Tonträger, die ich vom fünften Kontinent erhalte, sind oftmals mit dem AC/DC-Virus infiziert. So auch der von Dead City Ruins. Wenn ich nun ihre neue gleichnamige CD von hinten aufrolle, hat die Band mit dem Bonustrack und AC/DC-Klassiker "Rock N Roll Damnation", der einst aus der Feder von Angus und Malcolm Young sowie Bon Scott entsprang, an die australische Superband gedacht.
So wie es sich für eine australische Hard Rock-Combo gehört, powert die Band ohne jegliche Anlaufschwierigkeiten vom Eröffnungsteil "Happenzella" bis eben zum Schlussakt "Rock N Roll Damnation" mit voller Drehzahl. Auch wenn ich die Mehrzahl der Lieder völlig okay finde, komme ich mit dem kürzesten Stück des Silberlings "Shot Through" gar nicht klar. Hier bewegen sie sich eher im grenzwertigen, schon fast roten Bereich. Die Stromklampfen werden hier extrem geschrammelt und es wird so schnell gesungen, dass glatt rockende Rapper am Werk sein könnten. Nun gut, zumindest besitzt der Song die Fähigkeiten, Totgeglaubte wieder zum Leben zu erwecken.
Wenn Sänger Jake Wiffen seine Textvorträge auf normalem Hard Rock-Level der 80er vorträgt, so wie beim nachfolgenden "Blue Bastard", dann werden bei mir genügend Glückshormone ausgeschüttet und die Welt ist auch für mich wieder in Ordnung. "Blue Bastard", "DIO" und "Bloody Tools" kristallisieren sich für mich als Anpieltipps heraus. Vor allem mit "Bloody Tools", in knapp zehn Minuten Spiellänge vorgetragen, haut die Band noch mal so richtig einen Kracher an die Oberfläche. Allein hier beeindrucken sie mit variablem Tempowechsel, reichlich Metal-Einschlägen, gekonnten Gitarrenläufen, einigen Balladen-Spritzern, hammerharten Gesängen und zum Ende hin mit leichtem Gewitterregen.
Fazit: Dead City Ruins offenbaren sich mir als klassische Hard Rock-Band. In einer knappen Stunde wird gerockt, was das Zeug hält. Ohne Pardon gibt es reichlich auf die 'Zwölf' und letztlich bewegt sich die Band im Großen und Ganzen im grünen Bereich, ohne nun den ganz großen Coup zu landen. Um in die Fußstapfen von AC/DC zu treten, steht der Band noch ein weiter Weg bevor. Vielleicht sogar ein zu weiter? Ich bin gespannt, wie unsere Leser über "Dead City Ruins" urteilen und ich habe nichts dagegen, wenn der ein oder andere RockTimes-'Stammkunde', vielleicht auf unserer FB-Seite, ein Feedback über das neueste Werk der Australier abgibt.
Line-up:
Tommy Teabag (guitar)
Sean Blanchard (guitar)
Jake Wiffen (vocals)
Mick Quee (bass)
Tom Bullot (vocals, drums)
| Tracklist |
01:Happenzella (6:54)
02:Til' Death (4:08)
03:D.I.B (6:18)
04:Hurt (5:16)
05:Shot Through (2:48)
06:Blue Bastard (5:22)
07:Broken Bones (5:33)
08:DIO (6:19)
09:Bloody Tools (9:40)
Bonustrack
10:Rock N Roll Damnation [feat. Whitfield Crane] (4:04)
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