geprägt ist und hinten raus auch mit leichten Blues-Einlagen aufwartet. Die Produktion ist gelungen und die Qualität sehr ordentlich. Vermutlich ist es auch gar nicht sein Anliegen, einen Grammy abzugreifen. Eher, dass er sich mit diesem Album verwirklicht hat. Denn wie sollte man sonst seine Aussagen bezüglich seines neuen Tonträgers, »Ich sah mich, wie ich tiefer in den Brunnen für dieses Album schaute. Jeder Song ist einem Gebet ähnlich«, deuten? Es ist eine Sammlung von Geschichten, die Ricky zum Teil selbst durchlebte und die er textlich auf dieser Platte verewigte. Ob das Scheibchen bei Jedermann ankommt, muss abgewartet werden. Ein Reinhören halte ich aber für absolut empfehlenswert, da es ja bekanntlich sehr dienlich sein kann, ob man sich ein Album zulegt oder nicht.