Starker Tobak. Nicht weil es Prog der komplizierteren Sorte wäre. Nein, das Album der Amerikaner ist höchst melodiös, die Vocals ausschließich von Frauen dargegeboten und das Ganze mit relativ langen Nummern. Der erste Durchgang bringt den Rezensenten in leichte Schwierigkeiten - zu weiblich der Gesang (klar, bei zwei Sängerinnen), zu sehr melodiebehaftet die Musik, einfach zu einfach für Prog?
Vordergründig vielleicht. Aber nur beim ersten Hörduchgang. "A Step Into Elsewhere" ist eines dieser Werke, die man anhören muss. So, wie eine neue Stereoanlage erst mal eingespielt werden muss. Sind es anfangs 'nur' Vergleiche, die man sucht und findet (etwa
Renaissance,
Genesis oder auch
Barclay James Harvest), so offenbaren weitere Hörsessions die Dimension der Kompositionen. Verspielt wie der berühmte, neu aufziehende Tag ("Serenity In A Nutshell"), aber auch mit hartem Instrumenteneinsatz ("Walking In Shadows") präsentieren die vier Musiker(innen) eine mit der Zeit immer progressivere Kost. Kein Kopf-Prog. Nein, die Melodien sind ja nun mal vorhanden. Auch die sanft und nie brutal klingenden Stimmen von
Sharra und
Anisha sind Fakt. Aber darum wird von den Instrumentalisten per elektrischer und akustischer Gitarre, Mandoline und einem Keyboard, das auch schon mal nach Flöte klingt immer mal wieder für immense Spannung gesorgt. Bass und Schlagzeug spielen sich in Rage, um abrupt zu verstummen und der Akustischen beim Akkordspielen zuzuhören.
Fans von
King Crimson (Kopf-Prog) oder
Dream Theater (Metal-Prog) lassen am Besten die Finger von
Cirrus Bay oder checken vorab die Kompatibilität. Aber auch alle anderen sollten mindestens zwei Hördurchgänge einplanen. Idealerweise unter dem Kopfhörer und relaxt rumlümmelnd. Wer "A Step Into Elsewhere" mal schnell beim business as usual hört, wird keinen Zugang finden.