Colorstone / Steam
Steam Spielzeit: 37:13
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2014
Stil: Melodic Rock

Review vom 05.03.2014


Steve Braun
Schweden ist eigentlich seit jeher ein gutes Pflaster für melodisch orientierten Hard'n'Heavy Rock. Eine Platte dieser Provenienz stellt eher selten den berühmten 'Griff ins Klo' dar. Auch für "Steam", das zweite Album von Colorstone, trifft dies uneingeschränkt zu. So weit die gute Nachricht...
Zehn blitzsaubere Melodic-Rocker, mit einem deutlich wahrnehmbaren Touch Glamour der Siebziger, legt der Schweden-Fünfer mit "Steam", dem Nachfolger des 2012 erschienenen Debüts "Into The Garden", vor. Songs, die zwar brillant geschliffen produziert wurden, und denen trotzdem das kleine Quäntchen Eingängigkeit fehlt, das sie unvergesslich machen würde. Songs, die man allesamt, wenn man mal von dem etwas wirren 'Rausschmeißer' "When I'm Gone" absieht, gut hören kann und sich trotzdem hinterher fragt, WEM man da jetzt eigentlich zugehört hat.
Die beiden Singles sind hier ein Paradebeispiel: Sie sind hörenswert, bleiben aber irgendwie 'nicht hängen'. "Never Too Late" erinnert dabei auf angenehme Weise an härtere Sachen von The Sweet. "Gotto Groove" rumpelt und brettert ganz nach Art von Aerosmith durch die dreinhalb Minuten. Da passt es irgendwie ins Bild, dass das Cover ebenfalls alles andere als originell ist. Ich könnte jetzt spontan fünf ähnliche Motive 'runterbeten'...
Als mein persönlicher Favorit hat sich die sehr hübsche Akustikballade "Stone Temple" herausgeschält, in der Colorstone mit glänzenden Satzgesängen gefangenzunehmen weiß. Auch "Don't Just Dream About It" ragt mit beeindruckenden Interaktionen der Bandmitglieder, allen voran dem guten Gitarristen Frederik Bergengren, deutlich aus dem Mittelmaß hervor.
Ansonsten bereist Colorstone die berühmt-berüchtigten 'Seven Seas of Rhye'. Leadsänger Johan Dahlström erinnert mich dabei gelegentlich frappierend an den unvergessenen Brian Connolly. Gewiss alles andere als die schlechteste Referenz, aber den Songs fehlt insgesamt doch etwas der Grip und Biss. Wie man dieses Genre sehr viel besser bedienen kann, haben kürzlich Coney Hatch nachdrücklich bewiesen. Gleiche Baustelle - ungleich besseres Handwerk!!
Wie schon gesagt: "Steam" ist kein 'schlechtes' Album, alles andere als heiße Luft...ähm, Dampf. Freunde des gepflegten Melodic Rock sollten mal hineinhören - die Melodien sind ordentlich und die Band groovt recht angenehm. In der Summe muss Colorstone allerdings für ihr drittes Album noch eine Schüppe mehr auflegen, um einen positiveren Eindruck zu hinterlassen.
Line-up:
Johan Dahlström (lead and backing vocals)
Fredrik Bergengren (guitars, keyboards, backing vocals)
Tommy Falk (keyboards, backing vocals)
Samir Dounas (bass, backing vocals)
Olle Nilsson (drums, percussion, backing vocals)

Guest Musicians:
Jonas Sandquist (backing vocals, talkbox - #1,3, organ #7)
Mia Sandquist (cello - #2)
Tracklist
01:Never Too Late (3:07)
02:Gotto Groove (3:28)
03:Like A Whisper (3:59)
04:Breakdown (3:19)
05:September Rain (3:37)
06:Fight For A Cause (3:22)
07:Don't Just Dream About It (4:01)
08:Stone Temple (2:55)
09:Best Of Me (3:49)
10:When I'm Gone (5:06)
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