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Elf Songs präsentieren uns US Rails auf ihrem Album "Mile By Mile".
Seit dem Abgang von Joseph Parsons zum Quartett geschrumpft, spielt die Combo dann doch als Quintett, denn der Hammond-Mann Adam Flicker ist mit von der Partie.
Nachdem man sich auf We Have Been Here Before mit Erfolg (»[…] Ja, ein Coveralbum. Aber was für eines! […]«) um ausgewählte Fremdkompositionen kümmerte, gehen die Songs der vorliegenden Platte auf die Band-Mitglieder zurück.
Auf dem zu einem kleinen Poster entfalteten Blatt kann man alle Songtexte nachlesen oder mitsingen.
Die auf Blue Rose Records erschienene Scheibe bringt es auf eine Gesamtspielzeit von gut zweiundvierzig Minuten. Zeit genug, um sich ein fundiertes Bild von der US Rails-Kreativität zu machen.
Für die Aufnahmen fand man sich im Kawari Sound, Wycote (Pennsylvania) ein.
Dort hat Matthew Muir auch gemixt und schließlich wurden die Tracks für das Mastering in die Hände von Andy Horn, Final Audio (Ahorn), gegeben.
Wenn das Album »[…] standesgemäß mit dem eingängigen E-Gitarren-Rocker 'Take You Home' […]« eröffnet wird, dann fügt der Hörer schon nach dem ersten Durchgang dem 'eingängig' auch noch ein 'fröhlich' hinzu.
Ohne Zweifel, eine solche Nummer könnte auch bei diversen Radiosendern gespielt werden, zumal die Spielzeit von vier Minuten auch noch passt. Ein kräftiges Sechssaiter-Solo macht das Stück geschmacklich nur noch verführerischer. Die gesanglichen Qualitäten der einzelnen Musiker und deren Chor-Beiträge sollen an dieser Stelle höchst lobend Erwähnung finden.
Tom Gillam hat es geschrieben und er schwingt im Titeltrack "Mile By Mile" genüsslich das Bottleneck. Auch hier machen US Rails aus dieser Komposition eine treibend-runde Roots Rock-Sache. Daumen hoch für den ganzen Song und die Slide-Gitarre.
Der herrliche Sound des Metallröhrchens wird bei "Trash Truck" fortgesetzt. Ben Arnolds raspeliger Gesang fällt auf, genauso wie die hier mehr im Vordergrund stehenden Pianoklänge. Abermals lässt es die Combo rocken.
US Rails bedienen natürlich auch die balladeske Seite ihrer Musikmischung. Richtig blank poliert glänzt in "Easy On My Soul" der Chorgesang. Die beseelten Stimmen kontrastieren toll zu – es muss nochmals erwähnt werden – Tom Gillams Slide-Fantasien.
Mit mehr Dynamik hat die Formation "Water In The Well", einem Song, den man »[…] im weiteren Sinn als Klimawandel-Mahnung […]« ansehen kann, ausgestattet. Das Arrangement mit beginnenden Windgeräuschen und dann einsetzender akustischer Gitarre erzeugt Spannung, die sich im balladesken Ambiente relaxt fortsetzt. Das rockende Intermezzo macht richtig Laune und so darf man auch diesen feinen Track zu den Hinhörern zählen.
Dann ist da noch das die Scheibe melancholisch abschließende "Slow Dance". Ach, wie hinreißend beeindruckt dieses Lied. Da liegt sich die tanzende Gemeinde mit geschlossenen Augen träumend in den Armen. Klasse Schlusspunkt!
In "Tombstones & Tumbleweeds" mag man den Retro-Rock’n’Roll-Touch, bei dem das Piano den Honky-Tonk aufruft.
Mit "Mile By Mile" bestätigen US Rails das hohe Niveau ihrer Performance und die Vielschichtigkeit ihres musikalischen Verständnisses.
Bleibt in diesen Zeiten gesund und nehmt euch zur Ablenkung Zeit für gute Musik.
Line-up US Rails:
Ben Arnold (vocals, acoustic guitar, piano, Wurlitzer electric piano, Hammond organ)
Scott Bricklin (vocals, electric guitar, acoustic guitar, bass, Mannond organ)
Tom Gillam (vocals, electric guitar, acoustic guitar, baritone guitar, slide guitar)
Matt Muir (vocals, drums, percussion, synthesizer)
Special Guest:
Adam Flicker (Hammond organ)
Tracklist "Mile By Mile":
- Take Me Home (3:59)
- Mile By Mile (4:11)
- Trash Truck (3:17)
- Water In The Well (4:52)
- What You Mean To Me (3:48)
- Hard Headed Woman (3:25)
- Easy On My Soul (4:00)
- Tombstones & Tumbleweeds (3:51)
- See The Dream (3:36)
- Fooling Around (4:01)
- Slow Dance (3:38)
Gesamtspielzeit: 42:38, Erscheinungsjahr: 2020
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