RockTimes: Hallo, Blind Dog Mayer. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast.
Blind Dog Mayer: Aber gerne doch!
RockTimes: Badge feat. Blind Dog Mayer ist eines deiner Blues-Projekte. Wann wurde die Band gegründet? Hatten die Gruppenmitglieder bereits vorher miteinander zu tun?
Blind Dog Mayer: Wir kennen uns alle seit Jahren aus der hiesigen Bluesszene. Die Band gibt es seit 2009, in der aktuellen Besetzung allerdings erst seit 2012.
RockTimes: Eure in den Rouge Studios eingespielte EP They Call Me
enthält fünf Stücke. Davon sind zwei Eigenkompositionen. Welche Gründe gab es, zunächst eine EP auf den Markt zu bringen?
Blind Dog Mayer: Nun, Coversongs zu spielen mit eigener Note ist was Feines, jedoch schafft man sich als Band auf Dauer damit kein Alleinstellungsmerkmal. Daher haben wir den Entschluss gefasst, nun auch eigene Stücke zu machen und nach und nach das Repertoire umzustellen.
Die EP dokumentiert diesen Schritt und hat sich gelohnt: Die Fachwelt nimmt uns wahr, bespricht besonders die eigenen Titel positiv und die Konzertbesucher kaufen fleißig.
RockTimes: Wird es in absehbarer Zeit ein komplettes Album von Badge feat. Blind Dog Mayer geben? Ihr habt während eurer Werdegänge mit vielen Bluesern aus der nationalen und internationalen Szene zusammengearbeitet. Ist es geplant, für die Aufnahmen eventuell Gastmusiker einzuladen?
Blind Dog Mayer: Ja, in der Tat sind wir mit den Planungen eines kompletten Albums beschäftigt. Hier werden dann auch Gastmusiker aus der Szene auftauchen, die mit ihrer Beteiligung uns unterstützen wollen. Eine tolle Bestätigung!
RockTimes: Im Song "(They Call Me) Blind Dog" swingt es herrlich. Welche Richtungen des Blues seht ihr als eure Schwerpunkte an?
Blind Dog Mayer: Wir zeigen gern die Vielfalt des Blues in unserem Programm, Swing, Swamp, New Orleans und das Delta. Und rockig krachen darf es auch. Beim Blues Rock liegt unser Schwerpunkt.
Diese Vielfalt zeigt die Bandbreite der Band und macht den Konzertablauf sehr interessant.
RockTimes: Bestimmt tauchen die fünf Lieder der EP auch auf der Setlist eurer Konzerte auf. Gibt es bereits weitere Nummern, die ihr geschrieben habt? Welche anderen Songs präsentiert ihr auf der Bühne?
Blind Dog Mayer: Klar, die fünf Songs gehören natürlich zum Stammrepertoire der Band. Wir sind dabei, weitere eigene Titel in das Repertoire einzuarbeiten, auch den ein oder anderen Cover-Titel zu ersetzen. Wir wollen da originell sein, Unbekanntes oder selten live Gespieltes aus der älteren und neueren Blues-Geschichte präsentieren und nicht mit den überall gespielten 12 Standard-Blues-Titeln die Leute langweilen. "Sweet Home Chicago" spielen wir nur zum Soundcheck!
RockTimes: Neben deinen vielseitigen musikalischen Aktivitäten bist du auch der 1. Vorsitzende des Vereins SaarBlues. In der steht, dass der Verein Kunst und Kultur, insbesondere den Blues in der Region Saar-Lor-Lux fördert. Welches Gebiet ist damit gemeint?
Blind Dog Mayer: Das Saarland sieht sich ja als Herzstück Europas und hat auch aus der Geschichte schon gute Kontakte über seine Grenzen und damit meint der Saarländer nicht nur Frankreich und Luxemburg, sondern auch die angrenzende Pfalz. Schließlich waren wir schon zweimal ein einigermaßen souveräner Staat. Dieses Gebiet haben wir im Blick, Saar-Lor-Lux und das angrenzende Rheinland-Pfalz.
RockTimes: Wer hatte die zündende Idee für diesen Verein? Wie kam es zur Gründung?
Blind Dog Mayer: Es gab bereits einmal den Versuch, mit einem Verein den Blues im Saarland zu fördern. Durch mangelnde Zeit der Gründungsmitglieder blieb das stecken. Von daher lag die Idee in der Luft. Wir sind der zweite Anlauf sozusagen und hoffen, diese wichtige Sache durchzuziehen. Den Verein gibt es noch kein Jahr, einige formale Dinge sind noch nicht in trockenen Tüchern, aber SaarBlues wird schon deutlich wahrgenommen von Musikern, Veranstaltern, möglichen Sponsoren, Kooperationspartnern.
RockTimes: Besteht der Vorstand ausschließlich aus Musikern?
Blind Dog Mayer: Ja, das sind alles gestandene Musiker aus der Saar-Szene, die über den eigenen Tellerrand sprich: die eigene Band hinausblicken und die Sache des Blues an sich fördern wollen und nicht den Verein missbrauchen, um ihre eigenen Interessen zu pushen. Das ist uns sehr wichtig!
