Ancara / Beyond The Dark
Beyond The Dark Spielzeit: 44:03
Medium: CD
Label: Metal Heaven (Soulfood), 2008
Stil: Melodic Metal

Review vom 27.03.2008


Markus Kerren
Die finnische Melodic Metal-Kapelle Ancara gibt es bereits seit vielen Jahren und in der jetzigen Besetzung dann immerhin auch schon seit 2003. Im Jahr 2006 erschien das Debüt "The Dawn", das es immerhin bis auf Platz 25 der finnischen Charts schaffte. Die im selben Jahr folgende EP "The World" landete sogar auf Platz 10 der Singles-Charts im Land der 1000 Seen.
Umso konzentrierter ging man also ans Werk, um den brandneuen Longplayer - das jetzt vorliegende Album "Beyond The Dark" - einzuspielen, für das sogar Emppu Vuorinen (Nightwish) als Co-Produzent gewonnen werden konnte.
Mit "Circles" und heavy Midtempo-Riffs geht es dann also los. Sänger Sammy Salminens Stimme ist dabei eher im Rockbereich anzusiedeln. Es wird sowohl bei den Vocals als auch bei den Gitarren auffällig viel Wert auf Melodien gelegt, was ja kein Fehler sein muss. "Deny" heißt die erste Single des Silberlings, mit einem ganz ähnlichen Songaufbau wie dem des Vorgängers, wenn man mal von den coolen, an Thin Lizzy erinnernden, Gitarren-Licks absieht. Auch wenn das alles bisher ganz gefällig ist, fällt dennoch auf, dass Reizpunkte, bzw. Risiken wohl in jedem Fall vermieden werden wollen.
Bei dem ruhigeren "Snowflower" kommen dann breitflächige Keyboards ins Spiel und irgendwie beginnt mich der Gesang zu langweilen. Nee, Freunde, außer ein paar schönen Gitarren-Leads gibt es hier nicht viel zu holen. Das klingt zu vorhersehbar und wie schon zig-fach vorher gehört. Witzigerweise folgen dann, als wenn die Band es selbst wusste, mit "Scarred" und "Just For Me" die Höhepunkte der acht neuen Songs auf "Beyond The Dark". So geht es bei dem erstgenannten endlich mal etwas flotter zur Sache und auch die Double-Bass kommt mal zum Einsatz. Erfrischend!
Nach dem ebenfalls besseren "Just For Me" wirkt "Cranium Tension" dann wieder wie Stagnation, die ja bekanntlich gleich einem Rückschritt ist. Da sprühen keine Funken, sondern es wird eher der Eindruck erweckt, als wenn die Band beim Zähneputzen wäre. Blinde Routine sozusagen. Bei "When Everyone Else Is Gone" können nochmal die Gitarren für ein paar gute Momente sorgen und "Silence" versucht nur noch zu retten, was nicht mehr zu retten ist.
Beim ersten Bonus-Track handelt es sich um die 'Full Version' des EP-Tracks "The World" und der letzte Titel, eine Live-Version von "Burn In Hell", kann dann plötzlich alles auffahren, was die Studioeinspielungen vermissen ließen. Hier ist endlich Feuer unter dem Dach, da sprühen Funken und die Band wirkt lebendig.
Meine abschließende Empfehlung kann also nur sein, sich das finnische Quintett Ancara Live auf der Bühne reinzuziehen! "Beyond The Dark" wirkt leblos, uninspiriert, kommt über Mittelmaß nicht hinaus und muss sich deshalb mit mageren 4 von 10 RockTimes-Uhren zufrieden geben!
Line-up:
Sammy Salminen (lead vocals)
Mika Rajala (bass)
Samuel Hjelt (guitars, vocals)
Juha Wahlsten (guitars, vocals)
Timo Rajala (drums)
Tracklist
01:Circles
02:Deny
03:Snowflower
04:Scarred
05:Just For Me
06:Cranium Tension
07:When Everyone Else Is Gone
08:In Silence
09:The World (full version, bonus track)
10:Burn In Hell (live, bonus track)
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