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Nicht alles, was aus Dortmund glänzt, ist aus Gold oder schwarz/gelb. Bezogen aufs Musikalische habe ich, und bitte unsere Leserschaft mal gleich um Entschuldigung, erst in diesem Jahr vom Ruhrpottler Mike Zero Kenntnis genommen. Entschuldigung deshalb, weil Mister Zero gar nicht so neu im Geschäft ist und seit 2008 bereits drei Alben entworfen und im Handel angeboten hat.
Ein Check diverser Clips einer bekannten Internetplattform lässt mich wissen, dass Zeros aktuelles Werk "Catch 22" kein 'Klogriff' ist. Nein, in einer knappen Dreiviertelstunde rockt mein Namensvetter mit seiner Band aus allen Rohren und setzt dabei auf kurze, knackige Songs. Somit hat er der Nachwelt dreizehn Tracks hinterlassen, die sich allesamt recht gitarrenlastig widerspiegeln und eine Menge Energie versprühen.
Schon der Opener "Blame It All On Me" schwappt gewaltig aus den Boxen, rockt wie Sau und geht ab wie Schmitz' Katze. Zero selbst zeichnet für die Textvorträge verantwortlich, die er rotzfrech ins Mikro 'trällert'. Zwar kann er sich mit seinen Stimmbändern nicht für einen Gesangs-Grammy oder gar als Opernsänger empfehlen, dafür aber als guter Rocksänger. Zum Teil mit provokantem 'Hau in die Fresse'-Feeling, so wie bei "Shine A Light" mit leicht verzerrtem Widerhall oder wie bei "Rock'n'Roll Junkie" und meinem Lieblingssong der Platte, "Love Is Pain".
In der Tat, Mike Zero ist kein Kind von Traurigkeit und kennt für sein musikalisches Schaffen nur eine Richtung: Volle Kanne geradeaus! Allerdings hat er mit "The Man I Used To Be" und "Your Light" zwei Balladen geschrieben, die ich ihm bei seinem überschüssigen Energiehaushalt nicht unbedingt zugetraut hätte. Es muss an seinem sehr guten Musikverständnis liegen, dass er auch die beiden langsameren Stücke mit guter Qualität ausgestattet hat. Insgesamt betrachtet sind es nur zwei kleinere Ausflüge ins seichte Gewässer, denn ansonsten bevorzugt er rasante Rocksongs, die durchaus das Potential besitzen, Wachkomapatienten aus ihrem Dauerschlaf zu befreien.
Seine Stammkräfte, Drummer Bobby Schottkowski und Bassist Matt Voodoo, sowie seine Gastmusiker ebnen ihm nicht nur ein stabiles rhythmisches Klangfundament, sondern unterstützen ihn zum Teil auch mit erstklassigem Background-Gesang. Dabei bedient sich die Combo aus unterschiedlichen Genres: purer Rock, reichlich Punk, etwas Blues und Rockabilly.
Fazit: "Catch 22" betrachte ich als komplett runde Sache, die mich sowohl durch ihre Songarchitektur als auch ihren kompletten Vortrag überzeugt hat. Für mich weist das Album keinerlei Schwächen auf und lässt mich zum folgenden Schlusspunkt kommen: Der deutsche Rock lebt, auch dank Mike Zero!
Line-up:
Mike Zero (vocals, guitars, bass, keyboards)
Matt Voodoo (guitar)
Bobby Schottkowski (drums)
guest musicians:
Chris van Heising (guitar solo - #7)
Lea Randella (backing vocals - #7)
Siggi Bemm (guitar solo, keyboard - #11)
Jens Kuechenthal (drums)
Deborah Josina (backing vocals)
| Tracklist |
01:Blame It All On Me (3:41)
02:Don't Ask (3:30)
03:Start The Countdown (4:03)
04:Shine A Light (2:33)
05:Mysterious Girl (3:41)
06:The Gloomy Companion (4:04)
07:Rock'n'Roll Junkie (2:47)
08:The Man I Used To Be (3:34)
09:Love Is Pain (3:43)
10:Under My Spell (3:05)
11:Your Light (4:16)
12:Kicks (2:24)
13:Beautiful Stranger (4:05)
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Externe Links:
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