RockTimes: Auch bei einem eingetragenen Verein geht es ums Geld. Wie finanziert er sich?
Blind Dog Mayer: Soviel Geld brauchen wir als Verein gar nicht. Die Geschäftskosten da reichen die Mitgliedsbeiträge. Ansonsten ist es unser Ziel, neben Sponsoring auch an die öffentlichen Kulturetats ranzukommen.
RockTimes: Die Kultur, hier der Blues, kann auf vielfältige Weise gefördert werden. Wie hat man sich die Vereinsaktivitäten allgemein und konkret vorzustellen?
Blind Dog Mayer: Wir bieten unsere Kontakte zu nationalen und internationalen Bluesmusikern und gute Ideen an, dazu Werbung über unsere Kanäle. Geld muss dann von Veranstalterseite oder Sponsoren kommen. Da beteiligen wir uns natürlich auch an der Akquise.
RockTimes:Wie lebendig ist die Blues-Szene in der genannten Region? Was hat SaarBlues e.V. bisher bewirkt?
Blind Dog Mayer: Wer auf unserer Homepage Bands, Orte und Konzerte anklickt, der wird staunen, wie viel Blues es in unserer Region gibt. Wir waren selbst überrascht, als wir alles zusammengestellt hatten. Was uns im Saarland allerdings fehlt, ist so etwas wie ein Bluesclub, also eine feste Location, wo regelmäßig und ausschließlich Blues angeboten wird. Diese ganzen Informationen zu sammeln und ins Netz zu stellen das war mal eine erste, arbeitsintensive Aktion von SaarBlues. Dazu ist es uns gelungen, vielversprechende erste Events anzubieten. Mit Hilfe von Kooperationspartnern wie dem Betreiber des Parkhotel Mettlach, der einen Kleinkunstkeller mit regem Programm betreibt, bzw. der Stadt St. Ingbert.
RockTimes: Was würdest du als echtes Highlight der Vereinsaktivitäten ansehen?
Blind Dog Mayer: Uns ist es im Rahmen dieser Events gelungen, zwei tolle Musiker dem saarländischen Publikum zu präsentieren: Big Daddy Wilson und Michael van Merwyk. Beide präsentierten ihre jeweils neue CD. Meine Band hatte die Ehre, den Support für van Merwyk spielen zu dürfen. Eine tolle Sache, v.a. auch bei der Schlussjam mit zwei Schlagzeugern à la Allman Brothers. Auf YouTube kann man sich das ansehen und -hören.
RockTimes: Was ist für das Jahr 2015 noch in Planung?
Blind Dog Mayer: SaarBlues präsentiert The Dynamite Daze mit seiner Band am 27. Dezember in St. Ingbert bei einem weiteren Kooperationspartner, Molly Malones Irish Pub. Der Betreiber der urigen Location im alten Bahnhofsgebäude engagiert sich seit geraumer Zeit sehr, nun gibt's dort zum ersten Mal ein nicht-saarländisches Blues-Highlight zu erleben.
Und BADGE feat. Blind Dog Mayer spielt am 11. Juli auf dem großen Festival 'Blues Express' im luxemburgischen Differdange da freuen wir uns sehr drauf und sind mächtig stolz, als saarländische Band zum zweiten Mal dort spielen zu dürfen. Letztes Jahr standen wir schon auf dem Plakat - zwar klein aber immerhin - neben Größen wie Jimmie Vaughan, Steven Seagal oder Torbjørn Risager, dieses Jahr ist Robert Cray Headliner.
RockTimes: Kein Interview ohne die Frage nach den Zukunftsplänen von Blind Dog Mayer beziehungsweise Badge feat. Blind Dog Mayer?
Blind Dog Mayer: Ich selbst bin ja in verschiedenen Projekten unterwegs, im Duo als The Back Door Men, im Trio mit Blind Dog & The T-Bone Twins und mit BADGE feat. Blind Dog Mayer. Gelegentlich werde ich auch als Sideman gebucht für einzelne Konzerte oder Studio-Aufnahmen. Das alles zu organisieren, am Ball zu bleiben, auszubauen das sind meine Pläne für die Zukunft. Speziell betreffend BADGE feat. Blind Dog Mayer wollen wir weitere eigene Titel erarbeiten, live präsentieren und dann bald eine CD aufnehmen.
RockTimes: Gibt es noch etwas, was du unseren Lesern mit auf den Weg geben möchtest?
Blind Dog Mayer: »Blues is my religion« sagt unser Gitarrist Fritz Schröder immer augenzwinkernd und doch sehr ernst. Da widerspricht sogar der Reverend in der Band nicht. Dem hab ich nichts hinzuzufügen.
RockTimes: Viel Erfolg für die Band sowie den Verein und herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen, Blind Dog Mayer.
Blind Dog Mayer: Sehr gerne und ich bedanke mich für das Interview.
Externe Links:
|