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Wer aufgrund des Bandnamens und angesichts meiner Autorenschaft jetzt darauf hofft, einen Artikel über eine neue, hungrige Southern Rock-Band aus benanntem Staate lesen zu können, den muss ich leider von vorne herein enttäuschen. ABC Georgia (A Band Called Georgia) kommen aus dem Kölner Raum, haben sich dem Indie-/Alternative Rock verschrieben und vor kurzem ihr Debüt mit dem Titel "Debut" in Eigenregie produziert, den es jetzt unters (Musik-)Volk zu bringen gilt.
Rolf, der Bassist des Vierers (weiterhin bestehend aus Dave - guitar, vocals, Jo - drums, Daniel - guitar, vocals; ihre Nachnamen werden sowohl auf der CD als auch auf ihrer Myspace-Seite hartnäckig verschwiegen) ist im Berufsleben bei einem örtlich allgemein bekannten Dienstleister im Gesundheitswesen Vorgesetzter meines Freundes Happo (wofür er sicherlich nicht zu beneiden ist...), Letztgenannter seines Zeichens nebenher eine Lichtgestalt in Sachen Präsidentschaft des wohl wichtigsten und besten Fußball-Fan-Clubs Deutschlands, der RWE-Uralt-Ultras.
Dieser, auch für seine enorme Kollegialität und außergewöhnliche musikalische Kompetenz schon immer bekannt (...), schickte mir dann das o.a. Exemplar des Quartetts mit der Bitte, mal 'drüber zu hören'. Soviel zur Vorgeschichte. ABC Georgia präsentieren auf ihrem mit acht Liedern und einer knappen halben Stunde Spielzeit bestückten Erstling einen sympathischen, mit spürbar viel Herzblut versehenen Rock, der einige dezent punkige und auch Britpop-typische Elemente aufweist. In der Regel sind die Tracks mit einem treibenden Gitarren-Grundrhythmus unterlegt, der aber zum Teil vom Tempo her immer wieder variiert wird.
Auch auf eine recht melodische Gestaltung wurde großen Wert gelegt und bei einigen Songs hauen sie sogar echt markante Refrains raus ("Little Doubts", "Bees And Birds And Bitterness", "Another Day" oder "Dead On My Feet"). Diese gefallen mir dann auch weitestgehend mit am besten. Manchmal erinnern sie mich entfernt an die Anfangstage der Craving Hands, der Band meines geschätzten Schreiber-Kollegen Frank Ipach, ohne allerdings dieser schon ganz das Wasser reichen zu können.
Kommen wir damit zu den Mankos: Beim Gesang, den gespielten Instrumenten und vor allem auch in Sachen Produktion ist das Amateurflair doch allgegenwärtig, was allerdings bei solchen Eigenproduktion natürlich auch den budget-begrenzten Möglichkeiten geschuldet ist. Wie auf ihrer Seite selbstkritisch richtig eingeschätzt, versucht man zunächst mit einem hohem Maß an Authentizität zu punkten, was auch nach mehreren Hörduchgängen gelingt. Die CD glänzt nicht gerade mit einer vor Kreativität strotzenden Cover-Gestaltung und kommt in einem einfachen, zweckgerichteten und s/w-bedruckten Pappschuber.
Angesichts der Tatsache, dass auf meinem Rezensionsexplar die Kennung 47/300 eingetragen ist, liegt die Vermutung nahe, dass noch genügend Exemplare zum Verkauf für kleines Geld vorrätig sind. ABC Georgia sind übrigens auf der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten in NRW und angrenzenden Gebieten. Interessierte Clubbesitzer und Musikveranstalter, die den Mut besitzen, auch mal eigenständige Gruppen statt der ewig nervtötenden Coverbands zu verpflichten, bitte melden!
| Tracklist |
01:Shore
02:Little Doubts
03:Bees And Birds And Bitterness
04:Another Day
05:A Jazz Song
06:Dead On My Feet
07:Satellite
08:Talk Dirty Cheap Thing
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