In seiner Pure-Rezension kündigte Daniel Daus das Album "Ramshackle" bereits an. Die Scheibe aus der Plattenküche von The Bluefields setzt definitiv keinen Staub an, sondern wirbelt ihn eher auf. Dan Baird ( Georgia Satellites), Warner E. Hodges ( Jason & The Scorchers), Joe Blanton ( Royal Court Of China) und Brad Pemberton ( Ryan Adams, The Cardinals) haben es wieder getan.
"Ramshackle" ist eine süffige, von musikalischem Whiskey getränkte Scheibe zwischen Rauheit und Sanftmut geworden. Wer den Erstling mag, wird hier ebenfalls nicht enttäuscht werden. Die Gesamtspielzeit von gut achtunddreißig Minuten mag Grund zur Kritik geben, aber schließlich ist der Unterhaltungswert verdammt hoch einzustufen. Rock mit vielen Ablegern ... so wie er sein soll. Für den knackigen Sound der Platte hat man sich auf sich selbst verlassen und wahrlich kein schlechtes Händchen gehabt.
Zur Abwechslung wird dann auch von Warner E. Hodges die Ukulele geschultert oder zusammen mit Dan Baird gehen die beiden Protagonisten genauso spannend mit den akustischen Gitarren frisch ans Werk. Die Songs sind voll von Hooklines, Melodien und Sechssaiter-Kunststücken. Der Chorgesang fällt zeitweise geradezu hymnisch aus und von der ersten Minute an wird eine ansteckende Party gefeiert. So muss auch die Stimmung im Underground Treehouse Studio gewesen sein. Einen gewissen Livecharakter kann man in den Nummern hören.
Harte Riffs aus der eigenen Ideenkiste werden phasenweise geschickt mit porträtierten Ähnlichkeiten von Led Zeppelin, den Rolling Stones oder The Quireboys zu einem verteufelt guten Gebräu gemischt. Brad Pemberton ist stets mit einen klasse Beat zur Stelle und dabei wird der infizierende Groove nicht aus den Augen verloren. Die Rock-Ableger sind dann auch durchaus im Folk angesiedelt und einen Abstecher ins Countrygenre serviert man dem Hörer auch noch.
Die muskelbepackten, vielfältigen Tracks bilden eine verschworene Einheit. Die Vocals sind das perfekte Bindeglied zwischen hinlangenden Gitarren und fundamentaler Rhythmuslegung. Neben herrlichen Twinsounds wecken die Männer auch mit ihren Bluesanleihen die Aufmerksamkeit des Hörers. Da kommt uneingeschränkte Freude auf. "Ramshackle" ist ein Monolith, Rock mit Herzblut gespielt. Selbst das leichte Kratzen an der Psychedelic ist überzeugend.
Bei dieser Musik muss man sich nicht wundern, wenn vor lauter Dampferzeugung der Deckel des Roots-Topfs fliegen geht. Man beobachtet das Geschehen mit einem freudigen Lächeln um die Mundwinkel. Insgesamt spielen The Bluefields wie selbstverständlich mit der Song-Geschwindigkeit. Wenn man sie bis zum Midtempo runterschraubt, ist es aus Sicht der Band Zeit für balladeske Momente.
Es muss wohl nicht unbedingt betont werden, dass alle Nummern über ein dickes Erdungskabel verfügen. Gitarristische Höhenflüge verlieren nie den Kontakt zur Grasnarbe, zu den Wurzeln. Das kurze, aber vor toller Fingerfertigkeit strotzende Instrumental "Red River Stomp" ist eines der Highlights und prädestiniert für die Repeattaste. Das komplette Album sowieso.
Im April 2013 war man in Europa unterwegs. Es wird Zeit, dass das Quartett sich Gedanken über eine Herbsttour macht und dann nicht nur in Belgien, Schweden, Spanien oder dem Vereinigen Königreich gastiert. "Ramshackle" ist das Objekt der Roots Rock-Begierde. Die Männer haben es drauf. Konkurrenz belebt das Geschäft. Von The Bluefields kann sich so manch andere Band eine Southern-Scheibe abschneiden.
Line-up:
Joe Blanton (vocals)
Warner E. Hodges (6- & 12-string electric & acoustic guitar, ukulele, vocals)
Dan Baird (bass, electric guitar, acoustic guitar, vocals)
Brad Pemberton (drums, percussion, apps)
| Tracklist |
01:Don't Blame Me (4:54)
02:Twistin' In The Wind (3:26)
03:Sweet Medusa (4:52)
04:Give My Broken Heart A Break (5:11)
05:Wake It Up (3:11)
06:Red River Stomp (2:21)
07:Heart Like A Muscle Car (5:32)
08:Suicide Doors (3:16)
09:Toxic Hootenanny (3:07)
10:The Dick Mulcahey Bypass (2:41)
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