Circular Logik ist die neueste Schöpfung des US-Multitalents Phil Vincent. Der hat seit 1997 um die zehn Scheiben veröffentlicht, meist mit seinem eigenen Namen auf dem Cover, zuletzt auch unter dem Namen Tragik. Meistens spielt er nicht nur sämtliche Gitarren und Bässe ein und singt selber, sondern steuert auch noch alle Drums und Keyboards bei - für Phil Vincent keine Notlösung, sondern eine eigene Philosophie (siehe Bio auf seiner Homepage). In so fern ist "Circular Logik" schon etwas besonderes - hier lässt sich der Boss umfassend aushelfen!
Mit "One" legt Phil Vincent nun ein Album vor, das die weltbekannte Enzyklopädie 'Rockhaus' gut und gerne auf Seite vierhundertzweiundfuffzig unter 'Melodic Hard Rock' als einstündiges Hörbeispiel einkleben könnte. Circular Logik steckt voller Gitarren - akustisch und clean und heavy, heavy, heavy. Die klingen roh, lebendig... live. Schwer rockende Hooklines sind genau so angesagt wie reichlich Geschreddere. Ja, man muss hier schon auf einen Gitarristen mit großem Ego gefasst sein. Die durchaus beachtlichen Solo-Frickeleien übertünchen aber nie die Songidee.
Denn Mr. Vincent präsentiert massenhaft unverbrauchte Gesangsmelodien, die im Gegensatz zu den Werken manch anderer Gitarrenkünstler alles andere sind als lästiges Beiwerk zu Saiten-weise Griffbrettkunst. In kraftvollem Satzgesang kommen die Vocals sogar teilweise ganz schön wuchtig aus den Boxen. Das macht auch den Umstand ganz gut wett, dass Phil Vincent als Lead Sänger nicht der allergrößten einer ist. Aber das ist Geschmacksache... .
Gesucht habe ich zwar nicht... aber Referenzen zu anderen Bands kommen mir beim Durchhören von "One" andauernd in den Sinn. Die sind aber so divers, dass ich der Band ein durchaus großes Spektrum attestieren kann! Mit "You Make Me Weak" ist ein Blues-Rocker am Start, "Since You've Been Gone" offenbart streckenweise ziemlich direkte Einflüsse der Beatles, die Mid-Tempo-Nummer "Led Wait" mit ihrem Keyboard-gestützten, hypnotischen Riffing erinnert mich an Kingdome Come. Zu den ruhigeren Tönen zählt das wunderschöne Clean-Gitarren-Stück "Right Here", das ein bisschen was von Uriah Heeps Gänsehautnummer "The Wizard" hat.
Die meisten übrigen Nummern sind schlicht und ergreifend harte, melodische Heavy-Rocker, die mal mehr in Richtung Rock, mal in Richtung Metal gehen. Ich höre da taktweise Dokken, Ted Nugent, Bon Jovi, Hardline, Journey raus, und wenn's frickeliger wird, Impellitteri. Phil Vincent schreibt sich selbst noch Boston auf die Fahne, und Sabbath, Toto, Survivor... ja, is recht! Mein absoluter Lieblingssong ist der Glücklichmacher "Hard To Find". Der würde perfekt zu den modernen, rockigen Styx passen, wie sie sich auf "Cyclorama" präsentiert haben.
Man könnte Vincent vorhalten, dass seine Songs keine Nominierungschance für den Innovationspreis der interkontinentalen Metal-, Rock- und Fackeltanzmusikindustrie haben. Aber das ist mir ziemlich wurscht, denn diese Mucke ist so authentisch wie der Kater am Neujahrsmorgen! Sie ist zeitlos, passt zu den 70ern, 80ern, 90ern und den Nullern. Klar, eine objektive Bewertung ist da schwierig. Subjektiv kann ich aber sagen: Circular Logik machen dem 'Shred-Banger' gute Laune. Jetzt hätt' ich noch gern ein Cabrio mit CD-Player... .
Line-up:
Phil Vincent (vocals, lead, rhythm & acoustic guitars, keyboards)
Steven Albanese (lead, rhythm & acoustic guitars)
William V. Arnold (bass, percussion)
Tanion DeAngelis (drums)
William Roux (lead guitars)
Paul Colombo (rhythm guitars - #9)
Rob Kallio (lead guitars - #8)
Tracklist |
01:Welcome Home
02:Killing Me Inside
03:Hard To Find
04:Right Here
05:Led Wait
06:You Make Me Weak
07:Your Time Has Come
08: Since You've Been Gone
09:What We're Looking For
10:Time Killer
11:See Me Through
12:Won't Let You Go / Lost Without You
13:It's All Over
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Externe Links:
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