The Coals / A Happy Animal
A Happy Animal Spielzeit: 22:15
Medium: EP (CD)
Label: Eigenproduktion, 2013
Stil: Americana, Roots

Review vom 27.09.2013


Markus Kerren
Die in Los Angeles ansässige Band The Coals legte bereits vor einem knappen halben Jahr mit "A Happy Animal" ihren zweiten Output vor. Nachdem im Jahr 2010 das Debüt "Bring Your Love On Back" erschienen war, wurde erstmal auf nahen und fernen Bühnen geackert, die Live-Performance Stück für Stück verbessert und auf das zweite Werk hingearbeitet. Ein Plattendeal war für die Gruppe um den Songwriter, Gitarristen und Sänger Jason Mandell aber bisher noch nicht erreichbar, weshalb "A Happy Animal" dann konsequenterweise als Eigenproduktion veröffentlicht wurde.
Was auf den hier enthaltenen acht Songs und gerade mal 22 Minuten abgeliefert wird, kann sich allerdings hören lassen. Sehr angenehmer Country Folk breitet sich von den Boxen der Anlage in die heimischen Wände aus. Mandell wird nachgesagt, dass er sich hier sehr deutlich nach dem Altmeister Dylan anhört, was ich aber guten Gewissens so nicht stehen lassen kann. Denn dafür hört er sich doch viel zu sehr nach Mandell an.
Bei den Kompositionen, beispielsweise "Lord Lord Lord", hat man zwar schon das Gefühl, den Song mit anderem Text und minimal geändertem Arrangement bereits gehört zu haben, aber Mr. Zimmerman kommt mir auch da nicht in den Sinn. Dann schon viel eher Kris Kristofferson bei dem angenehm nachdenklichen "Baseline Blues", wobei die Band auch ganz offen zugibt, dass dieser schauspielende Musiker einer ihrer größten Einflüsse war und ist.
Sehr überzeugend kommt der Opener "Redeem Me" mit einer starken Gesangsmelodie und einer schaurig-schönen Orgel und macht direkt schon mal Lust auf mehr. Aber nicht nur die Tasten sind klasse, sondern man hat das bestimmte Gefühl, dass diese Truppe mittlerweile sehr gut zu sich gefunden hat und astrein zusammen, statt nebeneinanderher Musik macht. Ebenfalls beeindruckend ist "Let Me Down Easy", das nach dem rockigen (und mit klasse Piano ausgestatteten) "Dirt Road" mit ganz feinen Melodien wieder einen Gang runterschaltet.
Eine gehörige Dosis TexMex bietet "Maria" mit einem guten Ryan Ross an der Trompete. Eine angenehme Überraschung. Ganz anders dann "Hand To Hold", bei dem zu Akustik-Gitarre und Gesang tatsächlich so etwas wie eine Prise Dylan-Feeling aufflammt. Für "Steal My Heart" sind das Piano (wie die Orgel übrigens von der guten Darice Bailey gespielt) und jede Menge Country-Feeling zurückgekehrt. Geht aber ebenfalls allerbestens ins Ohr, hat nichts Aufgesetzt-Dramatisches und reiht sich wunderbar zu den restlichen Songs ein.
Schade, dass sich nicht mehr Stücke auf dieser Scheibe befinden, denn qualitativ bewegen sich The Coals auf einem erfreulich hohen Niveau. Es wäre zu wünschen, dass es mit dem Plattenvertrag dann doch in naher Zukunft klappt, damit uns die Band sehr bald mit weiterem Material erfreuen kann. Die hier vorzufindenden Stücke sind auf jeden Fall richtig klasse und man kann die Band nur weiterempfehlen.
Line-up:
Jason Mandell (guitars, lead vocals)
Darice Bailey (piano, organ, glock, background vocals)
Peter Hastings (bass, background vocals)
Greg Eklund (drums)
Andy Tabb (guitars, background vocals)
Jack Arky (accordion, background vocals)

With:
Sutter Zachman (additional vocals - #1,4,5)
Sally Dworsky (additional vocals - #7)
Ryan Ross (trumpet - #4)
Tracklist
01:Redeem Me
02:Dirt Road
03:Let Me Down Easy
04:Maria
05:Hand To Hold
06:Steal My Heart
07:Baseline Blues
08:Lord Lord Lord
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