The Dirty Guv'nahs / Same
Same Spielzeit: 53:11
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2009
Stil: Southern Rock

Review vom 11.07.2012


Joachim 'Joe' Brookes
Wenn man sich vor Augen führt, wen die sechs The Dirty Guv'nahs-Musiker als Einflüsse benennen, dann kann man sich mit Leichtigkeit vorstellen, welche Musik einen auf vorliegender Platte erwartet. Unter anderem sind dies (hier und da durchaus mit Doppelnennungen) Ryan Adams,
Allman Brothers Band, Gregg Allman, The Avett Brothers, The Band, Beatles, R.L. Burnside, Eric Clapton, Bob Dylan, Steve Gordon, Jimi Hendrix, Eric Krasno, Larry Mullen Jr., My Morning Jacket, Rolling Stones, Derek Trucks, Charlie Watts, Wilco, Bill Withers und
Neil Young.
The Dirty Guv'nahs entstanden mehr oder weniger zufällig. Durch einen gemeinsamen Freund mit dem Spitznamen The Guv'nah kamen die Musiker zusammen. Vorher hatten sie noch nie in einer Band gespielt und nachdem man feststellte, dass da diese gewissen Schwingungen vorhanden waren, standen The Dirty Guv'nahs im Verzeichnis der Knoxville-Bands unter der Rubrik Southern Rock. Mit viel Talent gesegnet erspielte man sich eine beachtliche Fangemeinde und es dauerte nicht allzu lange, bis bei dieser Musik auch Leute wie zum Beispiel Dave Barbe (Drive-by Truckers, Bob Moulds Band Sugar, Son Volt) die Ohren spitzt. Er hat die Scheibe produziert und für "In The End", dem kaum zweiminütigen Rausschmeißer, schulterte er den Tieftöner. Hier ist die Studio-Atmosphäre quasi greifbar. Zum Piano sowie akustischer Gitarrenbegleitung singen die Gruppenmitglieder im herrlichen Chorverbund.
Bis zum letzten Track schafft es der Hörer mit einer gewissen Leichtigkeit, denn The Dirty Guv'nahs servieren in den anderen zwölf Kompositionen eine gehörige Portion frisch gespielten Southern Rock. Da möchte man zu jedem einzelnen Track eine Pulle Bier köpfen, aber leider funktioniert das nicht so geschmeidig, denn die Combo hat dafür ziemlich kurze Stücke in der gut gefüllten Tracklist. Okay, bei dem Rock kann man den Gerstensaft durchaus auch in Ruhe genießen.
The Dirty Guv'nahs sind ein Link zwischen der Vergangenheit und Gegenwart. In den gut dreiundfünfzig Minuten kann man so richtig schön genießen. Neben vortrefflichen Gitarren-Rockern liefert man uns wunderschöne Balladen. Die Gruppe kümmert sich einen Dreck um die Interpretation von Fremdkompositionen. Beim Schreiben der Songs saßen James Timble, Michael Jenkins, Justin Hoskins sowie Chris Doody rund um den Tisch.
Bei den zwei Gitarren-Artisten Jenkins und Justin Hoskins, verstärkt durch Cozmo Holloway bei fünf Nummern, glaubt man, da sei kein entsprechend großer Platz mehr für den Tastenmann Chris Doody. Weit gefehlt, der macht sich im Einklang der Sechssaiter entweder am honky Piano oder der Hammond ganz schön bemerkbar und ist auch herrlich solierend unterwegs. So bleiben die Tracks eine Angelegenheit der gesamten Band und Frontmann James Timble, der auch noch Gitarre spielt, kann überzeugend singen.
Balladeskes und Rockiges in einem Song bekommt man in "Saguaro" zu hören. Zunächst singt Timble zur Akustischen und für die zweite Hälfte folgt ein geradezu hymnenhafter Gitarren-Southern Rock, der Betonmauern in Schwingungen versetzen kann. "Oh, Jericho" durchzieht ein Hauch von Country und ein Sechssaiter ist auf Twang-Wegen unterwegs. The Band lässt grüßen. "Lovely Bones" ist das längste Stück auf der Platte und eindeutig Doodys Piano-Spielwiese. Herrlicher Handtrommeleinsatz begleitet Tembles Gesang und sehr vorsichtig schleicht sich Dynamik in das Stück ein. Doody wechselt zur Hammond und dieses Lied ist für mich die Vorzeige-Nummer der CD. Es rockt im Midtempo und diverse Gitarren reihen sich solistisch, wie Perlen bei einer Kette aneinander. Im Vergleich zu "Lovely Bones" geht "Leaving Roads" gleich danach mit heftig verzerrter Gitarre à la Neil Young weiter. Überraschend wird es dann aber ziemlich ruhig und die Akustische hat das Sagen.
Die Scheibe kommt im Digipak (ohne Booklet) daher. Unter der CD befinden sich alle wichtigen Informationen und die Band schließt mit dem Satz »We hope that this is the beginning of a long and wonderful ride.« Dem ist nichts hinzuzufügen, denn The Dirty Guv'nahs überzeugen von Beginn bis Ende.
Line-up:
James Trimble (vocals, guitar)
Michael Jenkins (guitar)
Justin Hoskins (guitar, bass)
Chris Doody (piano, Hammond B3, vocals)
Mitch Stewart (bass, percussion)
Aaron Hoskins (drums)

With:
Cozmo Holloway (guitar - #3,4,8,10,12)
Tomi Robb (vocals - #1-3,7,13)
Dave Barbe (bass - #13)
Tracklist
01:We'll Be The Light (3:17)
02:Brown Little Bird (3:15)
03:Borrowed Time (4:40)
04:Afternoon Eyes (5:59)
05:Born To Thieves (3:39)
06:Saguaro (3:49)
07:Common People (4:24)
08:Quiet Tigers (3:44)
09:Oh, Jericho (2:54)
10:Lovely Bones (6:00)
11:Leaving Roads (3:41)
12:Permaneo Dies (5:55)
13:In The End (1:54)
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