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Die Musik ist wie eine Achterbahnfahrt und die Geschichte der belgischen Band Driving Dead Girl liest sich ebenfalls wie ein Auf und Ab. 2003 gründeten Dim Wild und Donald Dondez die Gruppe, zu der ziemlich schnell Schlagzeuger J-F Hermand sowie Bassist André Diaz stießen. 2004 war die Combo auf der Bühne und trat unter anderem auf dem Dour Festival auf. Alles ging richtig gut geradeaus und das Debüt "50,000 Dead Girls Can't Be Wrong" erschien. Trotz der Erfolge mit ihrem Härte-Rock entstanden Spannungen in der Gruppe und J-F Hermand sowie André Diaz verließen das Quartett wieder. Innerhalb der nächsten vier Jahre gab es einige weitere Umbesetzungen. Man war fast vor dem kompletten Aus, als man mit Vincenzo Capizzi (Drums) und Dan Diaz (Bass) endlich zwei Musiker fand, die sich jetzt auch noch im Line-up von Driving Dead Girl befinden. So viel zur Vorgeschichte.
Jetzt befindet sich "Don't Give A Damn About Bad Reputation" im Player. Rau, rüde, laut und spartanisch geht es bei den Männern zu. So ist zumindest der erste Eindruck des punkig und mit Garage-Ambiente versehenen Openers "Don't Wanna Talk About That Girl Anymore". Eine Gitarre weicht keinen Millimeter von einer sich stets wiederholenden Tonfolge ab. Diese hört man nur dann nicht mehr, wenn es in Zwischenspielen lauter und deftiger wird. Bei "The Girl From Room Sixteen" macht die Combo einen auf Rock'n'Roll. Der Track kommt sehr gut rüber und auf Abwechslung setzt man wohl bewusst nicht.
Spätestens mit "Black Sweet Fire" brennt die Hütte und die Zeiger pegeln sich bei Driving Dead Girl in der Nähe des roten Bereichs ein. Hochgeschwindigkeit ist in "Lie Around" angesagt. Man lässt in dieser Nummer nur wenig Platz zum Durchatmen und ein wilder Wah Wah-Pedal-Einsatz mischt den Track so richtig auf. Bei "The Way To Your Heart Ain't Easy To Ride" wird es dann ruhiger und Dim Wild sorgt mit seiner jetzt ziemlich tiefen Stimme für mystische Momente.
Achtung! "Liquor Store" setzt abermals den Rock'n'Roll als Trumpfkarte ein und da kommen die Pullen ordentlich ins Schwanken. Driving Dead Girl macht das echt gut. Auch wenn die CD beim ersten Durchgang die Lunte nur entzündete, ist man bei der Hörexplosion schon beim zweiten Spin angekommen. Die Combo kann sich ja kaum zügeln und in ihrer Rauheit reicht das an Iggy & The Stooges.
Überdreht ist auch das kurze, aber hinlangende "The Black Jack Love Of Harry The Sinner". Klasse! Das anschießende "It's Raining" ist noch kürzer und eine Art Psycho-Blues mit emotionalen Ausbrüchen vom Wild. "No Home" setzt dann einen weiteren Höhepunkt. Es rifft wie verrückt und das Treiben ist wirklich ordentlich psychedelisch bunt.
Ohne Zwischenstopp bekommt man mit den Bonustracks gleich noch die Neuauflage der "50,000 Dead Girls Can't Be Wrong"-CD mitgeliefert. Hey, "Love And Roll" ist die passende Nummer zum mächtigen Abfeiern und so schnell, wie "Kiss Kiss Kiss" ohne Geschwindigkeitsbegrenzung dahinrauscht, hat man wohl kaum Zeit für drei Küsse. Bereits in der Vergangenheit setzte Driving Dead Girl auf schöne Intermezzi und hier geht es abermals fein an der psychedelischen Grenze entlang. "Elvis Is Dead" ist ein knackiger Track mit viel amerikanischem Flair und die Stooges lassen nochmals nett grüßen. Boah, die Band hat abermals über den Tellerrand geschaut. "Monster" hat mehr als nur drei Akkorde und trotzdem groovt die Blues-Nummer. Wohlgemerkt, ausgehend von dem, was die Combo uns anbietet. Außerdem bringt Driving Dead Girl zu den harten Riffs sphärische Keyboardklänge ans Tageslicht und der Basssound wurde zusätzlich mit dem Wah Wah-Pedal verfeinert. Klasse Nummer!
Die belgische Band kann man sich getrost auf den Zettel schreiben. Wie bereits geschrieben, hat die Platte beim wiederholten Hören richtig gut gezündet.
Line-up:
Dim Wild (vocals, guitar, theremin)
Ronald Dondez (guitar)
Dan Diez (bass)
Vincenzo Capizzi (drums)
| Tracklist |
01:Don't Wanna Talk About That Girl Anymore (3:46)
02:The Girl From Room Sixteen (3:13)
03:Off (3:18)
04:Black Sweet Fire (2:54)
05:Lie Around (2:17)
06:Loaded (2:29)
07:The Way To Your Heart Ain't Easy To Ride (3:27)
08:Liquor Store (2:36)
09:The Black Jack Love Of Harry The Sinner (1:57)
10:It's Raining (1:09)
11:No Home (3:18)
Bonus Tracks:
12:Lovely Death (3:00)
13:Love And Roll (3:06)
14:Kiss Kiss Kiss (3:12)
15:Elvis Is Dead (3:19)
16:Monster (3:49)
17:On The Phone With God (2:14)
18:Driving Dead Girl (3:42)
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Externe Links:
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