Aus North Carolina kommt von einer punkigen Kapelle mit Southern Rock-Einflüssen…ein Konzeptalbum…? Ja, und zwar eines 'mit zehn Schüssen puren Rock'n'Roll-Adrenalins', wie es an anderer Stelle genannt wurde.
Und die Tatsache des Konzepts erscheint auch gar nicht mehr so ungewöhnlich, wenn man sich etwas eingehender mit der Geschichte, die hier erzählt wird, befasst. Es geht um ein Brüderpaar, erzählt aus der Sicht eines der Beiden und zufällig des Sängers und Gitarristen von Automag. Sein Name: The Mighty Quinn.
Die Kurzfassung ihrer Kindheit und Jugend: Beide lebten bei der Mutter, direkt über der Biker-Kneipe, die sie besaß. Sie mussten schnell erwachsen werden, und zwar auf eigene Faust, wie die werte Frau Mama ihnen immer wieder gerne zwischen zwei Whiskeyflaschen eröffnete, denn niemand kümmerte sich recht um sie. Die Dinge verschlimmerten sich allerdings noch mal drastisch, als sie einen Stiefvater bekamen. Die Schläge, die die Brüder von ihm bekamen, konnten sie ertragen, aber nicht, dass er auch ihre Mutter schlug. »Also entschlossen wir uns, ihn verschwinden zu lassen.«
Gesagt, getan, und den Kerl in einen Brunnen geschmissen. …Unnötig, zu sagen, dass es dafür in den Knast ging, wo der abgehärtete Mighty Quinn sich durchschlug. Als er wieder entlassen wurde, kannte er nur eins: Rache an J.C., dem besten Freund seines Ex-Stiefvaters, der seinen Bruder nach der Brunnen-Aktion erschossen und der Polizei erzählt hatte, dass die Brüder ihn hatten ausrauben wollen. Zu diesem Zeitpunkt war er 14 gewesen.
Jetzt war er 18, wieder draußen und auf dem Bike, Richtung Utah. Er fand ihn schließlich - und erschoss ihn, womit die Geschichte endet.
Hört sich klischeehaft an? …Hört sich an wie Millionen Filme? Vorhersehbar, abgedroschen? Mag sein, aber die Geschichte, die in Extraabsätzen im ausklappbaren Digipak erzählt wird, vermag einen im Zusammenhang mit der Musik aber stets bei der Stange zu halten und baut ein zusätzliches Spannungselement ein. Die Songs erzählen dann mehr oder weniger poetisch von den Schlüsselmomenten. Wie viel davon wahr ist, lass ich mal außen vor, aber es ist auf jeden Fall gut inszeniert; wirkt einigermaßen glaubhaft und erwachsen. Wahrscheinlich ist für The Mighty Quinn die Geschichte wahr.
Die Musik selbst ist aber eher was für ein uriges Zusammensein, bei dem viel Testosteron durch die Luft schwirrt, oder was für Zwischendurch. Mit "Hellbound" kriegt man Hard Rock / Heavy Metal mit starken Neigungen zu Southern Rock und auch Punk, was eine recht würzige, knackige Mischung ergibt - die natürlich auch vom sehr rotzigen Mix unterstützt wird. Instrumental und auch gesanglich sollte man nicht allzu viel erwarten; allerdings reicht beides allemal für die sehr kurzweilige Musik mit der sprichwörtlichen, abgehärteten und bartstoppeligen 'Rock'n'Roll Attitude'.
Line-up:
The Mighty Quinn (guitars, vocals)
Roger Morton (bass, vocals)
Dave Cook (drums)
Tracklist |
01:Alone
02:Tonight
03:Bullet
04:The Last Time
05:Dead Man Walking
06:Ready To Ride
07:Hardcharger
08:Whiskeytown
09:New Southern Outlaw
10:Hellbound
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