Gleich zum Anfang haben sie den Titeltrack "Demons In The Closet" in die Waagschale geworfen und in der Tat klingt das mainstreamige Teil absolut hitverdächtig, beziehungsweise radiotauglich. Der Song hat schon mal gesessen, macht Appetit auf mehr und so lass' ich mir fortlaufend die Tonkonserve im Ganzen um die Ohren blasen. Anschließend muss ich Gehörtes erstmal sacken lassen. Adrenaline 101 bestechen mit außergewöhnlicher Flexibilität ihrer Songschmiederei und lassen sich keineswegs so einfach in ein bestimmtes Genre schieben. Also meine Herren, ich kann nicht bestätigen, dass ich hier nur reinen Hard Rock höre. Zum Einem liegt es daran, dass sich alle vier Aktivisten am Gesangsmikro versuchen, wobei sich Delon Cyclon als Erststimme präsentiert und sich dieser oftmals mit für Hard Rock untypischem Sprechgesang versucht - na ja. Zum Anderen, weil sie ihre Stücke sehr abwechslungsreich entworfen haben und sich eben deshalb mit mehreren Musikrichtungen auseinandersetzen, auch mit metallischen Klängen.
Während mich "Demons In The Closet" noch richtig angeturnt hat, vermiesen mir zum Beispiel "Straihgt Clownin'" oder "Mayflies" im Stil von Rockmusik im Hip-Hop-Gewand regelrecht die gute Laune. Der Sprechgesang sagt mir gar nicht zu, was darauf zurückzuführen ist, dass ich in der Zeit der
Woodstock-Ära groß geworden bin und ich mich einfach nicht an die monotonen Silbenvorträge gewöhnen kann. Trotzdem, auch wenn mir die beiden genannten Lieder persönlich nicht zusagen, die Jungs versuchen mal was ganz anderes und bieten jede Menge Crossover. Warum auch nicht? Ihre Leistungen an den Instrumenten klingen ganz gut, allen voran Gitarrist
Hens ist in der Lage, mit dem ein oder anderen Solo zu glänzen. Für meinen Geschmack passiert das leider zu selten und liegt sicherlich daran, dass die Kapelle ihre Fangemeinde eher in den jüngeren Jahrgängen sucht.
Das Vorhaben kann aufgehen, zumal sie mit "Shedding Tears" richtig gut abrocken und mit "Buckwild" sogar eine Slide-Nummer in Petto haben, die nach hinten raus sogar etwas an
AC/DC erinnert. Beide Stücke kann ich getrost als Hörproben empfehlen. Letztlich ist es wie immer: alles reine Geschmackssache! Der Uraltrocker wird sich das Teil sicherlich nicht unbedingt zulegen, während es beim jungen Musikliebhaber gute Chancen besitzt, mehr Beachtung zu finden. Auf den Punkt gebracht: Junge talentierte, dynamische Schweizer 'Rasselbande' mit eigenwilliger Musikrichtung versuchen den Rock'n'Roll des 21. Jahrhunderts mitzuprägen. Am besten ist es, wenn man in "Demons In The Closet" reinhört, um selbst zu beurteilen, ob es ihnen gelingen kann.