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Hinter Detroit Rebellion steckt nur ein Musiker, der mit seinem bürgerlichen Namen nicht so recht rausrücken mag.
Seine Musik kann wohl mit Roots Music beziehungsweise Americana bezeichnet werden. Ein Mann, seine Stimme und seine akustische Gitarre.
Ein Mann, der Geschichten zu erzählen hat. So enthält das Booklet, im Gegensatz zum unschuldigen weißen Äußeren im in Schwarz gehaltenen Innerteil auch nur die Texte seiner um die drei Minuten und weniger langen Songs.
Es ist schon eine Kunst mit fünfzehn Songs auf knapp vierzig Minuten Spielzeit zu kommen. Können sich auf dieser Distanz überhaupt entsprechende Stücke entwickeln? Zumal Detroit Rebellion, mit wenigen Ausnahmen, einiges an Text unterzubringen hat.
Der Protagonist ist viel auf bluesigen Countrypfaden unterwegs. Will ein Musiker als Alleinunterhalter etwas beim Hörer bewirken, muss man schon was drauf haben.
Allerdings ist das Gitarrenspiel des Mannes aus Providence, Rhodes Island nicht gerade von einer Vielfalt geprägt. In seinen Songs schrammelt er mit dem Plektrum über mehr oder weniger viele Saiten seiner akustischen Gitarre und der Output ist weit entfernt von einem Charisma.
Da gibt es andere Künstler, die eine solche Art von Musik wesentlich besser transportieren. Meistens serviert er Akkordkost und somit sind Soli eine echte Rarität auf seiner Debütplatte. Von einem Fingerpicking ganz zu schweigen.
Sein Markenzeichen ist da eher die Stimme, mit der er seine Gefühle wesendlich besser rüber bringt. Selbst wenn er pfeift, wie in "Madison" hat das einen gewissen Charme, auch wenn der nur knapp eineinhalb Minuten dauert.
Geschwindigkeitswechsel sind Seltenheit. Detroit Rebellion hat einen Tempomaten im Handgelenk.
Einige wenige Songs sind durchaus spannend arrangiert, allerdings leider die Ausnahme. Die ersten drei Nummern lassen das Spektrum des Musikers überschauen. Ein guter Blues am Anfang, dann eine Rock'n'rollige Nummer und schließlich das, was Detroit Rebellion im Allgemeinen ausmacht und bereits weiter oben beschrieben wurde.
Lobend muss erwähnt werden, dass der Gitarrist einen bestimmten Drang zu Melodien hat. Wer als Musikanhänger keinen Wert auf textliche Ergüsse hat, kann wohl per se Abstand von Detroit Rebellion nehmen.
Mit seinen spartanischen Arrangements kann er sowohl bittere Kälte als auch wärmende Momente abliefern. Ohne Schnickschnack macht der Protagonist in einer Art von Protestlyriker der vergangenen Sorte mit alltäglichen Themen bis hin zum Song "New Orleans" und Katrina. Gerade dieser Song schließt an die guten Tracks am Anfang der Platte an.
"Don't Make Waves" hat etwas von der Spannung eines "Psycho Killer" der Talking Heads.
Davon, dass Detroit Rebellion einst in einer Punkband spielte, ist nichts geblieben. Von seiner politischen Tätigkeit allerdings sehr wohl.
Wie dem auch sein mag... es wird bestimmt Leute geben, die sein Debütalbum vielleicht sogar genial finden.
Aus meiner Sicht fehlt bis dahin noch ein erhebliches Stück an Kreativität. Die musikalische Ausrichtung stimmt natürlich, allerdings sollte im Besonderen mehr Wert auf Abwechslung gelegt werden.
Warten wir also auf die nächste Platte des Mannes mit der akustischen Gitarre, den guten Texten und seinem engagierten Gesang.
Line-up:
Detroit Rebellion (acoustic guitar, vocals)
| Tracklist |
01:Don't Make Waves (2:22)
02:Meeting Of The Minds (2:30)
03:The Numbers (3:00)
04:A Case Of Mistaken Identity (2:40)
05:The Long Shot (3:16)
06:Didn't See It Comin' (3:06)
07:War Crimes (2:00)
08:Pay Them No Mind (2:48)
09:Yvonne (3:12)
10:Ahead Of Your Time (2:44)
11:Step Into The Fire (2:38)
12:Madison (1:22)
13:The Rabbit (2:28)
14:Misery (2:22)
15:New Orleans (2:46)
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