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Rock aus Neuseeland haben wir auch nicht alle Tage im Player. The DeSotos stammen aus Auckland und obwohl die vier Herren schon eindeutig reiferen Alters sind, ist "Cross Your Heart" ihr Debüt. Viel Infos gibt's nicht über die Band, die sich nach einer früheren amerikanischen Automarke (und die nach dem spanischen Entdecker des Mississippis) genannt hat. Das erste Album hat gleich für richtig Anerkennung gesorgt, was der Combo reichlich Auftritte verschafft hat. Mittlerweile gibt's einen neuen Drummer und die Band arbeitet an der nächsten Platte, die Ende des Jahres erscheinen soll.
So und nun zur Musik der 'Kiwis':
Vom ersten Gitarrenakkord an sympathisch und 'tuned'! Das ist geiler Rock und Pop der alten Machart mit gut ausgearbeiteten Songs, die atmosphärisch sind und unter die Haut gehen. Der Sound wird bestimmt von Paul Gurneys charismatischer Stimme, seinem markanten Lead-Gitarrenspiel und feinem Satzgesang. Ausgefeilte Arrangements, die für einen mächtigen, dampfigen und rauen Sound sorgen, der dann auch mit richtig Power aus den Boxen kommt.
Mit "'59 Cadillac" legt die Band gleich einen Ohrwurm erster Güte vor, bei dem sich die fetten Gitarren bis zum Ende immer weiter auftürmen. "The Spirit" ist dagegen ein leicht elegischer Song mit einer schönen Steigerung im Mittelteil. Die erste Gesangslinie von "Greedy Man" erinnert an die Doors, Gastspieler Andrew McGregor lässt seine Harp über schwerem stampfendem Rhythmus bluesen. Nach diesem Kracher tönt das melodische "Invisible" intim und geheimnisvoll, wobei diesmal die Orgel einen schönen Soundteppich auslegt, über dem sich die warme Lead-Stimme und die Solo-Gitarre abwechseln. Mit "Offline" wird's noch ein Stück entspannter - ein atmosphärischer, folkigiger Pop-Song mit Debbie Kerr als Duettpartnerin. Gemäßigt bleibt's auch noch beim balladesken "Lonely Star", dessen Refrain mit reichlich Hall einen schönen Vintage-Anstrich erhalten hat.
Ein bis zwei Gänge höhergeschaltet zieht der poppige "Rollercoaster" seine Runden. "Sat On A Mountain" beginnt ganz verhalten, baut sich allmählich zum bluesigen Slowsong auf und kocht dann mit dem Einstieg von Midge Marsden an der Mundharmonika komplett über. "Crazy World" rockt ordentlich, beim gefühlvollen "Love Lost Time" kommt West Coast-Feeling auf, Stuart MyIntyre darf beim selbstgeschriebenen, stampfenden "Summer Wine" auch mal ans Mikro, kann aber mit dem Kollegen nicht mithalten. Danach wird mit "When You Dance" ein amtliches Neil Young-Cover aufgefahren, das seinem Herrn alle Ehre macht. Mit "Goodbye" erhält "Cross Your Heart" einen gebührenden psychedelischen Abschluss.
CCR, Tom Petty, Crowded House und noch mehr Helden einer Zeit, als Musik noch eine andere Wiedererkennungs-Qualität hatte, fallen dem in vielen Rocknächten gereiften Hörer da spontan ein. The DeSotos schaffen es mit ihren meist selbstgeschriebenen Titeln, den Spirit einer Epoche, die eine andere Songkultur hatte, ins Heute zu transferieren und klingen dabei kein bisschen altmodisch oder nachgemacht. Die vier gestandenen Herren wissen einfach, wie's geht und brauchen dazu nur ihre herkömmlichen Instrumente und Stimmen. Pop oder Rock - das spielt hier keine Rolle, es geht alles ab. Die 13 Stücke von "Cross Your Heart" stehen für absolutes Hörvergnügen und das schließt glücklicherweise die Klangqualität ein. Es lohnt auch, die Texte im Booklet mitzulesen, die teilweise recht assoziativ sind. Lediglich das Cover mit seinem Knast-Tattoo-Logo wirkt etwas billig.
Aus meiner Sicht eines der stärksten Alben für Fans 'traditioneller Rockmusik' in diesem Jahr und ein Debüt der Extraklasse!
Line-up:
Paul Gurney (lead vocals, electric, acoustic and slide guitars, mandolin)
Rex McLeod (drums and percussion)
Stuart MyIntyre (bass, backing vocals)
Ron Stevens (Hammond organ, Wurlitzer, keyboards, backing vocals)
| Tracklist |
01:'59 Cadillac
02:The Spirit
03:Greedy Men
04:Invisible
05:Offline
06:Lonely Star
07:Rollercoaster
08:Sat On A Mountain
09:Crazy World
10:Love Lost Time
11:Summer Wine
12:When You Dance
13:Goodbye
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