Bruce Cockburn / The Charity Of Night
The Charity Of Night Spielzeit: 67:33
Medium: CD
Label: (High Romance Music 1996) True North Records, 2008
Stil: Singer/Songwriter


Review vom 03.04.2008


Norbert Neugebauer
Zu den ganz großen 'klassischen' Singer/Songwritern dieser Welt gehört zweifelsohne Bruce Cockburn (geboren 1945). Zwar wurde er nie so berühmt wie seine kanadischen Landsleute Leonhard Cohen oder Neil Young, aber über zwei Dutzend Alben, viele davon mit Gold- und Platin-Status, zeugen von einer hohen Produktivität; andererseits von einem großen Fankreis, der seine Platten vor allem auf dem nordamerikanischen Kontinent, aber auch bei uns kauft. Dazu kommen noch zahlreiche Auszeichnungen und Awards, die er im Lauf seiner Karriere erhielt.
Cockburn ist Einer, der zu recht bis heute das Attribut 'Protestsänger' tragen darf, zählt er doch zu den kritischsten und gleichfalls auch sozial engagiertesten Künstler der Rockmusik. Der nie ein Blatt vor den Mund nimmt und für den es 'political correctness' nicht gibt. Der seinen Zorn über die von ihm erlebte Ungerechtigkeit, Kriegsgräuel und Unterdrückung hinausschreit, auch wenn der Blick der Medien-Öffentlichkeit aktuell ganz woanders verweilt. Oft so unmittelbar und schmerzhaft, dass es schwerfällt, ihm zuzuhören. Der aber auch genauso wunderbare Liebeslieder schreiben und singen kann, die das Herz weit machen.
Das zunehmende Alter hat ihn etwas versöhnlicher gemacht und so wurde sein 1996er Album "The Charity Of Night" von Fans und Kritiker gleichermaßen begrüßt, das einen weitgehenden entspannten, aber keineswegs 'entschärften' Cockburn zeigt. Produziert hat er es selbst mit seinem Landsmann Colin Linden. Nun ist dieses Ausnahmewerk in seinem Katalog als remasterte Wiederveröffentlichung erschienen und Grund für RockTimes, sich diesem Künstler zu widmen.
Cockburn ist ein Poet, ein Songwriter allererster Güte, ein guter Sänger und darüber hinaus auch noch ein hervorragender E&A-Gitarrist. Auf "The Charity Of Night", auf dem er sich einmal mehr als Kosmopolit präsentiert, geben ihm illustre Freunde das Geleit: Ani DiFranco, Gary Burton, Colin Linden, Bonnie Raitt, Bob Weir oder Maria Muldaur und dazu die Stammbesetzung mit Gary Craig (drums, percussion), Rob Wasserman (bass), Janice Powers (keyboards) und Jonatha Brooke (backup vocals).
Die elf Songs zeigen den Mann mit der Nickelbrille in Hochform, in denen er seine nach wie vor kritischen Themen rootsmäßig mit vielen hochkarätigen Zutaten zu einem musikalischen Hochgenuss aufbereitet. Neben seiner Stimme und Gitarre fallen als feste Bestandteile der bundlose Schnurrbass und das im Rockbereich ungewöhnliche, aber hier sehr angenehme Vibraphon auf. Beide geben der Produktion einen leichten, jazzmäßigen Touch und heben das Album schon damit aus dem Gros ähnlicher Aufnahmen heraus. Damit bietet es sowohl mit guter Klangqualität eine abwechslungsreiche, gemäßigte Rockmusik, als auch den von Cockburn erwarteten intellektuellen Anspruch. Parallel dazu wurde auch das gleichfalls hoch eingeschätzte "Breakfast In New Orleans - Dinner im Timbuktu" nochmals aufgelegt, über dessen für uns bestimmtes Promotion-Exemplar sich jedoch jetzt ein Postdieb freut … .
Tracklist
01:Night Tain
02:Get Up Jonah
03:Pacing The Cage
04:Mistress Of Storms
05:The Whole Night Sky
06:The Coming Rains
07:Birmingham Shadows
08:The Mines Of Mozambique
09:Live On My Mind
10:The Charity Of Night
11:Strange Waters
Externe Links: