Al DeLoner / Mountains On The Moon
Mountains On The Moon Spielzeit: 64:58 (CD 1), 42:11 (CD 2)
Medium: Do-CD
Label: pepper cake/ZYX, 2008
Stil: Singer/Songwriter

Review vom 29.09.2007


Joachim 'Joe' Brookes
Wenn jemand Melancholie, Sehnsucht, Trennungs- oder Herzschmerz, Liebe und Stimmung fernab von jeglicher Großstadt in Gesang und Schallschwingungen umsetzen kann, dann der Norweger Al DeLoner.
Bereits mit sieben Jahren genoss er Klavierunterricht, spielt danach auch Bass sowie Schlagzeug und schließlich Gitarre.
Wie im Line-up zu lesen ist, expandierte er sein Können auf weitere Saiten- und Tasteninstrumente. Hinzu kam auch noch die Harp.
Als Mastermind der mittlerweile aufgelösten Band Midnight Choir macht der in Oslo beheimatete Musiker und Sänger auf Solo-Pfaden weiter.
Mit drei veröffentlichten Alben seit 2004 stellt sich DeLoner nun mit "Mountains On The Moon" den Fans und Kritikern.
Während der Midnight Choir-Zeit kam es bereits zu Kontakten mit der amerikanischen Geschwister-Indie Rock-Band The Walkabouts, auf dessen Album "Acetylene" (2005) er als Gastmusiker mitmischte.
Deshalb verwundert es auch nicht, dass zwei Walkabouts auch auf der vorliegenden Platte eine Stippvisite machen: Chris Eckman hört man am Harmonium in "Your Prince Will Come" und Carla Torgerson singt die "Over The Ocean"-Backing Vocals.
Mit den weiteren Musikern und ihren Instrumenten wie Saxofon, Flöte, und Violine werden die durch den Protagonisten erzeugten Atmosphären einerseits multipliziert, anderseits haben die instrumentalen Einsätze der Musiker auch einen geradezu befreienden Charakter.
Geschickt, je nach Gusto verbreitet der vielseitige Künstler mal an den Saiteninstrumenten, mal mit Piano, Melodika, Harmonium oder Orgel seine Gefühle und letztendlich trägt auch sein Gesang dazu bei.
Bereits angesprochenes "Over The Ocean" ist ein Meisterwerk an filigraner Melodie, zerbrechlich wie chinesisches Porzellan. Wie vom einzigen Satelliten der Erde erklingen minimalistische Pedal Steel-Klänge eines Kevin Suggs bei seinem ausschließlichen Einsatz auf der an unterschiedlichen Orten, unter anderem in Deutschland aufgezeichnete CD.
Torgerson-Backing Vocals? Das ist ein Duett mit DeLoner. Klar, kommen bei der Sparsamkeit die Vocals deutlicher zum Tragen.
Durch "Mercy Of Maria", mit herrlichen Harp- und Saxofon-Sounds aggangiert, liefert der Mann aus dem kühlen Norden Europas ein weiteres Highlight ab, das aus der Midnight Choir-Zeit stammt. Gleich drei weitere Titel zitiert er aus diesem Part seiner Karriere: "Long Time Ago", der mit Abstand längste Track auf dem Album verbreitet das Flair eines Nebel-verhangenen Sees bei Sonnenaufgang und im Verlauf der fast zehn Minuten reißen auf ganz sanfte Art und Weise Geige sowie Orgel kleine Löcher in die fein verteilte Luftfeuchtigkeit.
"The Ballade Of Emma DeLoner" steht deutlich im Zeichen von DeLoners emotionaler Stimme. Ein herzzerreißender Track, mit akustischer Gitarre und Querflöte vorgetragen, der dann mit opulenterem Line-up durchaus Fahrt aufnimmt. Gefühlvoller geht es fast nicht...
Am Saxofon kann sich Freanzel in "Painting My Matisse" prächtig in Szene setzen und durch das Wechselspiel mit Max Lorenz' Violine bleibt es bis zum Schluss bei der prägenden, bereits beschriebenen Stimmung. Dies ist dann auch der letzte Song aus dem Midnight Choir-Zyklus.
Mit seinen Kompositionen ist DeLoner einer der wenigen Künstler, die es fertig bringen, musikalisch hingehauchte Kunstwerke zu kreieren.
Die bluesig gespielte E-Gitarre in "5 In The Morning" wirkt fast wie ein Fremdkörper im Arrangement der gesamten Scheibe... ist aber einfach wunderbar.
Al DeLoner überrascht auf seine ganz persönliche Art und bindet die Begleitmusiker in seine sentimentale Welt mit ein. Das macht die CD in gewisser Weise einzigartig.
So ist es auch mit der exklusiv beigefügten Bonus-CD für den deutschen Markt: »Written, performed, produced and engineered by Al DeLoner.«
Nur "Pickin' Up The Pieces" erblickte 2004 auf dem Sampler "Norway Now: Rock" das Licht der Musikwelt.
DeLoner bringt ähnlich viele Instrumente zum Einsatz wie auf der Haupt-CD, wobei die Gitarre im Vordergrund steht.
"Two Steps" kann man hier in der Roh-Fassung genießen, denn für sein Album "Flora In The Darkroom" wurde das Stück dann neu eingespielt.
Den Löwenanteil der Spielzeit übernimmt mit elf Minuten das fantastische "Two Steps". Auf der Bonus-CD geht es dann phasenweise auch um einiges flotter zu. Gut so!
Alles in allem "Mountains On The Moon" Musik für gewisse Stunden und dann ist die CD ein Edelstein...
Verdiente 8 von 10 RockTimes-Uhren gehen an die Fjorde Norwegens.
Line-up:
Al DeLoner (vocals, piano, guitars, mandolin, bass, drums, melodica, harp, harmonium, organ)
Robert Freanzel (saxophone, flute)
Max Lorenz (violin, trumpet, drums - #8)
Chris Eckman (harmonium, noises - #7, string arrangement - #9)
Carla Torgerson (backing vocals - #6)
Kevin Suggs (pedal steel - #6)
Ringo Fire (bass, dobro)
Anda Eckman (backing vocals - #9)
Maria Antonia Schmidt (backing vocals - #1)
Tracklist
CD 1:
01:Mountains On The Moon (5:40)
02:Long Time Ago (9:47)
03:Take My Love With You (3:27)
04:5 In The Morning (4:55)
05:Mercy Of Maria (4:48)
06:Over The Ocean (6:28)
07:Your Prince Will Come (4:35)
08:The Ballade Of Emma DeLoner (6:19)
09:Days Of Gold (7:06)
10:Two Red Balloons (2:27)
11:Painting My Matisse (5:42)
12: Settle Down (3:26)
CD 2:
01:We Painted In Spain (3:43)
02:Crawling Out Of My Skull (6:11)
03:It's A Weary World (11:05)
04:Two Steps (Acoustic Version) (4:20)
05:Going Steady (To The Man In Me) (4:07)
06:Transmission Problems (5:37)
07:Pickin' Up The Pieces (3:17)
08:Eastern Rose (3:35)
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