Adam / Contact
Contact Spielzeit: 60:11
Medium: CD
Label: Membran Music Ltd., 2006
Stil: Rock

Review vom 28.03.2007


Daniel Daus
Grüezi, hier kommt Adam. Adam ist ein Rock-Quintett aus der Schweiz, das ebenso wie seine angesehenen Eidgenossen Krokus, Gotthard, Hank Shizzoe oder Shakra nun auf dem internationalen Musikmarkt Fuß zu fassen versucht.
Vor ca. sieben Jahren fusionierten zunächst die auf Landesebene beachteten Bands FunTastic und Earthquake, bis sich mit Dany Nicoulaz (Guitar), Guido Strassmann (Guitar), Edi Imhof (Bass) und Eric Kunz (Drums) ein festes Grundgerüst gebildet hatte. Als man dann mit Zach Prather (Zach Prather's Blues Express - sieht aus wie der Bruder von Whoopi Goldberg...) einen international renommierten Sänger gefunden hatte (Zusammenarbeit u. a. mit Willy Dixon, Luther Allison,
Mick Jagger), wagte man jetzt den vielleicht großen Wurf.
Auf ihrem Debüt präsentieren Adam vierzehn selbstkomponierte Stücke, die sich zwischen melodischem Rock, Blues Rock und Psychedelic Rock einsortieren. Dabei merkt man sofort, dass hier absolute Profis zu Werke schritten, die ihr Handwerk von der Pieke auf beherrschen. Prathers Gesang bewegt sich routiniert und angenehm ins Ohr gehend in Sphären zwischen Phil Lynott und Jeff Healey, die fette Rhythmus-Sektion Imhof/Kunz hält den Rücken frei für das sich hervorragend ergänzende E-Spiel der beiden Gitarristen.
Als Aussetzer neben dem bescheuerten Bandnamen kann ich eigentlich nur das an Run-D.M.C./Aerosmith angelehnte "Yepey Ya Kio" mit seinem Hip Hop-Zutaten ausmachen (im Intro zum Stück ist noch eine kleine klischeehafte Einweisung von Zach, wie einfach man Schweizer Blondinen aufreißen kann), ansonsten gibt es fast eine Stunde lang hörenswerte Rockmusik. Bemerkenswert, dass ich auf dem, meine Reviews immer begleitenden Notizblatt, gleich zehn 'HLs' (Highlights) hinter die restlich verbliebenen 13 Stücke gesetzt habe, ein augenscheinlicher Beweis für das Gefallen des Werkes.
Als persönliche Favoriten benenne ich dann aber doch das balladeske "Fallen One" mit der schönen zweistimmigen E-Solo-Passage, das mich an Thin Lizzys "Bad Reputation"-Phase erinnernde "Runaway" (Prather singt fast identisch wie eines seiner Idole, Phil Lynott), der modern gebrachte Blues Rock-Song "Stand Alone" (Mischung aus ZZ Top/Jeff Healey, klasse hier auch das fette Drumming von Eric Kunz) und das mit einem netten, AC/DC-mäßigen Riff versehene "One Step Closer", das erneut Prathers Stimm-Variabilität unterstreicht.
Fazit: Unterhaltsame, melodische, abwechslungsreiche Schweizer Rockmusikpräzisionsarbeit, die auf internationalem Niveau locker mithalten kann!
Tracklist
01:Annas Diary
02:Since I Made You
03:Contact
04:Fallen One
05:Ruff Canal
06:Yepey Ya Kio
07:Runaway
08:Cold As Stone
09:Reaction Time
10:New Life
11:Stand Alone
12:Get Out Of My Life
13:One Step Closer
14:Something About You
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