Von Kevin Barry Moore kommt man nicht unbedingt automatisch auf Luka Bloom.
Der irische Künstler hat sich für seinen Künstlernamen bei Suzanne Vegas Hit "Luka" sowie dem in Dublin geborenen Schriftsteller James Joyce bedient. In seinem Werk "Ulysses" heißt die Hauptfigur Leopold Bloom.
Luka Bloom geht auch geschmeidiger über die Zunge. Sein älterer Bruder hat sich keinen Künstlernamen zugelegt und ist ebenfalls sehr bekannt. Es handelt sich um Christy Moore.
Von wöchentlichen Auftritten in einem Restaurant zu Konzerten in der National Concert Hall in Dublin führte ihn sein Weg auch nach Amerika, wo die Erfolgskurve nach oben ging.
In einer heimatlichen Gaststätte spielte er vor vier Leuten, wagte, wie viele andere Iren auch, das Unternehmen Amerika und hatte Erfolg. Nach Van Morrison war er der zweite Ire mit einem Labelvertrag bei Warner Brothers.
Drei Alben erschienen unter seinem bürgerlichen Namen und mittlerweile ist "Dreams In America" sein fünfzehntes Album.
Inzwischen ist er wieder in seiner Heimat ansässig und sagt zu vorliegender Platte selber: »I'm alergic to nostalgia.«
Bei einem Blick über die Tracklist erkennt der Bloom-Kenner... nichts Neues! Ja, der Protagonist kommt mit alten Songs um die Ecke. Allerdings zog er die Kompositionen nicht einfach von den Originalalben rüber. Er hat Lieder gewählt, die er, wie es auf seiner Homepage steht, aus unterschiedlichen Gründen für diese Compilation ausgesucht hat. Unter anderem, weil ihm die Songs nicht mehr gefielen.
Bloom hat sich mit seiner akustischen Gitarre in sein Wohnzimmer gesetzt, zwölf Titel gespielt und wir sind nun quasi live dabei.
Brian Masterson, der bereits 1977 bei Blooms erster Platte aus technischer Sicht die Verantwortung trug, hat dafür gesorgt, dass die Aufnahmen auch ordentlich auf Band festgehalten wurden. Bei seiner Wohnzimmer-Session ist der Singer/Songwriter dann doch über den bekannten Schatten gesprungen, denn mit "Lord Franklin" befindet sich ein Song auf dem Album, den bisher nur auf der Bühne gespielt hat.
Ganz am Schluss gibt es dann noch drei sehr aktuelle Live-Nummern aus dem Jahr 2009.
Luka, alleine zuhause, ist eine vorzügliche Vorstellung von großer Intensität.
Die rein akustische Auslegung seines Songmaterials belegt, welche Qualität die Kompositionen haben. Nur einmal ("Sunny Sailor Boy") bedient er sich bei einem anderen Schreiber: Mike Scott von den Waterboys.
Bloom ist ein toller Gitarrist und famoser Sänger. Mit seiner Stimme transportiert er ein ganzes Füllhorn an Emotionen. Er ist auch in höheren Tonlagen sattelfest und bei seinem Gitarrenspiel wechselt er elegant von der Rhythmusbegleitung zum Fingerpicking.
Vergleicht man die Originale mit den aktuell interpretierten Liedern, hat er den Tracks andere Facetten gegeben. Die Edelsteine erhielten neue Goldfassungen.
Unüberhörbar ist, dass er sich für seine intimen Versionen verschiedene akustische Gitarren zur Seite gestellt hat. Auch das bringt Feuer in die Nummern.
Masterson hat ihm einen perfekten Sound auf den Leib gepegelt. Das komplette Album ist ein Beleg für beste Singer/Songwriter-Qualität. Bloom hat auch richtig Drive. "The Acoustic Motorbike" hat er eine tolle Songumwandlung angedeihen lassen. Wow, diese Nummer rockt!
Aber er kann es auch traditionell: "Be Still Now" atmet die sanfte Luft der Insel und wird mit klassisch anmutenden Gitarrentönen serviert. In keiner Weise merkt man den Liedern ihr Alter an. Es klingt alles sehr frisch. So, als wären die Stücke gerade erst aus ihrer Schale geschlüpft.
Besonders bedeutungsvoll ist das emotionale "Love Is A Place I Dream Of" von "Between The Mountain & The Moon". Auf dem Album im Duett mit Sinead O'Connor gesungen.
Die Livesongs schließen den Kreis der Vorstellung.
Hier ist er nicht ganz alleine. In "I Hear Her, Like Lorelei" sowie "Love Is A Monsoon" wird er von Mitgliedern des National Concert Hall Orchestra begleitet. Fernab von einer 'Night Of The Proms'-Darbietung wird beeindruckende Musik geboten. Mit "Sunny Sailor Boy" befindet er sich im Brüsseler AB ebenfalls nicht alleine auf der Bühne, allerdings hat er das gesamte Publikum als Chor im Rücken und wird von Joe Csibi, Dave Hingerty und Conor Byrne begleitet.
Nicht nur am Ende des letzten Liedes gehört der Beifall ihm, denn von der Idee bis zum Endprodukt ist Luka Bloom, trotz seiner Abneigung gegenüber der Nostalgie, ein perfektes Album gelungen. In dieser Form lasse ich mir einen Rückblick besonders gerne gefallen.
Line-up:
Luka Bloom (guitar, vocals)
| Tracklist |
01:Dreams In America (5:09)
02:Bridge Of Sorrow (2:54)
03:Love Is A Place I Dream Of (2:48)
04:Don't Bo So Hard On Yourself (3:44)
05:Blackberry Time (3:08)
06:Lord Franklin (4:14)
07:See You Soon (3:29)
08:Ciara (2:18)
09:The Acoustic Motorbike (3:41)
10:Cold Comfort (4:12)
11:Be Still Now (2:11)
12:Black Is The Colour (4:34)
13:I Hear Her, Like Lorelei [Live] (4:12)
14:Love Is A Monsoon [Live] (3:59)
15:Sunny Sailor Boy [Live] (4:46)
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Externe Links:
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