Deep Aeon / Temple Of Time
Temple Of Time Spielzeit: 28:09
Medium: CD
Label: H42 Records, 2015
Stil: (Stoner) Rock

Review vom 16.04.2015


Markus Kerren
Eieiei, manchmal kann man bei Promo-Texten doch ein wenig ins Schleudern geraten... oder sich wahlweise amüsieren. In dem (Text) zu der Düsseldorfer Combo Deep Aeon wird dem Quartett nämlich in ca. zehn Zeilen attestiert, einmal eine Stoner-, dann eine Hard-, darauf eine Heavy- und schließlich eine Desert Rock-Band zu sein. Naja, bestenfalls sind sie alles zusammen, denkt sich der geneigte Rezensent dann so bei sich, während er den Silberling mit gespannter Vorfreude in den Player schiebt... und glücklicherweise auch nicht enttäuscht wird.
Entstanden ist Deep Aeon vor etwa zwei Jahren, die erste EP (mit vier Songs) kam bereits im September 2013 raus und wurde Anfang 2014 dann sogar von dem Label Urtod Void noch einmal neu aufgelegt. Aber genug der Vorrede, denn nun liegt seit Anfang des Monats mit "Temple Of Time" der brandneue Output des Vierers vor. Und wenn er eines in sich vereint, dann ist es dieser flott holpernde (nicht negativ gemeint!) Grundrhythmus, der mich sehr stark an eine ältere Band aus den Siebzigern (ich hab' mir jetzt tagelang das Hirn zermartert, komme aber leider trotzem nicht drauf) erinnert.
Das ist aber auch gar nicht schlimm, denn Deep Aeon bringen ihr Material durchaus überzeugend rüber. Eine fette 'Bratgitarre' sorgt für die fiebrige Agilität, das Bandfundament funktioniert prächtig und Marcel Rösche am Gesang überzeugt ebenfalls über die gesamte Spielzeit, selbst wenn auch er wieder Assoziationen zu anderen Frontmännern herauf beschwört. Aber wie dem auch sei, die sechs hier vertretenen Tracks sind sehr energiegeladen, versprühen jede Menge Adrenalin und können auch durch das Songwriting deutliche Pluspunkte einfahren.
Die beiden besten hier vertretenen Nummern bilden den Anfang und das Ende von "Temple Of Time". Der Opener "Element 24" prischt geradezu unwirsch und getrieben auf den Hörer zu, ist dabei mitreißend, während der Refrain zielsicher ins Langzeitgedächtnis sticht. Nach einer hinsichtlich des Tempos mäßigeren Einleitung zieht auch der finale Titel "River" plötzlich wieder ganz kräftig an und versprüht einmal mehr die volle Power dieser Band, ganz so, wie auch "Element 24" den Rezensenten auf seine Seite ziehen konnte. Das kommt live ganz sicher mit voller Breitseite und bürstet die ungekämmten Haare erstmal kräftig in Stellung.
Tja, für eine EP ist "Temple Of Time" eigentlich zu lang, für ein Album (wie angepriesen) mit seinen gut 28 Minuten allerdings viel zu kurz. Sehr schade, denn selbst wenn hier richtig starkes Material abgeliefert wurde, ist man doch jedes Mal enttäuscht, wenn so schnell schon wieder Schluss ist. Potential ist definitiv jede Menge vorhanden und ich drücke den Jungs von Deep Aeon die Daumen, dass sie sich so stark weiterentwickeln, wie sie begonnen haben.
Auf jeden Fall mal anchecken!
Line-up:
Alexander Weber (guitars)
Nikolaj Marfels (drums)
Axel Meyer (bass)
Marcel Rösche (vocals)
Tracklist
01:Element 24
02:High Trip King
03:Floating
04:With That Priest On The Backseat
05:Noises From Aeon
06:River
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