
Irish Folk im Folkclub Isaar, tatsächlich, das gibt es auch 2009. Und füllt den Saal immer noch. Zumindest zu gut Zweidritteln an einem arschkalten Samstagabend. Dass die Band nicht von der Grünen Insel, sondern aus Deutschlands westlichen Gefilden kam, war hinreichend bekannt und wäre auch nicht weiter aufgefallen, hätten die beiden Herren und ihre Mitspielerin den Mund nur zum Singen aufgemacht. Damit konnten sie, ohne jegliche Verstärkung, kräftig punkten, auch wenn die Stimmen (bei Frau
Urton erkältungsbedingt) nicht unbedingt den Raum ausfüllten. Die Moderation dagegen war jedoch sehr 'lutheranisch'.

Schön war es, wiedermal eine Folkband fast ausschließlich 'unplugged' zu hören, denn das lohnte sich bei der Spielfreude und dem instrumentalen Können des Trios allemal. Die beiden Herren kannten den alten Wirtshaussaal schon seit langem, bereits 1993 gastierten sie mit dem damaligen
Hölderlin Express (weder mit dem Dichter noch der Wuppertaler Band verwandt) in Isaar. Dass sie sich nun mit diesem Projekt fast ausschließlich an irischer bzw. keltischer Musik orientieren, zeigt die nach wie vor ungetrübte Begeisterung an den Jigs und Reels auch unserer fernen Vorfahren. Die neue Formation entstand nach dem Split von
Lynch The Box 2004, die Musiker sind und waren jedoch auch in anderen Verbindungen und als Solisten tätig.

Mit einem sanften Instrumental eröffnete das Trio das Konzert. Melancholisch umspielten sich die Drei und steigerten sich dann in einen ersten rhythmischen Tune zum Mitwippen. Nicht nur Traditionelles oder Genre-typisches wie von den
Tannahill Weavers oder von
Luka Bloom stand auf der Setlist, auch einen Song des
Pinguin Cafe Orchestras hatten sie 'passend gemacht'. Genauso abwechslungsreich das Instrumentarium. Um die Geige von
Franziska Urton bauten
Jørgen W. Lang mit diversen Saiteninstrumenten und Low Whistles sowie
Johannes Mayr mit Kontrabass, Akkordeon und Piano ansprechende akustische Klangszenerien.
DÁN spielten einen ausgiebigen zweiteiligen Set, der mit den schnell gewährten Zugaben zur wohl beiderseitigen Befriedigung von Publikum und Künstlern endete.