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HD-Qualität, Dolby-Sound in verschiedenen Ausführungen, Liquid Crystal Display oder Touch-Screens... welch technische Errungenschaften, alle entwickelt in wohl hochsterilen Laboren, von Overall-tragenden Menschen mit Handschuhen an den Fingern und Mundschutz im Gesicht. Doch braucht man die versierten Hände der Forscher immer noch, obwohl vieles von Maschinen erledigt wird. Electric Guest mixt handgemachte Musik mit einer wohlsortierten Anzahl an Geräten, denen man künstlich erzeugte Sounds entlocken kann.
Electric Guest ist ein Duo. Asa Taccone und Matthew Compton stecken dahinter und beim Erstellen des Line-ups stellt sich die Frage, warum ein gewisser Brian Burton die Combo nicht zum Trio macht? Er ist am Songwriting beteiligt und taucht ebenfalls im üppigen Line-up auf. Letztgenannter ist auch als Dangerous Mouse bekannt und hat Gnarls Barkley, The Black Keys, Broken Bells oder Gorillaz unter seinen Fittichen.
Beim Rezensenten stehen die musikalischen Empfindungen mit so etwas wie dem entsprechenden Über-Ich bezüglich "Mondo" in einem unerbittlichen Boxkampf gegenüber. So wie die Electric Guest-Musik pendelt es hin und her. Mal ist es das Gewissen, mal sind die Gefühle Sieger einer der dreizehn Runden, die uns die Elektro-Combo anbietet. Symbolisch zerren diese Lieder an beiden Armen und man weiß nicht so recht, wo einem nach etwas über achtunddreißig Minuten der Kopf steht.
Eines steht jedenfalls bereits nach dem ersten Hördurchgang fest... auch wenn die Platte gar nicht läuft hat man Teile der einen oder anderen Komposition doch noch im Kopf und so zeigen Electric Guest-Punchs irgendwie nachhaltige Wirkung. Die Mischung aus Musik mit Instrumenten wie E-Gitarre, Akustischer, Bass, Percussion und Drums sowie Bass Synth, Drum Programming oder Synthesizern passt schon gut zusammen und die R&B-, Soul-, Pop- oder Funk-Ausrichtung ist sehr wohl spürbar. Eine gewichtige Rolle spielt dabei Asa Taccones Gesang, besonders in Kombination mit den wunderschönen Background Vocals.
Die erste Runde ("Holes") geht an das Über-Ich. Der Opener wirkt wie ein zusammengeschustertes Stück Musik, das noch gar nicht vollendet ist. Einzig der erste Kontakt mit Taccones Stimme ist von Erfolg gekrönt. Die knapp drei Minuten sind wie Radfahren ohne Kette... Electric Guest strampelt sich einen Ast, kommt aber nicht von der Stelle.
Für Spielzeiten um die drei Minuten hat die Combo mit "Troubleman" einen echten Longtrack eingespielt. Oh, wie wunderschön ist dieser Titel! Da werden Gefühle geweckt. Electric Guest befindet sich hier auf einem tollen Soul-Trip der Extraklasse. Kaum zu glauben, dass man in der Lage ist, fast neun Minuten sinnvoll zu füllen. Aber es geht... sogar sehr gut. Vielleicht liegt es daran, dass hier nicht ganz so viele künstlich erzeugte Sounds im Vordergrund stehen. Piano, E-Gitarre sowie Akustische, Bass und Drums machen das Rennen und sorgen für herrliches Feeling. Dieses Filetstück ist eine echt feine Sache!
Soul, Funk und R&B hat das viel unterstützte Duo drauf. Da gibt es zwischendrin wirklich klasse gespielte Songs. Unverkennbar ist "The Bait" eine Soul-Animation mit Sechzigerjahre-Anleihen und es groovt so schön. Wer die Phenomenal Handclap Band mag, wird hier wohl auch sein Glück machen.
Was wäre, wenn Asa Taccone sowie Matthew Compton ohne Brain Burton auskommen müssten? Diese Frage möchte man nicht beantworten, allerdings wird die Welt das Debüt "Mondo" von Electric Guest wohl mögen und ins Herz schließen. Beim Rezensenten geht das nur partiell. So ist es nun mal mit dem Über-Ich.
Line-up:
Asa Taccone (vocals, piano, synthesizer, bass synth, drum programming, percussion)
Matthew Compton (bass, electric guitar, acoustic guitar, synthesizers, organs, drums, background vocals)
Brian Burton (acoustic guitar, electric guitar, bass, bass synth, synthesizers, organs, drums, percussion)
Morgan Miracle (piano)
Josiah Steinbrick (electric guitar, harpsichord, synthesizers, bass)
Ashley Mendel (acoustic guitar, electric guitar)
Josh Klinghoffer (electric guitar)
Todd Monfalcone (acoustic guitar)
Justin Bailey (background vocals)
Este Haim (background vocals)
Alana Haim (background vocals)
Dahni Piro (background vocals)
Sophia Weiss Sarkisian (background vocals)
Claire Cronin (background vocals)
Amy Crilly (background vocals)
Lindsey Laquer (background vocals)
Leslie Stevens (background vocals)
| Tracklist |
01:Holes (2:46)
02:This Head I Hold (2:56)
03:Under The Gun (3:42)
04:Awake (5:01)
05:Amber (3:51)
06:The Bait (3:06)
07:Waves (3:06)
08:Troubleman (8:49)
09:American Daydream (2:49)
10:Control (2:19)
(all songs written by Asa Taccone, Matthew Compton, Brian Burton)
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