Lukas Batteau / Wasteland
Wasteland Spielzeit: 36:53
Medium: CD
Label: Popup Records, 2014
Stil: Singer/Songwriter, Indie Rock

Review vom 16.01.2014


Joachim 'Joe' Brookes
Ein bisschen Weltenbummler (lebte in Südkorea, Amerika, den Niederlanden), in seiner Jugend (vielleicht jetzt noch) begeisterten ihn Pearl Jam, Radiohead sowie The Smashing Pumpkins und als sich Lukas Batteau selbst auf die Musik einließ, war er mit seiner 2008 veröffentlichten EP "All Dressed UP And Nowhere To Go" ziemlich erfolgreich. Es folgten Konzerte im Vorprogramm von Tray Bonham, Go Back To The Zoo, Gomez, Megafun beziehungsweise Miss Montreal.
Seine Version des The Smashing Pumpkins-Songs "Stumbleine" gefiel der Band so gut, dass das Video den Weg auf den YouTube-Kanal der alternativen Rocker fand. Weitere EPs/Singles, die der sehr talentierte Künstler auf den Markt brachte waren "Lukas Batteau" (2012) und "Dance For The Dead".
"Wasteland" ist Lukas Batteaus Albumdebüt und bereits nach den ersten Liedern ist der Hörer erfüllt von den wunderschönen Songs, die uns der Protagonist unter der Mithilfe einiger weiterer Musiker hier abgeliefert hat. Man darf wohl behaupten, dass Lukas Batteau definitiv die Zukunft gehört und man nur hoffen kann, dass er mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt, denn er wird viel Erfolg haben und muss damit umgehen lernen.
"Wasteland" ist die andere Singer/Songwriter- beziehungsweise Indie Rock-Platte. Der Musiker hat mit Ausnahme von "Goodbye" (zusammen mit Steve Savage) alle Songs komponiert und schon an dieser Stelle zieht man wegen des hohen Niveaus seinen Hut vor dem jungen Künstler. Steve Savage (unter anderem Mike Andersen, Elvin Bishop, Robert Cray, The Memphis Horns, John Nemeth, Otis Rush) hat auf vorliegender Platte mitgespielt und produziert.
Lukas Batteau ist mit einer beeindruckenden Stimme gesegnet mit der er selbst in den höheren Regionen keine Probleme hat. Seine Lieder haben Substanz, sind authentisch und decken einen relativ großen musikalischen Bereich ab. Es wird gerockt, der Country kommt nicht zu kurz und wenn sich der Künstler aufmacht, den balladesken Bereich zu bedienen, dann bringt er Speiseeis zum Schmelzen und dem Hörer wird es mächtig warm ums Herz.
Selbst die beiden kurzgehaltenen Buchstützen-Instrumentals von "The Storm", "Prelude (The Still)"/"Reprise (The Wake)" haben ihr Berechtigung. Einerseits wird feinste Gitarrenkost, andererseits ein Exkurs in modern arrangierte Klassiksounds geboten. Der Mann ist mit verdammt vielen Wassern gewaschen. Vielleicht machen ja seine Lebensphasen in unterschiedlichen Ländern den gewissen Unterschied zu anderen Künstlern des Genres aus.
Fest steht jedenfalls, dass in Lukas Batteaus Adern besonderes musikalisches Blut fließen muss. Er versteht es, den Hörer auf leisen Füßen, fast unspektakulär in seinen Bann zu ziehen. Bei ihm werden Freude und Melancholie gute Freunde und wenn in der Sinnlichkeit von "The Storm" das Red Limo String Quartet mitmischt, dann ist es genau hier zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Ein solcher Track ist für die Ewigkeit gemacht.
Wenn Lukas Batteau & Co. rocken, ist man fernab von den ausgetretenen Indie Rock-Pfaden und ruft ein prächtiges "Goodbye" in den Äther. Viele der einfühlsamen Musiker kommen aus dem Dunstkreis des Niederländers Colin Benders aka Kyteman, der seine Heimat ebenfalls in Utrecht hat.
Singer/Songwriter- und Indie Rock-Fans werden gleichermaßen begeistert sein, denn Lukas Batteau macht die Einöde zu einer Oase der Wohlgefühle. Er kann die großen Emotionen in musikalische Kleinode komprimieren. Chapeau! Bleibt zu hoffen, dass eine Nachfolger-Platte genauso überzeugt wie "Wasteland".
Line-up:
Lukas Batteau (vocals, backing vocals, acoustic guitar, electric guitar, synthesizer)
Steve Savage (acoustic guitar, synthesizer, backing vocals)
Merijn van de Wijdeven (bass)
Florian Burgardt (drums - #1,2,4,5)
Yori Olijslagers (drums - #3,10,11)
Frank Wienk (drums, percussion - #9)
Niels Broos (piano - #3)
Floris de Vries (banjo - #5)
Red Limo String Quartet (strings - #7)
Tracklist
01:Enchanted (2:22)
02:Wasteland (4:00)
03:Cannonball (3:21)
04:Line Of Fire (4:22)
05:Dance For The Dead (4:15)
06:Prelude [The Still] (2:11)
07:The Storm (4:24)
08:Reprise [The Wake] (1:51)
09:Waterside (3:04)
10:Goodbye (3:47)
11:Island Of Sorrow (3:15)
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