Bei den italienischen Heavy Stoner-Rockern El Thule gibt es etwas zu feiern. Die Band um die Brüder Matteo und Andrea Brioschi feiert zehnjähriges Bestehen. Dazu erscheint, ganze fünf Jahre nach Green Magic nun "Zenit". El Thule verfasst seine Songtexte in italienischer Sprache und da lässt sich über den Inhalt der Lyrics aus Sicht des Rezensenten leider nicht viel schreiben.
Aber auf der Label-Homepage von Go Down Records steht als Information zum Album: »Recorded directly in the band's own studio, the record includes 12 brand new tracks and it’s considered as a concept-album based on the ancient legends that gave name to the stars and about the re-discovery of the union between world - human - life.«
Für "Zenit" spannt die Combo den 20-mm-Diamantbohrer ins Futter der Profischlagbohrmaschine und fräst ein Loch nach dem anderen ins Fundament. Danach werden die Hohlräume mit eigenem, schnellbindendem Beton gefüllt. El Thule serviert Stoner Rock der sehr heftigen Marke. Der Vierer hat keine Gnade für das Trommelfell und allem, was dahinter liegt. El Thule ist nichts für feinsinnige Rock-Fans und kennt (fast) nur die höheren Gänge des Genre-Getriebes. In der Tracklist versammelt sich das halbe Universum beziehungsweise Dämonen und antike Legenden der Mythologie. "Zenit" ist eine Stoner Rock-Supernova.
El Thules ruhigere Momente sind nicht mehr als Blitzlichter. Man hat eine gefühlte Sekunde Zeit zum Atmen und schon taucht einen die Band wieder in ihren unwiderstehlichen Strudel von gekonnt gespieltem Lärm unter. Die im Zitat angegebene Welt, das Leben und der Mensch müssen aus El Thules Sicht der Dinge einen martialischen Kampf ums Überleben ausfechten.
El Thule hat einen Energielieferanten, der bisher noch nicht entwickelt wurde. Woher diese rohe Power kommt, kann man sich gar nicht vorstellen. Was Andrea Brioschi auf seinem Sechssaiter loslässt, sind in Serie geschaltete Riff-Motoren mit überdimensionalen Zündkabeln. Guido Marininis Instrument verdient im wahrsten Sinne des Wortes den Namen Schlagzeug. Dauerbelastung für die Felle und Becken ist angesagt. Allerdings muss man zugeben, dass es Marinini trotz aller musikalischen Härte versteht, eine klasse Taktung an den Tag zu fördern. Der gute Drummer muss Oberarme wie Baumstämme haben. El Thule bringt es sogar fertig, Melodien mit Mitgröhl-Faktor einzubinden
Bei aller metallischen oder zeitweise dunklen Härte findet in winzigen Phasen glatt der Blues statt und erst im achten Track schaltet El Thule für mehr als drei Sekunden in niedrigere Gänge. "Sedna" beginnt wie gehabt... Stakkato aus allen zur Verfügung stehenden Instrumenten. Doch plötzlich wendet sich das Song-Blatt. Die Combo hat eine Quelle aus den Sechzigerjahren gefunden und nach einer herrlichen Gitarren-Überleitung wird es psychedelisch attraktiv. Dann vernehmen wir auch noch Querflötentöne. Hey, ist das noch El Thule? "Sedna" ist die Entdeckung auf "Zenit"... weil anders.
"La Nube Di Oort" ist die dynamische Hymne der Platte. Auch in diesem Track befinden sich längere, ruhigere Phasen. El Thule pendelt zwischen heftigem Hard Rock und Metal und "Sul Monte Maat" verfügt über mehr Riffs als so manche heavy Blues Rock-Combo im Köcher hat.
Wow! "Titano" ist wieder ein Ausreißer. 12-Takter-Groove ist angesagt und mittlerweile hat man sich an das Experiment mit den italienischen Texten gewöhnt. Dann haut Marinini ein kurzes Flinkefinger-Solo raus. Gut gemacht! Andrea Broischis Stimmbänder-Performance ist der Musik angepasst und gemeinsam mit den Backing Vocals hören wir zeitweise melodischen Gesang.
Alle Motoren auf Stopp! Das finale "Instrumental" wird ausschließlich von der akustischen Gitarre bestritten und wie bei vielen anderen Stoner Rock-Bands wundert man sich über die zur Schau getragene Sanftmut. El Thule und "Zenit" ist etwas für den hartgesottenen Fan des Stoner Rocks.
Line-up:
Matteo Brioschi (bass)
Andrea Brioschi (guitars, vocals)
Guido Marinini (drums, backing vocals)
Bruno Madeira (visuals)
| Tracklist |
01:Pulsar (3:54)
02:Omega Centauri (3:36)
03:Nova Muscae (3:30)
04:Le Fiamme Di Tharsis (2:41)
05:Quaoar (5:23)
06:Phobos (4:08)
07:Deimos (4:20)
08:Sedna (4:41)
09:Nemesis (2:35)
10:La Nube Di Oort (5:04)
11:Sul Monte Maat (3:32)
12:Titano (5:37)
13:Istrumental (1:49)
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