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Robben Ford And The Blue Line / Montreux Jazz Festival 1993 – CD/DVD-Review

Aus den englischsprachigen Information zu "Montreux Jazz Festival 1993" von Robben Ford And The Blue Line heißt es beim Label Repertoire Records unter anderem, dass sich die Credits von Robben Ford als einer der größten Gitarristen des zwanzigsten Jahrhunderts als Sideman und Solo-Künstler lesen wie das Who’s who eines Musikers.
Bevor er sich der Gitarre widmete, spielte Robben Ford als Kind das Saxofon.

Mit seinen Brüdern spielte er in der Charles Ford Blues Band. Immer noch ein Teenager, wurde er Mitglied bei dem Blues-Mann Charlie Musselwhite und machte Aufnahmen mit Jimmy Witherspoon.
Robben Ford war Mitglied bei der Jazz-Fusion Band L.A. Express und später bei den Yellowjackets. Es gab eine Nominierung bei den Grammy Awards.
In den Neunzigerjahren tourten Robben Ford And The Blue Line international fast ununterbrochen. Sie spielten große Location, Festivals und Open-Air-Events.

Am 17. Juli 1993 im New Qs aufgenommen, präsentiert das Album acht Songs, die zeigen, dass Robben Ford Fremdkompositionen sehr gut interpretieren kann.
Was bedeutet New Qs tatsächlich? »[…] Q is for Quincy Jones, who co-produced the Montreux Jazz Festival between 1991 and 1993. A secondary was set up at the Montreux Casino, called Q’s then New Q’s. […]«

Zum ersten Mal veröffentlicht, ist "Montreux Jazz Festival 1993" auch nach so langer Zeit eine echte Perle und zeigt das hohe Niveau eines Robben Ford und seiner Band The Blue Line.
Willie Dixon ("I Don’t Play"), Pete Brown und Jack Bruce ("Politician"), Sleepy John Estes sowie Hammie Nixon ("Worried Life Blues") beziehungsweise Alex Atkins und JB Lenoir ("Mama Talk To Your Daughter") sind die Komponisten der Coversongs.

Nichtsdestotrotz ist das, was die Leute vor den Lautsprechern hören, 100% Robben Ford mit allen seinen Fähigkeiten am Mikrofon, auf der Gitarre und als Songwriter. 100%, weil Robben Ford den Tracks aus fremder Feder seinen sehr persönlichen Stempel aufdrückt, nicht ohne den Respekt vor den Lieder aus den Augen zu verlieren.

Die von der Spielzeit herausragenden Nummern sind mit ihren gut über zehn Minuten "Worried Life Blues" und "Mama Talk To Your Daughter".
Erstgenannter Track ist ein gigantischer Slow Blues. Mit seinem verhaltenen Tempo schleicht das Stück unter die Haut und trifft dann auf unsere Herzen. Die Blues-Fans werden begeistert sein. Robben Ford & Co. zeigen viel Feeling und dann kommt es zu einer besonders ruhigen Phase, in der der Bandleader seine Gitarre eine geradezu weinerliche Stimmung gibt. Robben Fords Solo ist ungemein gefühlvoll. Da bekommt man automatisch eine Gänsehaut und die Begeisterung über diesen langen Alleingang quittiert das Publikum mit reichlich Szenenapplaus.
In "Mama Talk To Your Daughter", einem Klassiker des amerkanischen Ausnahme-Künstlers, erleben wir Roscoe Beck bei einem tollen Basssolo. Dieser Musiker ist auf dem Fretboard mit changierenden Fantasien rund um das Song-Thema ebenfalls lange und vielseitig-furios unterwegs. Da steigt Robben Ford am Ende gleich mit ein in das ungezähmte Treiben. Mit einem Rhythmuswechsel hin zum Groove kann die Fußwippe ordentlich mitmachen. Zwei Songs, zwei Highlights.

Bei "I Don’t Play" sowie "Step On It" ist es dann Schlagzeuger Tom Brechtlein, der dem Publikum seine hohen Qualitäten auf den Fellen und Becken vorführt. Im erstgenannten Song ist sein Alleingang von kurzer Dauer. Dafür genießen wir den Wirbelwind – auch mit seinem jazzigen Drumming – in "Step On It" in einer längeren Phase. Beide Daumen hoch für Tom Brechtlein.
Apropos Jazz. "You Cut Me To The Bone" ist eine hinreißend groovende Mischung aus Blues, Blues Rock und Jazz/Fusion. Da zeigen alle drei Musiker, wie sehr sie auch im Jazz Kompetenz beweisen. Es lebe das Wah Wah-Pedal, dessen Sound Robben Ford hier in zig Nuancierungen präsentiert. Super!
Als Zugabe spielt das Trio "Tell Me I’m Your Man", eine von vier Robben Ford-Eigenkompositionen. Dieses Lied – mit Jimi Hendrix-Zitaten ausgeschmückt – ist der krönende Abschuss eines einfach begeisternden Gigs.

Entsprechend der CD setzte die DVD das Konzert in Bild und Ton sehr gut in Szene.

"Montreux Jazz Festival 1993" von Robben Ford And The Blue Line ist beeindruckend und sehr unterhaltsam.
"Montreux Jazz Festival 1993" von Robben Ford And The Blue Line ist nicht nur für Robben Ford-Fans eine dicke Empfehlung.
Bleibt gesund und nehmt euch zur Ablenkung Zeit für gute Musik.


Line-up Robben Ford:

Robben Ford (vocals, guitar)
Roscoe Beck (bass)
Tom Brechtlein (drums)

Tracklist "Montreux Jazz Festival 1993" (CD/DVD):

  1. I Don’t Play
  2. Politician
  3. Worried Life Blues
  4. You Cut Me To The Bone
  5. Step On It
  6. Busted Up
  7. Mama Talk To Your Daughter
  8. Tell Me I’m Your Man

Gesamtspielzeit: 55:14 (CD/DVD), Erscheinungsjahr: 2024

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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