Abigail's Ghost / Selling Insincerity
Selling Insincerity Spielzeit: 56:32
Medium: CD
Label: Aesperus Music, 2007
Stil: Prog Rock, Progressive Rock

Review vom 13.10.2007


Christoph Segebard
Zwei Jungspunde, namentlich Joshua Theriot und Kenneth Wilson aus der Gegend von New Orleans, haben sich schon in der Highschool zusammengetan und, auch während ihres folgenden Studiums an weit entfernten Orten, Musik zusammen komponiert. Nachdem dann noch drei fähige Mitstreiter gefunden waren, war der Weg frei für die erste Veröffentlichung unter dem eigenen Label Aesperus Music.
Was dann schließlich "Selling Insincerity" wurde, ist ein feingeschliffen produziertes, melancholisches Prog-Album. Das Auge hört mit - und deshalb sei hier das sehr stimmungsvolle schwarz-weiß Artwork des polnischen Fotografen Konrad Krol erwähnt.
Dieses Debüt zeigt eine Band, die, obwohl jung an Jahren, einen sehr erfahrenen und routinierten Eindruck macht. …Es zeigt aber auch eine Band, die einen ihrer Einflüsse, namentlich
Porcupine Tree, etwas zu offensichtlich durchscheinen lässt. Ich sage bewusst 'einen' ihrer Einflüsse, denn derer sind viele, und auch sie sind dann und wann hörbar, aber bleibt die Ähnlichkeit zu den Prog-Größen fast immer der Hauptkritikpunkt; egal, welches Review man liest.
Diese Ähnlichkeit ist definitiv vorhanden, erscheint mir aber nicht störend oder so krass, dass Abigail's Ghost als Musiker keine eigene Identität hätten. So kann ich "Selling Insincerity" sowohl Fans als auch Leuten, denen Porcupine Tree nicht oder nur sporadisch bekannt ist, empfehlen.
Man kriegt ein sehr gutes Album, auf dem sich neblig-düstere Keyboardwabereien zuhauf aufhalten und zumeist die Strophen untermalen, die zum größten Teil eher poppig und sanfter anmuten und einen mal mehr, mal weniger willkommenen Kontrast zu den oftmals harten, manchmal Nu-Metal-artigen Eingangs-Riffs bilden. Diese sehr zahlreichen, ruhigen und kaum vertrackten Parts bieten Sänger Joshua Theriot die Gelegenheit, mit tollen Gesangsharmonien zu glänzen - ein konstantes Highlight auf "Selling Insincerity".
Ein weiteres ist, nicht minder konstant, das sehr hochklassige Schlagzeug von John Rodrigue, der sich offensichtlich in diesem Genre sehr zuhause fühlt und es stets schafft, sich in den Vordergrund zu spielen, ohne aufdringlich zu werden.
Dieser Erstling ist also definitiv zu empfehlen, vermischt er doch Progressives mit leicht Zugänglichem, Ruhiges mit Hartem. Ein atmosphärisch und soundtechnisch sehr gelungenes Debüt!
Line-up:
Brett Guillory (keyboards, background vocals)
John Rodrigue (drums, percussion)
Kenneth Wilson (bass, background vocals)
Randy LeBoeuf (rhythm guitars)
Joshua Theriot (lead vocals, guitars)
Tracklist
01:Mazurka
02:Close
03:Waiting Room
04:Love Sounds
05:Sellout
06:Dead People's Review
07:Monochrome
08:Windows
09:Cerulean Blue
10:Seeping
11:Mother May I?
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