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Hinsetzen, die Bierflasche nicht zu weit wegstellen und die Playtaste drücken.
Black Soul Golden Reunion gibt es seit 2009 und hat sich Hard Rock, Funk und Punk auf die Band-Fahne geschrieben. Das Debüt der fünfköpfigen Combo wartet mit nur einem Coversong auf. "Everybody Get Up" geht zurück auf The Bellrays, einer Rockband aus dem amerikanischen Riverside und so etwas wie ein Vorbild für Black Soul Golden Reunion oder auch Black Soul-Golden Reunion geschrieben.
Nach dem zwölften Trommelschlag geht die Gitarre ab und wechselt dann zur Funk-Kostümierung. Der erste Schluck aus der Pulle ist getan. Es zischt gut zum Opener "The Line" von Black Soul Golden Reunion. Zum Wohlfühlen kommt neben der klasse Männer-Leistungsschau an den Instrumenten eine Frau, die mit ihrem Gesang richtig gut ins Gerüst passt. Wenn man so will, hat Laura Rosetti den groben Soul auf den Stimmbändern. Toll!
Funk und Rock ... länger schon nicht mehr gehört, aber hier gut präsentiert.
"No Chorus" geht etwas rockiger zur Sache, hat eine Portion Soul im Tank und ganz allgemein durchzieht der Blues die Nummer. Andrea Oldano lässt in "No Chorus" den Bass krachen.
Wer eine noch etwas härtere Gangart des Rock mag, wird mit "Keep It Dark" bestens bedient, obwohl das Stück zunächst mit balladesken Momenten offenbart. Laura Rosettis Stimme klingt schon zu Beginn etwas bedrohlicher und die Gitarren sind auf einen aggressiveren Ton heruntergeschraubt. Nur für das Gitarrensolo nutzt man die gesamte Palette des Fretboards aus. Klasse Unterhaltung. Die Bierflasche leert sich.
"Mad" stellt zunächst den bereits erwähnten Basser Andrea Oldano prominent in den Vordergrund und auch im Funk-Midtempo hat die Gruppe etwas zu sagen. Nicht erst jetzt bemerkt man, dass Black Soul Golden Reunion sehr gut mit Wechseln im Tempo und Breaks umgehen kann.
"Heavy" rockt riffig-griffig und ist definitiv auch ein Stück für die Tanzfläche. Für diese Nummer wurde wieder der Funk-Motor angeschmissen. Im Tank befindet sich hochoktaniger Sprit und zum Gitarrensolo lernt die Haarmähne fliegen. Nach dem Tänzchen gönnen wir uns einen Schluck aus der Bierpulle.
"Hidden Stars" lässt die Sache einen Deut langsamer angehen. Power-Ballade ist angesagt. Black Soul Golden Reunion ist auch im zweiten Gang eine Hausnummer und abermals ein Kompliment an Laura Rosetti für ihren klasse Gesang. Diese Stimme hat es in sich. Das quirlige Ende mit Sechssaitersolo und steigender Dynamik ist bemerkenswert.
"Muse-Hic" hat ähnlich balladesk-lebhafte Momente, die mit nach innen gekehrten Blicken gepaart wurden. Eine stellenweise vertrackte Rhythmik sorgt für positive Unruhe und Andrea Oldano darf man mittlerweile ein Faible für den staubtrockenen Tiefton nachsagen. Toll!
"Everybody Get Up" lebt von eingängigen Riffs und hier ist der Verlauf des Tracks irgendwie vorhersehbar. Break und Wechsel im Tempo kommen nicht so überraschend wie in anderen Liedern. Der Refrain ist in seiner Eingängigkeit zum Mit- und Nachsingen. Da ist er wieder, dieser Andrea Oldano, mit einem kleinen Bridge-Solo!
"The End's Theme" ist Hard Rock mit guter Prägung. Man setzte abermals auf Unkompliziertheit und mit der einen oder anderen Wandlung im Track, besonders dem herrlich schwebenden Part, kommt dieses Stück auf die Habenseite.
Überhaupt ist das Debütalbum von Black Soul Golden Reunion ein Hinhörer, der interessante Facetten aufweist und so zum Beispiel mit einer Funk-Auslage gefallen kann. Kein Hard Rock-Welterneuerer-Album, aber die Flasche ist leer.
Line-up:
Laura Rosetti (vocals)
Davide Mazzotti (guitar)
Mauro Natali (guitar)
Andrea Oldano (bass)
Enrico Beccari (drums)
| Tracklist |
01:The Line (4:20)
02:No Chorus (4:54)
03:Goldfall (3:49)
04:Mad (5:41)
05:Muse-Hic (4:46)
06:Heavy (4:29)
07:Hidden Stars (4:37)
08:The End's Theme (5:38)
09:Everybody Get Up (4:08)
10:Keep It Dark (5:12)
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Externe Links:
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