Dementsprechend kommt ihr Opener "Find A Home" ziemlich soft rüber, was aber durch die instrumentalen Einlagen recht ansprechend wirkt. Da geht es beim folgenden Teil schon etwas rockiger zur Sache. "Lost Estate" heißt das Stück, das bei mir Erinnerungen an die Anfänge der
Fleetwood Mac-Zeit erweckt. Zumindest aus der Zeit Anfang der 70er. Ah! "Shanghai'd" habe ich schon im Radio gehört. Eine schöne eingängige, melodische Nummer, die durchaus Chart-Charakter besitzt, ohne mich nun gleich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dazu bewegt sich ihr Stil zu sehr im Classic Rock, etwas Blues, ein wenig Psychedelic und Pop Rock-Bereich. Aber bitte!
Fleetwood Mac haben von anno dazumal bis heute eine üppige Fangemeinde eingespielt und diese könnten bei "May 45" vor Begeisterung in die Hände klatschen! Wenn ich's nicht besser wüsste, würde ich behaupten, einen Longplayer der glorreichen Band in meinem Player zu haben. "Unsung" besticht ebenfalls durch eine sehr einprägsame, rhythmische Melodie, die sich, ob ich will oder nicht, als 'Ohrwurm' in meine Trommelfelle einfräst. Nicht, dass ich nun völlig hin und weg bin, aber die musikalische Qualität des Scheibchens ist spitzenmäßig und einige Songs dienen dazu, von meinen üblichen Rock-Alltag in einige Entspannungsphasen abzudriften. So auch bei "Brilliant Sunshine", den ich im Unterbewusstsein öfter aufgesogen haben muss. Jedenfalls kommt mir das Teil recht bekannt vor und lässt mich weiter meditieren.
Nach "Moment Gone", einer leicht bluesigen Nummer, mit herzzerreißendem Schmelzgesang
Gregs und schönem Gitarrengezupfe
Aaorns folgt mit "Lake Can Be Lethal" ein weiterer Anspieltipp! Doch ich muss mich wiederholen: Wie gehabt, geistert mir
Fleetwood Mac vor der Linse. Und von diesem Trip komme ich auch beim Finale und gleichzeitigen Titeltrack "Star Tiger Star Ariel" nicht mehr runter und ich empfinde, dass meine geschundene Rockerseele soeben im 'Ariel-Waschgang' bereinigt wurde. Schließlich kämpfen zwei Seelen in mir: Zum einen habe ich ein tolles, melodisches Album mit ein paar Blues-Anleihen und Psychedelic-Spritzern gehört, das mit einer hervorragenden Tonqualität brilliert und auch sonst kaum Schwächen zeigt. Auf der anderen Seite würde ich mir die Tonkonserve eigentlich nicht zulegen, da fehlt es mir dann doch an der nötigen Power, anspruchsvollen Gitarrenläufen, harten Drums, röhrendem Bass und eine Rockerkehle der Marke
Bon Scott.
Ein Reinhören halte ich für empfehlenswert, so kann man sich letztlich dadurch einen kurzen Überblick verschaffen um selbst zu entscheiden, ob man sich die Platte, eine Mischung aus Fleetwood Mac und Kate Bush, zulegen möchte.