Another Way / Where Do We Go
Where Do We Go Spielzeit: 30:57
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2009
Stil: Melodic Rock

Review vom 08.05.2011


Boris Theobald
Irgendwas macht die Band anders als andere ... der Bandname ist also durchaus Programm bei Another Way. Der Fünfer aus Nordrhein-Westfalen macht auf der einen Seite lupenreinen Melodic Rock, wie so viele. Und auf der anderen Seite ist es um so erstaunlicher, dass sie es im Gegensatz zu so vielen Konkurrenten bzw. Kollegen schaffen, nicht nur wie ein müder Abklatsch zu wirken, sondern durchaus eine eigene Note zu haben ...
... Wobei sich klangliche und stilistische Referenzen freilich nicht verleugnen lassen! Der Titeltrack "Where Do We Go" ist eine Hommage an Foreigner, wobei der Song interessanterweise sowohl wie eine Foreigner-Ballade als auch wie eine Heavy-Nummer klingt. In der Strophe gibt's einen sanften Groove und dann einen fetzigen Chor-Refrain mit rockigem Riff und ein paar Hand-Claps, richtig schön offensiv und lebendig!
Powerpakete wie "All About", "Stand Up" oder "Ray Of Light" sind treibende Rock-Nummern mit viel positiver Energie und überaus großem Akzent auf ausschweifenden Melodien, die auch ohne Weiteres mit dem Prädikat frisch & unverbraucht zu adeln sind! Atmosphärisch kriegen wir einen Stilmix aus Journey, Tyketto und Survivor, mit einer kleinen Prise Toto ("All About") geboten, wobei der sehr emotionale Gesang eher ein wenig an James Young von Styx erinnert.
Die Vocals von Oliver Kossmann stehen in der Abmischung ungewohnt stark im Vordergrund und damit auch seine Melodien im Zentrum des Songwritings - sie prägen die ganze Chose überdeutlich. Und genau das macht das Ganze etwas zur Geschmacksache, aber auch zu etwas Besonderem, denn so klingt nun mal nicht jeder. Ein weiteres Merkmal der Band sind die Klavier-betonten Drives, in denen die Gitarre über weite Strecken den rhythmischen Part übernimmt - sanft & clean oder rockig & verzerrt.
Für diverse Solo-Arbeiten tritt die Gitarre in den Vordergrund, aber nicht allzu ausgedehnt. Gitarrenlastige Ausnahme ist "Ray Of Light", auch ansonsten heavy, da sogar mal kurz der Double Bass ausgepackt wird, der verschwindet aber beinahe im Gesamtmix - wie gesagt: Geschmacksache. In Erinnerung bleiben vor allem die einprägsamen Gesangsmelodien, zum Beispiel auch in der Powerballade "Suzannah" und dem zauberhaften "Cameron". Letzteres bleibt lange Zeit eine reine Piano-Nummer mit intensivem, von weiblichen Gast-Vocals gestütztem Gesang. Gegen Ende gewinnt die Nummer nochmal unheimlich, als doch noch eine Gitarre dazukommt, sehr schön ausgedacht!
Der Sound macht Another Way einzigartig. Ob man den stark zentrierten und teils extrem extrovertierten Gesang nun mag oder nicht, das muss jeder für sich entscheiden. Schließlich ist er aber das deutliche Wiedererkennungsmerkmal der Band, das sie trotz einiger deutlicher Einflüsse irgendwie nie so ganz wie sonstwen klingen lässt. Es wäre auch ungerecht, Another Way schnell abzustempeln. Denn dann hat man womöglich kein Ohr mehr für eine ausgesprochene Stärke der Band, nämlich das Songwriting. Die Grenzen zwischen hartem Rocksong und emotionaler Ballade existieren fast nicht. Die meisten ihrer Songs entpuppen sich spätestens beim zweiten Hören irgendwie als beides.
Line-up:
Oliver Kossmann (lead vocals)
Christoph Didjurgis (keyboards)
Andreas Wagener (guitars)
Petar Arnautovic (bass)
Kai Klotz (drums)

With:
Natalie Vorrath (background vocals)
Melanie Both (background vocals)
Tracklist
01:All About (4:59)
02:Where Do We Go (4:22)
03:Stand Up (5:19)
04:Cameron (5:16)
05:Suzannah (5:57)
06:Ray Of Light (5:02)
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