April-Planungen
Zwischenruf
Ihr werdet schon sehen
Was fällt uns denn so zur Zukunft ein?
Das unbekannte Land!
Sie ist auch nicht mehr das, was sie mal war!
In dem Land der Zukunft gibt es keinen Winter!
Sie beginnt jetzt...und jetzt...und jetzt...und jetzt...und jetzt...und jetzt...und jetzt
Sie birgt Hoffungen und Risiken!
Und damit macht sie natürlich auch vor der RockTimes nicht halt. Wer würde so was auch behaupten, außer den ewig Gestrigen, vielleicht? Auch unser Rockzine muss sich mit den Wirrnissen des Alltags plagen, mit dem Wahnsinn der Wirtschaftlichkeit! Die Diskussionen um Stückkosten, Rationalisierung und Optimierung haben auch uns eingeholt. Es gilt zu sparen, zu verbessern, zu verschlanken, zu modifizieren und alles zu Gunsten der Leser, der Sponsoren und zu Gunsten des Rock'n'Roll.
Daher werden wir in kürze einige Neuerungen umsetzen, die wir während unserer Redaktionskonferenz beraten und beschlossen haben. Es gibt eine Volksweisheit, die ihre immanente Wahrheit schon sehr oft bewiesen hat:
ZEIT IST GELD!
Das ist uns bewusst geworden und wir sehen uns genötigt zu reagieren.
Das Lay-Out unsere Artikel werden wir nach dieser Prämisse optimieren.
1. In Zukunft werden wir erst einmal auf die energiefressende Darstellung in FETTDRUCK verzichten. Das wird eure Energiekosten senken und ihr werdet schneller mit den Berichten durch sein, weil ihr euch nicht unnötig an diesen FETTEN WORTEN aufhalten müsst.
2. Auch haben wir beschlossen, sparsamer mit eurer Zeit und eurer Energie umzugehen, indem wir keine Umlaute mehr benutzen. Die an sich überflüssigen Strichelchen oder Pünktchen sind ein Relikt aus der Zeit des vielgepriesenen Wirtschaftswunders. Machen wir es kurz und brutal: Für die Umlautzeichen hat nach Hartz 4 niemand mehr Verständnis. Wir sind sogar der Meinung, dass sie eigentlich nur noch als abschreckendes Symbol für den Zustand unseres reformunwilligen Landes dienen können. Daher werden wir auf: ä - ü und ö angewidert verzichten. Bis ihr euch daran gewöhnt habt, liebe Leser, werden wir in einer angemessenen Überganszeit statt den Umlauten die Buchstaben a, u und o kursiv darstellen. Also : a, u,o
Beispiel:
Der Satz: "Schläsch und Ägsel müßten öfters Tonleitern üben.",
wird demnächst so dargestellt:
"Schlasch und Agsel mußten ofters Tonleitern uben."
Sieht doch eigentlich auch besser aus, oder?
Die RockTimes Crew berat momentan ubrigens noch, zukunftig auch auf die uneffizienten i-Punktchen und Q -Striche zu verzichten.
3. Wir werden aus der Prozesslogik heraus auch den Textfluss revolutionieren. Die Fließrichtung von "Links nach Rechts" ist ja ganz nett. Trotzdem zwingt dieses unflexible Dogma den Leser dazu, viel Zeit zu verschwenden. Am Ende des Satzes angelangt, muss er namlich muhsam erst den Satzbeginn in der nachsten Zeile suchen und das sogar auf der gegenuberliegenden Seite des Blattes. Verschwendung! Verschwendung! Verschwendung!
Jeder zweite Satz wird also bald mit der Fließrichtung von "Rechts nach Links" dargestellt werden.
Also so:
Schlasch und Agsel mußten ofters Tonleitern uben,
netpuaheb ella eiw, dnis tug os blah thcin eis liew
Gewiss werdet ihr wenige Umgewohnungsschwierigkeiten haben, aber revolutionare Konzepte brauchen halt ihre Zeit.
Ubrigens stehen auch die Satzzeichen zur Disposition...
4. Ein Redaktionsmitglied schlug mutig vor, zuerst die Vokale und spater noch die Konsonanten wegzulassen.
Das sahe dann so aus: ohne Vokale
"Schlsch nd gsl mßtn ftrs Tnlitrn bn"
Jetzt: ohne Vokale und Konsonanten:
"            "
Damit konnte er sich aber zunachst nicht durchsetzen.
Unser Finanzausschuss konnte ebenfalls mit einem Geniestreich begeistern. Um die Eigenkapitalquote zu erhohen und mehr willige Personen am Erfolg der RockTimes teilhaben zu lassen, werden wir die Rechtsform der E-Zeitung in eine AG umwandeln. Nein, keine sogenannte Ich-AG sondern die
RockTimes-AG.
Diverse Banken sind momentan damit befasst, eine entsprechende Strategie für den Borsengang zu entwickeln. Das absolute Novum dabei steht aber schon fest: Ihr braucht euch nicht damit aufzuhalten, die Aktien großartig zu zeichnen, oder so. Das erledigt unsere professionelle Graphikabteilung für euch.
Auch physikalisch wird die RockTimes expandieren. Unser Medium ist das WORLD-WIDE-WEB. Zunachst werden wir also in Berlin ein Hauptstadtstudio eroffnen. Es liegen schon Einladungen für "Christiansen", "Berlin Mitte" und die "Berliner Runde" vor. Unsere Redakteure werden also bald ihre Weisheiten via TV unters Volk bringen konnen.
Die ersten Auslandsburos werden in Venlo (Holland), Mallorca (Deutschland), Ulan Bator (Mongolei) und Nowgorod (Russland) eroffnet.
Apropos Russland:
Mit den Erlosen unseres ersten RockTimes Open Air's - Live Ant werden wir ein russisches Projekt unterstützten. Unser Kollege Pjoter Rollow Stonskajew machte uns darauf aufmerksam, dass die "Sibirische Wanderameise" vom Aussterben bedroht ist. Die letzte Schatzung gab die derzeitige Population mit schabigen 21 Milliarden Individuen an. Für einen Ameisenstamm ist das so gut wie nichts.
Ein Teil des RockTimes Open Air - Live Ant wird in den Erftauen nahe Grevenbroich stattfinden. Gleichzeitig wird der andere Teil der Show in der Nahe von Waldfischbach-Burgalben (Wafibuben) die Fans begeistern. Hohepunkt wird der geplante Auftritt von Fil Kollins sein. Er wird zunachst in Grevenbroich bei der Coverband The Dschennessiss trommeln, um nur ein paar Stunden spater in Wafibuben bei Pitter Gahbriell hinterm Kitt zu sitzen. Er wird die knappen 300 Kilometer per rasantem Anhalter-Raid zurück legen.
RockTimes verhandelt mit diesen Bands:
Les Humphrey Singers
Gombay Dance Band
Bananarama
Luf
und als Headliner
Desaster Area.
Mit etwas Gluck unterschreibt dieser Tage die Vorlauferband von U2 den Kontrakt. Sie heißt U1 und ist wirklich gut. Alt-Sanger Bene hat nichts von seinem jugendlichen Elan verloren.
Falls dann noch Kohle ubrig bleibt, wird sie für Gitarren ausgegeben. Außerdem werden wir diverse andere Musik- und Rockmagazine aufkaufen.
In diesem Sinne:
Frohlichen 1. April
Eure RockTimes Crew
Schweinchen Schlau, 01.04.2005