Dakota Suite nennt sich eine Band, ursprünglich aus Liverpool, nach dem Haus in New York City, in dem John Lennon wohnte und vor dem er erschossen wurde; Chris Hoosen ist stadt- und elternseits Beatles-vorbelastet, der Kopf der Combo. Seit 1998 hat diese mit "The Side Of Her Inexhaustible Heart" elf Alben (die ersten als EPs) herausgebracht, deren roter Faden eine ausgeprägte Melancholie ist und die, zumindest auf diesem Album, nichts mit Rockmusik (oder den Beatles) zu tun hat. Grund für die Stimmungslage ist lt. Bandpage unter anderem der sportliche Misserfolg des FC Liverpool, unter dem Fan Hoosen leidet. ( ROCKTIMES kennt die Situation, da einer der Redakteure sein Schicksal mit Rot-Weiss Essen, derzeit mit erneuter Niedergangstendenz in der Regionalliga West, verknüpft hat und jahrelang Abstiege und begleitende Depressionsschübe verkraften musste.)
Die dritte und wohl größte Leidenschaft des Herrn Hooson gilt Johanna, wer immer dieses Geschöpf auch ist:
»Jedes Stück Musik, das ich mache, handelt von meinem Leben mit Johanna. Von der Erkenntnis, dass ich ohne sie verloren bin, von dem Wissen, dass sie mich am Leben hält. Jeden Song, den ich je geschrieben habe, habe ich für sie geschrieben.
Ich schreibe diese Songs, um ihr zu sagen, dass ich weiß, was sie für mich tut. Obwohl ich sie so oft verletzt und ihr tiefe emotionale Narben zugefügt habe, weil ich den Weg durch das Leben nicht finde. Weil ich glaube, dass ich nicht auf diese Welt gehöre und obwohl ich jeden Tag leide und kämpfe, lässt sie mich nicht gehen. Und obwohl ich mich selbst hasse und verabscheue, liebt sie mich. Und das hält mich am Leben. … Alle Stücke handeln von Johanna.«
Soweit der eine schwermütige Teil der Dakota Suite, dessen Ideen der andere, Quentin Sirjacq aus Paris, filigran und detailbesessen ausarbeitet und arrangiert. Nicht weniger schwermütig.
Zeitlupenstücke, über weite Strecken rein instrumental; getragen von Piano- oder Gitarrentupfern, untermalt von einzelnen Streichinstrumenten, die auch ins Dissonante abgleiten und kratzen. Hoosens Stimme fragil, weich, verletzlich, hauchend. Die minimalistischen Klangmuster erinnern eher an Neutöner-Strukturen oder an die Flügel-Kompositionen von Eric Satie, denn an herkömmliche Melodien.
Novembermusik.
Der Hörer muss sich emotional darauf einlassen und die sanften Akustik-Klänge assimilieren. Die Melancholie trägt, ist weder Selbstzweck, noch zieht sie herunter. Das Grau wird durch eine milde Sonne erhellt, die den Nebel lichtet. Musik, die meditative Ruhe spendet, jedoch nicht einlullt.
Die kammermusikartigen Stücke ähneln einander in Struktur und Wirkung. Einzelne herauszunehmen, macht keinen Sinn. "The Side Of Her Inexhaustible Heart" ist ein Album für besondere Stimmungen oder besondere Menschen. Nichts für den 'normalen' Musikgeschmack. Auch nicht unbedingt für leidende Fußball-Fans.
Line-up:
Chris Hooson (guitar, vocals)
Quentin Sirjacq (piano, percussion, vibraphone, organ)
Deborah Walker (cello)
Irène Lecoq, Samuel Leloup (violin)
Cyprien Busolini (viola)
Youen Cadiou (double bass)
| Tracklist |
CD 1:
01:As Long As Forever Is (Part I)
02:Where The Tears Go
03:The Side Of Her Inexhaustible Heart
(Part I)
(Part II)
(Part III)
(Part IV)
04:You Will Take All That I Love
05:Becoming Less And Less
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CD 2:
01:Yes We Will Suffer (Part I)
02:To Make You Whole Again
03:The Side Of Her Inexhaustible Heart (Part V)
04:How Safe We Must Seem
05:Yes We Will Suffer
(Part II)
(Part III)
(Part IV)
As Long As Forever Is (Part II)
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Externe Links:
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