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Kurz vor dem Abschluss hing Josh Abbott sein Studium der Kommunikation an den Nagel und widmete sich voll und ganz der Musik. Respekt! Mutig war der junge Mann und wohl auch mächtig von sich überzeugt. 2004 nahm die Josh Abbott Band Formen an und 2009 erschien das Debüt "Scapegoat". Bereits mit dem Nachfolger "She's Like Texas" (2010) war der Country-Rocker über einen Achtungserfolg hinaus erfolgreich. Die Platte chartete in diversen Hitparaden und mit dem nun vorliegenden dritten Album ist es in keiner Weise anders. "Small Town Family Dreams" findet man in unterschiedlichen Hitlisten ganz weit oben ... im einstelligen Bereich.
Bei Josh Abbott und seiner formidablen Begleitband greift ein Zahnrad ins andere und der Bandleader schwört förmlich auf seinen Heimatstaat Texas. Für ihn ist Nashville ganz weit weg. Im Opener geht es um "Idalou", dem Ort, aus dem er stammt. Rund zweitausendfünfhundert Menschen wohnen dort und rundherum ist nichts ... als Land. So etwas würden wir Kaff nennen. Dort feiern die Tumbleweeds wohl mehr Partys als die Einwohner. Jetzt macht Abbott den Ort durch seinen Song bekannt. Idalou ist klein, der Song "Idalou" ist großes Country Rock-Kino. Kompakter Sound, geprägt von den Saiteninstrumenten Gitarre, Banjo und ganz besonders der Fiddle. Die ersten fast fünf Minuten machen mächtig Spaß und haben auch noch ein lecker groovendes Intermezzo vorzuweisen.
Wenn man am Ende der zwölf Nummern, an dessen Songwriting der Protagonist fast überall beteiligt war, angekommen ist, weiß der Hörer, dass Abbott die richtige Entscheidung getroffen hat, sich der Musik zu widmen. "Small Town Family Dreams" rockt!
Ein Statement wie »tractors ain't sexy« macht den Mann nur noch sympathischer. Seine Akustische und die E-Gitarren von Preston Wait (auch Fiddle) sowie Caleb Keeter sind eine prächtige Würze in den Arrangements der Tracks, allerdings stellt man Song für Song fest, dass das Banjo von Austin Davis und die Violine ein ganz gehöriges Wort mitzureden haben. Die balladesken Momente der Platte sind brillant. Dann spielt der akustische Sechssaiter eine zentrale Rolle. Abbott singt mit einer sehr guten Stimme und die Scheibe ist gespickt mit hervorragenden Melodien, die eine nicht von der Hand zu weisende Haftungswirkung haben. Da kann man sich sehr gut vorstellen, wie das Publikum bei Live-Auftritten als Chor mit von der Partie ist.
Aufgemerkt! Es sind viele Gäste am Start und in beachtlichen neun Nummern sind Clay Corn sowie Bradley Knight an der Orgel unterwegs. Da muss man nicht betonen, dass das den Sound noch klangvoller macht. Hammer, diese E-Gitarren rocken mit Macht über einem fest gegossenen Rhythmusfundament, für das Ed Villanueva (Schlagzeug) und James Hertless zuständig sind. Allerdings darf man sich in der knappen dreiviertel Stunde auch über viele Banjo- beziehungsweise Fiddle-Soli freuen.
Abbotts Identifikation mit seinem Heimatstaat macht "Small Town Family Dreams" glatt zu einer Art Werbeträger für Texas und die Hymne "My Texas" kommt da gerade richtig. Der Frontmann singt zusammen mit Pat Green. Zwei Sänger mit ziemlich unterschiedlichen Stimmen servieren Country Rock vom Feinsten. Ebenfalls loben muss man Kasey Musgraves, die mit ihren herrlichen Background Vocals für Aufmerksamkeit sorgt.
Auch wenn Idalou nur ein Fliegenschiss auf der amerikanischen Landkarte ist, gelingt es Abbott in seinen Texten aufzuzeigen, dass das Leben dort durchaus interessant sein kann. Das Mixen und die CD-Produktion hat keine Geringerer als Erik Herbst ( Tom Cheatham, Macon Greyson, die Casey Donahew Band The Bois D'Arcs, Eli Young Band und andere) übernommen und damit rangiert der Platten-Klang auf gleich hohem Niveau wie die Musik. Außerdem hat es sich Herbst nicht nehmen lassen, auch noch selbst mitzuspielen.
Country Rock-Herz, was willst du mehr? Josh Abbott & Co. erfüllen alle Wünsche. Diese Musik begeistert.
Line-up:
Josh Abbott (vocals, acoustic guitar)
Austin Davis (banjo)
Preston Wait (fiddle, electric guitar)
Caleb Keeter (guitar)
James Hertless (bass, background vocals)
Ed Villanueva (drums)
Additional Musicians:
Erik Herbst (guitar - #1-4,9-12, keyboards - #3,4,9,11,12, baritone - #11, cowbell - #5)
Clay Corn (organ - #1,10)
Bradley Knight (organ - #3-5,9,11,12)
Tommy Young (organ - #2)
Jerry Saracini (drums - #4)
Milo Deering (mandolin - #7,9,12)
Rocky Gribble (banjo - #8)
Pat Green (vocals - #8)
Kacey Musgrave (background vocals - #3-5,9,12)
| Tracklist |
01:Idalou (4:49)
02:I'll Sing About Mine (4:16)
03:Touch (3:28)
04:She Will Be Free (4:17)
05:Hotty Toddy (3:51)
06:FFA (1:01)
07:Flatland Farmer (3:37)
08:My Texas (feat. Pat Green) (3:11)
09:Dallas Love (3:42)
10:Hell's Gates On Fire (4:15)
11:Rain Finally Coming Down (3:41)
12:Small Town Family Dream (4:29)
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